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| 12:51 Uhr

Kommunalpolitik
Der gestutzte Flugplatz kommt an

Bitburg. Mehr als 20 Jahre lang hat sich die Initiative Bürger gegen Nachtflug für ein Ende des Flugbetriebs in Bitburg eingesetzt. Mit der nun geplanten Reduzierung des Flugfeldes sind die Gegner einen entscheidenden Schritt weiter. Von Uwe Hentschel

Für Ludwig Kewes war es ein langer Weg. Und ein steiniger. Doch nun scheint es so, als seien die größten Hindernisse überwunden. Ganz am Ziel angekommen ist der Mann aus Eßlingen zwar noch nicht. Doch das, was jetzt noch an Wegstrecke kommt, ist überschaubar. „Es ist sozusagen der zweitletzte Schritt“, sagt er. Der zweitletzte Schritt auf dem Weg zum Abschied vom Flugbetrieb in Bitburg.

Große Pläne gab es für den einstigen Militärflughafen. In einen internationalen Flughafen wollte der luxemburgische Projektentwickler Frank Lamparski die kleine Anlage mit Hilfe millionenschwerer Investoren verwandeln. Doch nach den Visionen kam die allgemeine Ernüchterung. Und mit dem Scheitern der großen Pläne endete schließlich auch das öffentliche Interesse am Erhalt des Flugplatzes.

An der weiteren Entwicklung auf dem Gelände ernsthaft interessiert waren letztlich nur noch diejenigen, die die Anlage auch weiterhin zum Fliegen nutzen wollten, und diejenigen, die seit mehr als 20 Jahren dafür kämpfen, genau das zu verhindern. Und es scheint, als sei nun durch die neuen Pachtverhältnisse ein Kompromiss gefunden worden, mit dem beide Seiten leben können.

Neuer Pächter ist jetzt nicht mehr die von privaten Anteilseignern getragene Flugplatz Bitburg GmbH (siehe Info), sondern die Bit-Air-Flug GmbH des Unternehmers Bernd Pohl, der am Rand der Rollbahn seit mehr als zehn ein Fallschirm-Center betreibt. Pohl jedoch hat nicht das gesamte, rund 200 Hektar große flugbetriebliche Areal gepachtet, sondern lediglich 40 Hektar. Von den ursprünglich 3000 Metern Start- und Landebahn stehen nun nur noch 1200 Meter zur Verfügung Das senkt die Pachtkosten, reicht dem Unternehmer, der acht Mitarbeiter beschäftigt. Ihm reicht eine verkürzte Landebahn für seine Zwecke, diese schränkt gleichzeitig aber natürlich auch die Nutzungsmöglichkeiten ein. Autorennen und Testfahrten sind dann nicht mehr möglich. Es fehlt der Platz.

Aus dem Verkehrslandeplatz soll jetzt ein Sonderlandeplatz werden, was bedeutet, dass dann außer dem Betreiber alle anderen nur noch auf Anfrage starten und landen dürfen. In diesem Fall besteht also weder Betriebspflicht, noch gibt es verbindliche Öffnungszeiten. Momentan läuft dazu beim Landesbetrieb Mobilität das Änderungsgenehmigungsverfahren. Und während sich Ludwig Kewes und seine Initiative „Bürger gegen Nachtflug“ bei ähnlichen Verfahren in der Vergangenheit immer für ein Ende des Flugbetriebs ausgesprochen haben, wird nun auf Einwände verzichtet.

„Unsere Position ist nach wie vor die gleiche“, betont Kewes, „aber wir sehen auch die Notwendigkeit des Flugbetriebs zum Erhalt von Arbeitsplätzen.“ So habe es bereits mehrere Gespräche zwischen der Bürgerinitiative und dem neuen Pächter gegeben, um die jeweiligen Standpunkte klarzumachen. Und dass es diesen Austausch überhaupt gegeben habe, wertet Kewes als großen Fortschritt.

„Für uns ist wichtig, dass durch diese Änderung das Thema Verkehrslandeplatz endgültig vom Tisch ist“, erklärt der Eßlinger. Was aber nicht bedeutet, dass der Bürgerinitiative nun alles andere egal ist. „Theoretisch bestünde ja die Möglichkeit, das Gelände außerhalb der Flugzeiten als Teststrecke für Lastwagen zu nutzen“, sagt Kewes. „Doch was wir ganz sicher nicht wollen, sind quietschende Reifen und dröhnende Motoren.“

Das sieht der Mötscher Ortsvorsteher Heiko Jakobs ähnlich. „Was für uns störend ist, sind die Autorennen auf dem Flugplatz, vor allem auch die illegalen“, sagt er. Letzteres betrifft zwar weniger Start- und Landebahn, da das Gelände abgesperrt ist. Doch wenn auf dem Flugplatz Motoren bis an die Drehzahlgrenze gegängelt werden, bekommen das vor allem die Mötscher mit.

„Wenn der Flugbetrieb durch diese Änderung im Rahmen bleibt, ist das für uns in Ordnung“, sagt Jakobs. „Was bleibt, ist die Frage, was mit dem Rest passiert“, fügt er hinzu. Bislang gibt es darauf noch keine Antwort. Der Zweckverband Flugplatz Bitburg hat dazu für rund  40 000 Euro eine Studie beauftragt.