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Harz und Säure formen das Bild

So geht das also: Marlene Metz (vorne rechts) druckt bei der Tiefdruck-Ausstellung im Haus Beda in Bitburg eine Radierung.Foto: Manuel W. Schmitt
So geht das also: Marlene Metz (vorne rechts) druckt bei der Tiefdruck-Ausstellung im Haus Beda in Bitburg eine Radierung.Foto: Manuel W. Schmitt
BITBURG. (mws) In Kursen der Volkshochschule Bitburg vermittelt Ursula Hülsewig seit 20 Jahren Tiefdruck-Techniken. Mehr als 100 Werke der Teilnehmer sind noch bis zum 13. April im Haus Beda zu sehen.

Klangvolle Namen wie "Mezzotinto", "Vernis mou" oder "Reservage" tragen die Techniken, die beim Radieren zum Einsatz kommen. Wer hier an die Arbeit mit einem Radiergummi denkt, irrt allerdings gewaltig: Mechanisch oder chemisch erzeugt der Maler Vertiefungen in einer Kupfer- oder Zinkplatte, die später Farbe aufnehmen und auf das zu bedruckende Papier übertragen. Nadeln und Schaber sind die bevorzugten Werkzeuge beim klassischen, so genannten "kalten" Radieren. Im "warmen" Verfahren ätzt dagegen ein Säurebad das Bild in die Druckplatte hinein. Die Teile, die später hell bleiben sollen, deckt der Künstler mit Fett, Kolophonium-Harz oder auch Ölfarbe ab. Die Auflage des fertigen Bilds ist begrenzt: Fünf bis 150 Drucke von einer Platte sind je nach Technik möglich. Danach ist das Relief im weichen Metall verschlissen. Die Gelsenkirchener Malerin Ursula Hülsewig, die seit 1980 in Niederkail (Kreis Bernkastel-Wittlich) lebt und arbeitet, vermittelt als Dozentin der Volkshochschule Bitburg die Verfahren der Radierungs-Kunst. Vor 20 Jahren begann ihr erster Kurs, nachdem sie für die Dr.-Hanns-Simon-Stiftung eine Tiefdruck-Werkstatt eingerichtet hatte. Im Haus Beda stellen nun die Kursteilnehmerinnen Frieda Barth, Eva Maria Flesch, Frohmut Jammers, Agathe Köppen, Vicky Lucas, Marlene Metz, Michaela Schwinnen und Ulrike Stolze ihre Bilder aus. Zudem sind mehr als 100 Stilleben, Landschaften und Porträts aus dem Tiefdruck-Archiv der Volkshochschule zu sehen. Während der gut besuchten Ausstellungseröffnung führte Marlene Metz vor, wie eine Radierung gedruckt wird. Vor allem die hochwertige Druckerpresse trage zu den ansehnlichen Ergebnissen bei, sagte Ursula Hülsewig: "Ein wunderbares Gerät." Die Ausstellung in der Galerie des Hauses Beda ist noch bis zum 13. April dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr und an Sonntagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet.