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Feuerbestattungen liegen im Trend

Bitburg/Prüm. Immer mehr Menschen werden nach dem Tod eingeäschert - auch in der Region. Das stellt manche Kommunen vor finanzielle Probleme, weil sie mit Urnengräbern weniger Geld einnehmen. Frank Göbel

Bitburg/Prüm. "Umsonst ist nur der Tod" - der gallige Spruch, mit dem manche kostspielige Zumutung des Lebens kommentiert wird, trifft im Trauerfall für Hinterbliebene allzu oft nicht zu: Selbst für eine einfache Bestattung kommen schnell Kosten von mehr als 5000 Euro zusammen.
Kosten im Eifelkreis steigen


Dabei machen die Friedhofsgebühren oft einen wesentlichen Teil aus, wobei es in den Zentren und Ballungsgebieten oft teurer wird als auf dem Land - und überall steigen die Kosten. Da ist der Eifelkreis keine Ausnahme: Während beispielsweise in der Ortsgemeinde Arzfeld eine Grabstätte für 30 Jahre bereits für 150 Euro gemietet werden kann, muss man in Bitburg fast das Zehnfache hinblättern. Mit 1420 Euro schlagen die "Nutzungsrechte" für ein Einzelgrab für 25 Jahre zu Buche. Das war vor einiger Zeit noch günstiger zu haben: 2004 kostete die gleiche Leistung nur 620 Euro.
Die Steigerung ist vor allem Folge einer sich wandelnden Begräbniskultur, in der Urnenbestattungen immer beliebter werrden. Sie machen es durch die deutlich günstigeren Gräber den Kommunen zunehmend schwerer, ihre Friedhöfe kostendeckend zu bewirtschaften.
Während etwa auf den vier Prümer Friedhöfen noch vor fünf Jahren mehr Särge (29 im Jahr 2007) als Urnen (22) bestattet wurden, hat sich das Verhältnis mittlerweile gedreht: 2012 kamen 29 Urnenbestattungen auf 26 Sargbestattungen. Ein Urnengrab war allerdings mit 300 Euro deutlich günstiger als ein Erdgrab (510 Euro), weshalb der Stadt Einnahmen entgingen. Ergebnis: Die Stadt Prüm schraubte um jeweils etwa 50 Euro nach oben. "Der Rechnungshof des Landes hat die Erhöhung der Gebühren angemahnt", erklärt dazu die Prümer Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Sie hofft, dass die Einnahmen jetzt ausreichen, damit sich der letzte Ruheplatz selbst trägt.
Das schafft der Bitburger Friedhof bis heute nicht: "Bei der Kostendeckung liegen wir im Moment bei knapp 91 Prozent", erklärt Stadtpressesprecher Werner Krämer die Situation auf den sieben städtischen Friedhöfen, wo ebenfalls der Anteil der Urnengräber steigt - die hier mit 650 Euro immerhin jeweils nur knapp die Hälfte eines Sarggrabes kosten.
Auch wenn die Urnengräber nur für 15 Jahre gemietet werden und mit ihrem Standardmaß von 80 mal 80 Zentimetern kleiner sind als die Sarggräber (100 mal 220 Zentimeter), kann der Bitburger Bestatter Klaus Wagner "nicht nachvollziehen, warum Urnengräber so sehr viel billiger sind. Schließlich mietet man ja letztlich nicht die Fläche, sondern die Infrastruktur, die der Friedhof bereitstellt." So sieht Wagner die Finanznöte der Friedhöfe auch in einer verfehlten Planung begründet, die auf aktuelle Entwicklungen zu langsam reagiere. Sein Mitbewerber Michael Leuschen warnt allerdings vor einer vorschnellen Rechnung: "Gerade die kleineren, günstigeren Friedhöfe erheben oft einen wiederkehrenden Jahresbeitrag - der summiert sich über die Mietzeit dann schon mal auf über 1000 Euro."Extra

Die Friedhofsgebühren einiger Städte und Gemeinden im Eifelkreis: In Irrel kosten der Platz für den Sarg mit 350 Euro und der für die Urne mit 125 Euro genauso viel wie vor fünf Jahren, der Jahresbeitrag liegt bei 20 Euro. Eine Anhebung der Gebühren ist nicht geplant, weil der Friedhof nach Auskunft der Stadtverwaltung kostendeckend bewirtschaftet wird. Auch inKyllburg (Sarggrab 275 Euro, Urnengrab 100 Euro, Jahresgebühr 27,50 Euro), Neuerburg (Sarg 300 Euro, Urne 120 Euro, Jahresgebühr um fünf Euro erhöht auf 25 Euro) und Speicher (Sarg 450 Euro, Urne 300 Euro, Jahresgebühr 22 Euro) sind die Grabkosten seit fünf Jahren gleich und sollen auch in absehbarer Zeit nicht erhöht werden. In Prüm sind die Gebühren (Sarg 570, Urne 360 Euro, Jahresgebühr 25 Euro) gerade angehoben worden. In Arzfeld kommen Sarg- und Urnengräber mit jeweils 150 Euro recht günstig, die Jahresgebühr beträgt 20 Euro. In Bitburg ist es zwar recht teuer (Sarg 1420 Euro, Urne 650 Euro), dafür gibt es keine Jahresgebühr. fgg