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Hin und Her hat ein Ende - Bitburger Land strukturiert Verwaltung neu

FOTO: Klaus Kimmling (e_bit )
Bitburg/Kyllburg. Etwa ein Jahr nach der Fusion hat die Verbandsgemeinde Bitburger Land jetzt auch ihre Verwaltung neu sortiert: Viele Abteilungen sind von Kyllburg nach Bitburg gezogen, fast zwei Drittel der Mitarbeiter auch. Das bedeutet für die Bürger und Mitarbeiter Veränderungen. Eileen Blädel

Bitburg/Kyllburg. "Wir schicken jetzt den Bürger nicht hin und her", sagt Rainer Wirtz, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Bitburger Land. Aber die Sache ist die: Hin- und hergeschickt habe man nach der Fusion zu viel an Information - und zwar zwischen den Verwaltungsstandorten Kyllburg und Bitburg. Und das habe schlicht zu Verlusten geführt, sagt Bürgermeister Josef Junk.
Das soll jetzt alles anders werden: Ein gutes Jahr nach der Fusion hat man die Verwaltung auf neue Füße gestellt. In Kyllburg sind Abteilungen geschlossen und nach Bitburg verlegt worden. Andere Angelegenheiten werden künftig in Kyllburg bearbeitet (siehe Extra). "Wir hoffen auf kürzere Wege", sagt Junk. Die Kernbereiche, wie etwa Finanzen oder Personal, "müssen einfach in einem Haus sein. Da gibt es jeden Tag mehrfach Gesprächsbedarf."
Dabei hat man sich auch viele Gedanken gemacht. Zum Beispiel: "Das Sozialamt haben wir nun sinnigerweise zentral in Bitburg", sagt Wirtz und verweist dabei nicht zuletzt auf die aktuelle Flüchtlingsthematik. Der Bereich Bauen ist in Kyllburg angesiedelt: Denn beispielsweise in "Kyllburg oder Malberg laufen auch die großen Programme in der Städtebauförderung.
Das Bürgerbüro bleibt in Kyllburg. "Und wer einfach nur einen Rentenbescheid abgeben möchte, kann das weiterhin tun", erzählt Wirtz.
Wenn man "Synergieeffekte nutzen will - und das ist ja das Ziel der Fusion -, dann brauchen wir auch eine enge räumliche Verzahnung", sagt Wirtz. Die hat man in Bitburg durchaus auch geschaffen: Haben dort zuvor 64 Menschen gearbeitet, so sind es nun 78. "Natürlich ist es hier jetzt enger", sagt Junk. Und in Kyllburg, heute mit zehn statt zuvor 28 Mitarbeitern, sei nun "viel Raum frei". Die Kollegen seien "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" nach Bitburg umgezogen, erzählt Junk.
Heute arbeiten vier Menschen weniger bei der Verwaltung als vor gut einem Jahr: "Wir haben mit Hinblick auf die Fusion einige Stellen schon nicht mehr besetzt", sagt Junk. "Jetzt müssen wir sehen, ob wir mit dem Personal hinkommen - oder ob wir da nachbessern müssen." Bei 72 Gemeinden und knapp 25 000 Einwohnern, für die man verantwortlich sei, müsse man sich schon gut aufstellen.
"Was der Bürger zu erledigen hat, das wollen wir in Kyllburg anbieten", sagt Junk. Und dort aufrechterhalten: "Das haben wir auch vertraglich so festgelegt." Deshalb sollen Einwohnermeldeamt und Standesamt auch weiterhin dort in Anspruch genommen werden können, auch wenn die VG mit Stadt und Kreis in Bitburg ihr gemeinsames Bürgerbüro in Bitburg realisieren will. "Natürlich wissen wir jetzt noch nicht, wie die langfristige Entwicklung sein wird", sagt Josef Junk. "Die Welt verändert sich. Verwaltungen auch." Und das hat die VG Bitburger Land ja gerade bewiesen.Meinung

Der Bürger gibt die Richtung vor
Das Bitburger Land ist in Sachen Fusion ein Vorreiter. Die beiden Alt-Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Kyllburg waren die Einzigen im Eifelkreis, die sich damals trauten. Auch wenn es ein langer Weg war, bis sie mit dem Ja zum freiwilligen Zusammenschluss die Hochzeitsprämie vom Land einstrichen: Die Arbeit ging ja dann erst richtig los. Doch nicht nur der Aufbau der neuen Verwaltungsstruktur zeigt: Das Bitburger Land zieht an einem Strang - vergisst dabei aber nicht, woraus es entstanden ist. Und wem das alles nützen soll: dem Bürger. Und das ist, auch wenn er hier und da etwas länger dauern sollte, ein guter Weg. e.blaedel@volksfreund.deExtra

Noch keine Lösung gefunden haben die Stadt Bitburg, die Verbandsgemeinde Bitburger Land und der Eifelkreis Bitburg-Prüm für ihr gemeinsames Bürgerbüro. Die Verwaltungen wollen sich unter einem Dach zusammentun, um Bürgern Dienste anzubieten. 2004 hatten die Stadt und die damalige VG ein Abkommen unterzeichnet. 2014 holte man die Kreisverwaltung mit ins Boot und legte fest, dass das Bürgerbüro innerhalb der nächsten zwei Jahre umzusetzen sei. Das Projekt soll bis Ende 2016 realisiert werden - wo, ist noch unklar. In der Verwaltungsstelle Kyllburg sind weiterhin ein Bürgerbüro, Einwohnermeldeamt und Standesamt eingerichtet. Ebenfalls in Kyllburg können Dienstleistungen im Bereich Bauen erledigt werden. Darüber hinaus werden andere Anliegen wie Anträge in Kyllburg angenommen und nach Bitburg weitergeleitet, wo sie bearbeitet werden. Ab sofort werden die Feuerwehrangelegenheiten des gesamten Verwaltungsbezirks zentral in Kyllburg bearbeitet. Verbandsgemeindekasse, Finanzen, VG-Werke und Sozialamt sind von Kyllburg zum Verwaltungsstandort Bitburg umgezogen. Die Verwaltungsstelle Kyllburg und das Rathaus der Verbandsgemeindeverwaltung Bitburger Land in Bitburg sind ab sofort unter Telefon 06561/66-0 zu erreichen. eib