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Geschichte und Natur am Wegesrand

Prüm/St Vith. Das Radwegenetz der Eifel macht nicht an den Grenzen halt. Eine der schönsten Verbindungen ist der 37 Kilometer lange Eifel-Ardennen-Radweg, der Prüm mit St. Vith auf der ehemaligen Bahnstrecke verbindet. Christian Brunker

Prüm/St. Vith. Warum nicht mal ein Abstecher zu unseren belgischen Nachbarn? Und das auch noch auf einem durchgehenden Radweg fernab von Straßen durch schöne Täler. Der rund 37 Kilometer lange Eifel-Ardennen-Radweg führt von Prüm ins Nachbarstädtchen St. Vith. Dort schließt sich der neue Vennbahnradweg an, der bereits zum allergrößten Teil durchgängig befahrbar ist.
Wo kann man loslegen? Im Gegensatz zu vielen anderen Wegen gibt es zwischen Prüm und St. Vith kein klares Gefälle, in beiden Richtungen sind entspannte Radtouren möglich.
Problemlos parken kann man in Prüm auf dem Ausstellungsgelände oder dem kleinen Parkplatz direkt am ehemaligen Bahnübergang in direkter Nachbarschaft zum Radweg. In St. Vith gibt es am Kulturzentrum Triangel ebenfalls ausreichend Parkmöglichkeiten. Wer die Strecke verkürzen möchte, kann beispielsweise ab dem alten Bahnhof in Pronsfeld starten.

Wie ist die Streckenqualität? Nahezu die gesamte Strecke ist asphaltiert, es rollt sich leicht. Besonders der Teil zwischen dem Grenzübergang Steinebrück und St. Vith ist noch frisch und wurde erst im vergangenen Jahr fertig. Lediglich auf wenigen hundert Metern zwischen Ihren und der Grenze ist die Decke noch wassergebunden. Wer das nicht mag, kann aber problemlos auf die benachbarte Straße ausweichen.

Was gibt es unterwegs zu sehen? Sehr idyllisch ist das Alfbachtal zwischen Pronsfeld und Bleialf, wo einige Biber am Werk sind. Mit etwas Glück sieht man die typischen Nagespuren an einem Baum. Von der Eisenbahngeschichte zeugt neben dem Tunnel in Bleialf auch der ehemalige Bahnhof in Pronsfeld, der es wert ist, die Fahrt für ein paar Minuten zu unterbrechen. Dort ist die Eisenbahngeschichte der Strecke in einem kleinen Freilichtmuseum zu erleben.
Apropos Museum: Auch das Heimatmuseum in St. Vith ist einen Besuch wert und informiert über die wechselvolle Geschichte der ostbelgischen Stadt. Nicht versäumen sollte man auch, sich mit echten belgischen Pommes frites zu versorgen, schließlich müssen die auf der Strecke verbrannten Kalorien wieder reinkommen. Und wie geht das leckerer als mit den frittierten Kartoffelstäbchen mit einer der unzähligen Soßen?

Wie kommt man wieder zurück? Entlang der Strecke mit Haltestellen in St. Vith am Triangel, Arzfeld, Pronsfeld, Lünebach und Prüm fährt der RegioRadler Eifel-Ardennen an Wochenenden und Feiertagen zweimal täglich um 10 Uhr und 16 Uhr ab Prüm oder um 11.45 Uhr und 17.45 Uhr ab St. Vith. Weitere Informationen zu Fahrplan und Reservierung gibt es im Internet unter www.regioradler.de

Was gibt es noch zu verbessern? Mit zwei Fahrten an Feiertagen und Wochenenden, einmal vormittags, einmal nachmittags, ist das ÖPNV-Angebot immerhin vorhanden, aber noch ausbaufähig.
Alternativ gibt es mittlerweile auch private Firmen, die auf Bestellung einen Fahrrad- und Radler-Transport anbieten, beispielsweise Fahrräder Wildmann aus Zeltingen-Rachtig. Ansonsten zählt der Eifel-Ardennen-Radweg zu einer der schönsten Radwege-Verbindungen der Eifel.

Fazit: Mit den beiden Endpunkten Prüm und St. Vith verfügt der Eifel-Ardennen-Radweg über zwei nette Städtchen, die immer zu einem Bummel einladen. Und auch Bleialf mit dem Besucherbergwerk oder das Bahnmuseum in Pronsfeld sind einen Zwischenstopp wert. Dazwischen gibt es einen wunderbar asphaltierten Radweg, der - obwohl er nicht entlang eines Flusses verläuft - nur geringe Steigungen aufweist.
Am Wegesrand gibt es viel Spannendes in der Natur zu beobachten, aber gleichzeitig kann man viel über die Geschichte des Grenzgebietes erfahren. Von daher ist der Radweg allemal einen schönen Ausflug wert.