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Gert Kübeck besitzt 1000 Bierkrüge

Bitburg. Der Bitburger Sammler Gert Kübeck hat eine Leidenschaft für Bierkrüge und Studentika. In seiner Sammlung stehen mittlerweile 1000 Bierkrüge sowie 350 Trinkgefäße mit Widmungen von Studentenverbindungen. Bettina Bartzen

Bitburg. Als ehemaliger technischer Direktor der Bitburger Brauerei ist Gert Kübeck viel durch die Welt gereist. Deshalb stehen 1000 Bierkrüge von verschiedensten Brauereien in seiner Wohnung. "Wir schenkten uns gegenseitig die Bierkrüge", sagt Kübeck. Der ursprüngliche Oberbayer sammelt neben den Bierkrügen auch Studentika. Mit einer handgeschriebenen Widmung und den Insignien der Verbindung spiegeln diese Gefäße die Tradition der Studentenverbindungen wider. Mittlerweile hat er 350 Trinkgefäße mit persönlichen Widmungen von verschiedenen Studentenverbindungen in seiner Sammlung.
Manche Trinkgefäße sind schon über 100 Jahre alt. "Ich gehe immer mit Spannung in ein Antiquitätengeschäft hinein und komme mit hängenden Ohren wieder raus", lacht der 79-Jährige. Die Tassen, Krüge und Gläser sind ganz persönliche Einzelstücke und deshalb nicht so häufig anzutreffen. Die heutigen Gefäße sind für Sammler weniger interessant, weil sie nicht mehr handgemalt sind.
Gert Kübeck ist ein "Alter Herr"


Kübeck selbst ist Mitglied im Altweihenstephaner Brauerbund. In dieser Verbindung mit Sitz in Freising sind die Bierbrauer zu Hause. Die Studentenverbindungen haben ein vielfältiges Gemeinschaftsleben mit eigenen Zielen. Zu Semesterbeginn werden neue Studenten geworben. Als "Fuchs" durchlaufen sie eine Ausbildung. Nach der Fuchsenprüfung werden die Studenten zu Burschen und nach dem Studium auf Antrag zu "Alten Herren". Die Mitglieder bleiben der jeweiligen Studentenverbindung in der Regel lebenslang verbunden. Die Verbindungen dienen auch zur sozialen Einführung in die Gesellschaft. So dürfen die Studenten am Ende des Semesters keine Schulden haben und in der Stadt nicht in Verruf geraten. Dazu gehören Verhaltensregeln auf Tanzveranstaltungen, Rituale und die Geschichte der Verbindung. Manche Verbindungen sind schon 150 Jahre alt. Gegenseitige Hilfe und Freundschaft wird ganz großgeschrieben. Diese Kontakte sind später auch im Berufsleben nützlich. "Leider haben Studentenverbindungen in der Presse einen negativen Klang von Geheimbündelei", sagt Kübeck. "Dabei können wir sehr gut feiern, und jeder ist bei uns willkommen." Insgesamt gibt es im Altweihen-stephaner Brauerbund 50 Aktive und rund 600 Herren, die im Berufsleben stehen. Die meisten Verbindungen nehmen traditionell nur Männer auf. Zwar wurden schon 1899 die ersten Damenverbindungen gegründet, die sich allerdings nach 1945 nicht mehr etablieren konnten. Seit den 80-ziger Jahren gibt es auch reine weibliche Verbindungen, deren Zahl stark zugenommen hat. Die Nationalsozialisten lösten alle Studentenverbindungen 1935 auf. An ihre Stelle trat der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund. Heute gibt es eine Vielzahl von Verbindungen mit spezifischen Berufsgruppen und Ausrichtungen. Sie sind in Dachverbänden organisiert, aber es gibt auch freie Studentenverbindungen.
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