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Archäologie
Römisches Erbe unterm Acker

Das ist der Bereich, in dem die Römische Villa einst gestanden haben soll. TV-Foto: Uwe Hentschel
Das ist der Bereich, in dem die Römische Villa einst gestanden haben soll. TV-Foto: Uwe Hentschel FOTO: Uwe Hentschel / Medienhaus Trierischer Volksfreund
BETTINGEN . Seit Jahren arbeitet der Förderkreis Bettinger Geschichte an einer umfassenden Dorfchronik. Darin vorkommen wird auch das, was zwischen Bettingen und Ingendorf unter der Erde schlummert.

Darauf gestoßen ist Christian Credner bereits vor mehr als 14 Jahren. Am 5. April des Jahres 2003, um es ganz genau zu sagen. An diesem Tag ist der aus Lambertsberg stammende Credner mit seiner Frau auf der Kreisstraße zwischen Ingendorf und Bettingen unterwegs, als beiden rechts neben der Straße ein lang gestreckter Steinhaufen ins Auge fällt. Möglicherweise sind da ja auch passende Steine für ihre Trockenmauer dabei, denken sich die Credners, halten also an, erkunden den Steinhaufen und stellen fest, dass zwischen den unbehauenen Steinen auch antike Dachziegelstücke liegen.

Als sie über das Feld gehen, finden sie weitere Ziegel und auch zahlreiche Keramikscherben. Und das, was Christian Credner vermutet, wird wenig später vom Rheinischen Landesmuseum in Trier bestätigt: Bei den Fundstücken handelt es sich um Relikte römischer Zeit. Was Credner zu diesem Zeitpunkt aber nicht weiß: An dieser Stelle gab es bereits Ausgrabungen. So stößt Sabine Faust vom Rheinischen Landesmuseum bei ihrer Literaturrecherche auf eine archäologische Karte aus dem Jahr 1932. Und bereits auf dieser Karte ist eine Grabung an dem Fundort vermerkt. Datiert auf das Jahr 1841, veranlasst von Johann Nikolaus Cäsar Thilmany, dem damaligen Landrat des Kreises Bitburg. Dass auf dem Flurstück römische Geschichte unter der Erde schlummert, war also schon früher bekannt. Nur wurde es zwischenzeitlich anscheinend wieder vergessen.

Credner informiert darauf hin den Besitzer und den Pächter des Grundstücks, aber auch den Förderverein Bettinger Geschichte. Und letzterer gibt knapp zwei Jahre später ein geophysikalisches Gutachten in Auftrag, bei dem gleich drei Standorte untersucht werden: die Burg Bettingen, die Wüstung Altbettingen und schließlich das Flurstück Bey Mauern, wo der Hobby-Archäologe Credner aus Lambertsberg die römischen Scherben gefunden und kurz darauf mit seinem selbstgebauten und mit einer Kamera ausgestatteten Flügelkastendrachen Luftbilder aufgenommen hat (siehe Infobox).

Sowohl die Luftbildaufnahmen als auch die Ergebnisse der geophysikalischen Untersuchung bestätigen, dass dort unter der Erde die Reste einer frühzeitlichen Bebauung liegen. Und wie die römische Anlage damals ausgesehen haben könnte, damit hat sich nun Lothar Monsshausen vom Geschichtlichen Arbeitskreis Bitburger Land befasst. Auf Grundlage der vorliegenden Daten hat er eine Zeichnung der römischen Siedlung angefertigt (siehe Illustration).

„Das ist kein Fantasiegemälde, sondern basiert auf den tatsächlichen Grundrissen“, sagt Willi Fink, Vorsitzender des Fördervereins Bettinger Geschichte. Noch genauer wüsste man es natürlich, wenn man die Überreste der sogenannten Villa Rustica ausgraben würde. „Solche Überlegungen gab es bereits und gibt es auch immer noch“, sagt Fink. Dass diesen Überlegungen allerdings auch Taten folgen, ist eher unwahrscheinlich. „Es gibt in der Eifel rund 800 Fundstellen“, gibt Fink zu bedenken. „Die kann das Landesmuseum ja nicht alle freilegen.“

So soll die Römische Villa einmal ausgesehen haben.
So soll die Römische Villa einmal ausgesehen haben. FOTO: Zeichnung / Medienhaus Trierischer Volksfreund