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Wirtschaft
Selbst ist die Frau

Bitburg. In der Eifel gibt es seit Juni einen Gründerstammtisch für Frauen, der gut angenommen wird. Er trifft sich jeden ersten Montag im Monat. Von Christina Bents

Zusammenkünfte für Menschen, die sich selbstständig machen wollen, gibt es viele. Aber nicht für Frauen. Zumindest bislang nicht. Seit Juni gibt es nun einen Gründerinnen-Stammtisch in der Eifel. Und 22 Frauen sind dabei. Sie arbeiten in ganz unterschiedlichen Branchen: von Fotografie und Marketing, über Schmuck und Mode bis hin zu Sicherheit und Finanzen, und und und.

Der Einfall stammt von der Finanzdienstleisterin Christine Wagner. Abgeschaut hat sie sich diese in Trier: „In der Stadt gibt es solche Treffen seit zwei Jahren. Ich habe sie besucht und war begeistert von der Offenheit und der Freundlichkeit.“ Dabei ist ihr aufgefallen, dass in Bitburg und Umgebung kein regelmäßiger Stammtisch stattfindet. Und schon war die  Idee geboren, selbst einen zu organisieren.

Petra Reinehr ist seit 2015 als Ernährungs- und Fitnesscoach in Bitburg tätig. Auch sie ist bei den Treffen dabei und sagt: „Ich denke, Frauen haben andere Erwartungen an ihre Arbeit. Sie wollen Familie und Beruf vereinbaren.“ Das bestätigt Christine Wagner, sie ergänzt: „Frauen überlegen oft sehr lange und gründlich, ob sie sich selbstständig machen. Wir können Tipps aus eigener Erfahrung geben, eine Anlaufstelle und Gesprächspartner in dieser speziellen Situation sein.“

Dabei ist es der Leitung wichtig, dass die Abende Schwerpunktthemen haben, etwa Krankenversicherung, Stressbewältigung oder Steuern.

Da die Referenten kein Geld bekommen, sind die Treffen für die Frauen ebenfalls kostenlos. „Einige Vortragende kommen aus unseren Reihen. Wir stellen ein Sparschwein auf. Wer Lust hat, kann am Ende des Abends etwas hineinwerfen“, so Wagner.

Neben dem fachlichen Austausch geht es auch um Geschäftliches. „Jede der Frauen hat ein Netzwerk, in dem jemand ist, der für eine andere wichtig sein könnte“, meint Wagner. Sie selbst konnte einige Kontakte durch den Trierer und den Eifeler Stammtisch knüpfen. „Ja, da haben sich für mich Türen geöffnet, von denen ich es nicht erwartet hätte“, sagt die Frau, die mit ihren Gründerinnen noch weitere Pläne hat. Mittelfristig könne sich Wagner vorstellen, eine Messe zu organisieren.