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Heilige marschieren ein

JÜNKERATH. Jazz, Swing und ein vokaler Vitaminstoß: Das von der katholischen Erwachsenenbildung organisierte Konzert in Jünkerath bot dem Publikum ungewohnten Hörgenuss. Von unserem Mitarbeiter <br>ANTON SEIBERTS

Für den Ort ungewöhnlich, aber ansprechend war das Konzert mit dem die katholische Erwachsenenbildung die Zuhörer ins Atrium der Jünkerather Graf Salentin Schule lockte: Auf der Bühne standen "Odeon Jazz Quartett & Swinging Voices" und die Musikgruppe der Schule. Bisher war das Publikum bei Konzerten der Erwachsenenbildung eher mit Klassik verwöhnt worden. Die meist älteren Zuhörer ließen sich dennoch von den Profis aus Trier und den Kindern der Jünkerather Schule begeistern.Fünf plus vier gleich acht

Die in unterschiedlicher Zusammensetzung auftretende Formation aus Trier hat ihre eigene mathematische Logik. Gemeinsam mit Sebastian Laverny am Klavier präsentierten "Swinging Voices" (Marc Dostert, Wolfram Winter, Carsten Emmerich, Marc Kugel) bis zu fünfstimmige Chorsätze. Alles zusammen gerechnet hat "Odeon Jazz Quartett & Swinging Voice" acht Mitglieder, der Pianist bildet dabei die Schnittmenge. In Jünkerath trat die Truppe mit zehn Musikern auf - Posaune und Trompete verstärkten die Band.Was die Herren in Schwarz boten, war beschwingter Jazz vom Feinsten, mal instrumental, dann wieder mit Unterstützung des vier- und fünfstimmigen Gesangsensembles. Mit Einfühlungsvermögen und Liebe zum Detail versetzten die "Voices" das Publikum auch in die Zeit des "Frivolen Schlagers" zurück. So war es nicht verwunderlich, dass besonders Klassiker und beliebte Titel der "Travellers" und der "Comedian Harmonists" wie "Veronika der Lenz ist da", "Mein kleiner grüner Kaktus" oder "Mit der Bimmelbahn hinaus auf's Land" vom Publikum gefeiert wurden.Auch wenn die Odeon-Musiker Fred Boden (Schlagzeug), Peter Hertel (Bass), Oleg Berlin (Saxophon), Sebastian Laverny (Klavier) und die musikalische Verstärkung Daisy Becker (Trompete) und Rudi Kasper (Posaune) zu ausgiebigen Soli ausholten, ging das Publikum mit und sparte nicht mit Beifall. Als "Paulchen Panther" durch den Saal schlich, Dave Brubecks "Take five" ertönte oder Glenn Millers Big Band plötzlich ganz nah zu sein schien, waren Stimmen und Instrumentalisten im Atrium der Schule gemeinsam am Werk.Angesichts solch professioneller Vorträge war es schon eine bemerkenswerte Leistung, dass sich die Musikgruppe der Graf Salentin Schule unter Leitung von Hildegard Klaeren mit ihren flotten Songs problem- und nahtlos in das Programm einfügte. So sorgten die Kinder unter Einbeziehung der Zuhörerschaft mit dem "Obstsong" für den notwendigen Vitaminstoß in der beginnenden kalten Jahreszeit. Die Profis im Hintergrund waren sich nicht zu schade, den Nachwuchs instrumental zu unterstützen. Bewundernswert ist, dass sich das mittlerweile bekannte musikalische Engagement an der Graf Salentin Schule als feste Größe etabliert haben, obwohl Hilde Klaeren damit zu kämpfen hat, dass sich nach kurzer Aufbauarbeit ihre "Musikanten" immer wieder von dannen machen, wenn erst einmal das Abschlusszeugnis ausgehändigt ist. Um so schöner war, dass beim Jünkerather Jazz-Song-Meeting auch noch "Ehemalige" mitwirkten.