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Gemalte Träume

Lebendigkeit statt Begehrlichkeit: „Unerreichbar“ heißt dieses Werk in Acryl von Melanie Ziemons, das natürlich auch in der Ausstellung zu sehen ist, und bei der Vernissage laut Künstlerin viele Empfindungen ausgelöst hat.TV-Foto: Bettina Bettscheider
Lebendigkeit statt Begehrlichkeit: „Unerreichbar“ heißt dieses Werk in Acryl von Melanie Ziemons, das natürlich auch in der Ausstellung zu sehen ist, und bei der Vernissage laut Künstlerin viele Empfindungen ausgelöst hat.TV-Foto: Bettina Bettscheider
Die Ergotherapeutin Melanie Ziemons aus Niederstadtfeld zeigt im Forum Daun bis zum 8. April Bilder unter dem Titel "Blickpunkt - Mensch". Die bevorzugten Motive der kreativen 31-Jährigen sind Akte. Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Bettscheider

Daun/Niederstadtfeld. "Malen gehört zu meinem Beruf und dient gleichermaßen der Entspannung", sagt Melanie Ziemons dem Trierischen Volksfreund beim Rundgang durch die 29 Exponate starke Ausstellung im Foyer des Dauner Forums. Das ideale Feld, um Gefühle auszudrücken

Die aus Daun stammende Hobbymalerin hat nach dem Abitur am Thomas-Morus-Gymnasium Daun eine Ausbildung zur Ergotherapeutin absolviert und arbeitet in ihrem Beruf in einer Fachklinik auch kunsttherapeutisch mit den Suchtpatienten. Sich über Kreativität auszudrücken, sei gut für gesunde und kranke Menschen, sagt sie. Und: "Sehr entspannend!"Für sie sei besonders die Aktmalerei das ideale Feld, um Gefühle auszudrücken und Menschen in verschiedenen Lebenssituationen darzustellen. Melanie Ziemons deutet auf das Bild mit dem Titel "Unerreichbar". Es zeigt eine in Acryl auf Leinwand gemalte nackte Frau als Töpferskulptur; nach ihr schauen und greifen mit dem Zeichenstift angedeutete Männer. Das Bild habe bei den Besuchern der Vernissage starke Empfindungen ausgelöst, erinnert sie sich. "Ich wollte Lebendigkeit zum Ausdruck bringen, nicht Begehrlichkeit", sagt sie. Viel beachtet worden sei auch das Bild "Trennung", auf das die Malerin Cornelia Lenartz (Hillesheim) die Blicke der Gäste gelenkt habe. Zu sehen ist eine trauernde, in sich zusammengesunkene Frau, in deren Körper sich ein Bild öffnet, das einen Mann in einer ähnlichen Körperhaltung zeigt - für Cornelia Lenartz die sehr geglückte Umsetzung der Lebenserfahrung, dass gemeinsame Erlebnisse auch nach einer Trennung nicht verloren sind, sondern als Erfahrung in das weitere Leben mitgenommen werden. "Diese Bilder sind gemalte Träume", zitiert Melanie Ziemons ihre Lehrerin Cornelia Lenartz.Mitglied der Gruppe "Eigenart"

"Zeitlebens", antwortet Melanie Ziemons auf die Frage nach ihrer Kreativität. "Mit dem Malen habe ich vor zehn Jahren im Urlaub auf Borkum begonnen", erzählt sie. Seit 2003 wird sie von Cornelia Lenartz unterrichtet und gehört zur Künstlergruppe "Eigenart" (Trier und Eifel). Bevor sie jetzt ihre Bilder im Forum Daun präsentierte, waren sie in Ausstellungen im Stadtcafé Daun sowie in Wittlich, Kerpen und Trier zu sehen.Die Ausstellung "Melanie Ziemons: Blickpunkt - Mensch" wird noch bis Dienstag, 8. April während der Öffnungszeiten im Forum gezeigt. Wer Kontakt zur Künstlerin aufnehmen möchte wendet sich schriftlich oder telefonisch an Melanie Ziemons, Üdersdorfer Straße 8, in 54570 Niederstadtfeld, Telefon 06596/160026 oder 0173/6533256.