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Stadtpolitik
Feuerwehrstreit in Bitburg: Wird’s jetzt brenzlig?

FOTO: TV / Frank Göbel
Bitburg. Bleibt die Bitburger Feuerwehr nach einer Austrittswelle einsatzfähig? Gerüchten zufolge nicht. Die Verwaltung ist anderer Meinung. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Zwölf Menschen stehen vor einem Feuerwehrauto. Ihre Mienen sind so ernst, wie die Lage offenbar ist. Vor der Gruppe brennt eine Feuertonne. Sie soll wohl ein Zeichen des Protests sein, gegen den Bitburger Bürgermeister, der den ehemaligen Wehrleiter Manfred Burbach nicht in seinem Amt bestätigen wollte (der TV berichtete)

Das Foto gehört zu einem Artikel, der sich über Online-Portale in den sozialen Netzwerken verbreitet hat wie ein Lauffeuer. Kein Wunder. Denn das, was in dem Text steht, klingt übel.

Zusammengefasst: Immer mehr führende Feuerwehrleute sollen um die Entpflichtung von ihrem Ehrenamt gebeten haben – unter anderem der Lehrtaucher der Wehr. Weitere Austritte seien geplant.  Es dauere daher nicht mehr lange, bis die Mannschaft nicht mehr einsatzfähig sei und die Stadt somit gezwungen, eine Pflichtfeuerwehr einzustellen.

Ähnliches wird auf der Facebook-Seite des Vereins „Bitburg brennt“ behauptet. Dort mutmaßt der ehemalige stellvertretende Wehrleiter Guido Weiler, dass weitere Kameraden zurücktreten werden  und am Ende nur „ein Scherbenhaufen bleibt“.

Es gibt aber auch andere Stimmen in der Bitburger Feuerwehr. Aus diesen Kreisen heißt es, dass einzelne Austritte die Einsatzfähigkeit nicht gefährden: „Wir leben in einer Stadt ohne Gewässer. Da ist es nicht sicherheitsrelevant, wenn der Lehrtaucher um seine Entpflichtung als Leiter der Tauchstaffel bittet.“

Kritisch würde es erst, wenn Dutzende Maschinisten ihre Ämter niederlegten oder gleich die Hälfte der Rettungskräfte. Davon sei aber nicht auszugehen. „Das ist reine Panikmache“, meint der Informant, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Doch wie viele Feuerwehrleute sind überhaupt zurückgetreten und welche Positionen hatten sie inne? In dem Online-Artikel, der aus dem Umfeld von „Bitburg brennt“ stammt, bleibt das vage. Licht ins Dunkel kann aber Bürgermeister Joachim Kandels bringen. Als Dienstherr der Wehr muss er schließlich wissen, wie es um die Personallage seiner Truppe steht.

In der Antwort auf eine TV-Anfrage schreibt er von „einigen wenigen Feuerwehrleuten“, die ihren Austritt erklärt hätten. Ferner hätten die Wehrführer der Stadtteile Mötsch und Stahl, sowie der stellvertretende Wehrführer von Masholder ihre Entpflichtung beantragt. Da sie Ehrenbeamte sind, dürfe die Verwaltung ihre Entlassung aber bis zu drei Monate hinausschieben – also so lange bis diese „ihre Amtsgeschäfte ordnungsgemäß erledigt haben“, womöglich auch so lange bis ein Nachfolger gefunden ist.

Als Fazit stellt Kandels daher fest, dass die „volle Einsatzfähigkeit der Feuerwehr jederzeit gewährleistet bleibt“. Der Aufbau einer Pflichtfeuerwehr sei nicht geplant. Wie es ansonsten weitergehen soll, darüber will der Stadtchef zumindest nochmal reden:  Bald wolle er Wehrleitung, Wehrführer und Fraktionsspitzen zum Gespräch einladen.