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Energie
Wieder etwas mehr Platz für Windräder

Weil die schützenswerten Baumbestände  in einigen Teilen der VG Südeifel doch nicht so groß sind wie angenommen, muss der Entwurf des Flächennutzungsplans für Windkraft erneut geändert werden. Von Uwe Hentschel

Seit dem Zusammenschluss der beiden ehemaligen Verbandsgemeinden Neuerburg und Irrel zur VG Südeifel vor vier Jahren hat der Verbandsgemeinderat gut 20 Mal getagt. Und in drei von vier Fällen stand dabei jeweils auch die Fortschreibung des Flächennutzungsplans für den Bereich Windkraft auf der Tagesordnung. So wie auch in der jüngsten Sitzung des VG-Rats in Wallendorf. Zwar befindet sich die Südeifel in dieser Fortschreibung nach einigen Hürden und Rückschlägen bereits auf der Zielgeraden, doch tauchen auch auf den letzten Metern wieder Hindernisse auf.

Dieses Mal geht es um die Vereinbarkeit von Windkraft und Wäldern. Konkret um Laubbaumbestände, die älter als 120 Jahre sind und großflächig vorhanden sind. Bislang galten diese Bereiche als Tabuzone für Windkraftanlagen. Daran hat sich auch nichts geändert. Problematisch wird es nur, wenn die im Plan ausgewiesenen schützenswerten Baumbestände in der Realität so gar nicht vorhanden sind. Oder zumindest nicht in diesem Umfang. Genau das ist in der VG Südeifel der Fall.

So gab es in einem konkreten Fall widersprüchliche Angaben darüber, ob die im Plan angegebene Schutzzone vor Ort tatsächlich die Kriterien erfüllt. Ein Windkraftunternehmer hat sich daraufhin beim zuständigen Forstamt informiert. Und dort wurde ihm mitgeteilt, dass in diesem Areal lediglich in einem kleinen Randbereich Laubbäume mit einem Alter von mehr als 120 Jahren vorhanden seien.

„Die Ausweisung dieser Fläche als harte Tabuzone (...) erwies sich demnach als eine auf einer falschen Tatsachengrundlage getroffene Fehlent- scheidung, die noch vor der erneuten Offenlage des betreffenden Teilflächennutzungsplanes korrigiert werden muss“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage der VG-Verwaltung, die zwischenzeitlich sämtliche Flächen überprüfen ließ und auch in anderen Bereichen feststellen musste, dass die Angaben der Forsteinrichtungswerke nicht immer zutreffend waren.

Das für die Fortschreibung des Flächennutzungsplans zuständige Büro hat inzwischen die Pläne überarbeitet. Unter Berücksichtigung weiterer Kriterien habe sich an der Gesamtsituation jedoch wenig verändert, wie die zuständige Planerin im Rahmen der Sitzung erklärte. Demnach ändert sich im Bereich der ehemaligen VG Neuerburg lediglich in zwei Bereichen der Zuschnitt der Vorrangflächen für Windkraft. Auf dem Gebiet der ehemaligen VG Irrel ergeben sich unterm Strich keine Veränderungen.