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Hochwasserschutz lässt weiter auf sich warten

Blick von der luxemburgischen Seite auf Bollendorf, das an der Sauer liegt und gegen Hochwasser nicht ausreichend geschützt ist. TV-Foto: Uwe Hentschel
Blick von der luxemburgischen Seite auf Bollendorf, das an der Sauer liegt und gegen Hochwasser nicht ausreichend geschützt ist. TV-Foto: Uwe Hentschel
Während die Sauer bei Ralingen mit Hilfe eines jüngst errichteten ökologischen Hochwasserschutzes gezähmt wurde (der TV berichtete), muss sich die Gemeinde Bollendorf im oberen Sauerverlauf noch weiter gedulden. Dort fühlt man sich jedoch nicht nur vom Hochwasser bedroht, sondern von der zuständigen Behörde auch schlecht informiert. Von unserem Mitarbeiter Uwe Hentschel

Bollendorf. 1993 hatte Bollendorf sein Jahrhunderthochwasser. Doch bereits zehn Jahre später wurde die Rekordmarke erneut um weitere sieben Zentimeter nach oben gedrückt. Mit 6,15 Metern wurde 2003 der bislang höchste Pegelstand gemessen. 50 Gebäude waren dabei in Bollendorf betroffen - im Nachbarort Echternacherbrück, der ebenfalls am Grenzfluss Sauer liegt, waren es sogar mehr als 80 Häuser.

Informationen gibt es nur auf Luxemburger Seite



Bereits seit über einem Jahrzehnt wird deshalb an einem entsprechenden Hochwasserschutz gearbeitet, doch auf die Situation vor Ort hatte das bislang keinen Einfluss. Denn der Schutz befindet sich nach wie vor im Zustand der Planung, und was den Stand dieser Planung betrifft, so werden die dazu gehörenden Informationen offenbar nur auf die luxemburgische Uferseite gespült.

"Es gibt keine aktuelle Hochwasserschutz-Maßnahme, sondern ich habe das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, weil ich mich über die Verfahrensweise maßlos geärgert habe", sagte Bollendorfs Ortsbürgermeister Hermann Schmitz in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. So gebe es allem Anschein nach bereits konkrete Planungen, von denen auch die Gemeinde Bollendorf mit einem Teil ihres Grundstückeigentums im Bereich der Brücke betroffen sei, sagte Schmitz. Doch habe er diese Information nicht von der dafür zuständigen Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord erhalten, sondern von Amtskollegen im Nachbarland. Es sei ein Unding, "dass ich über die Dörfer in Luxemburg gehen muss, um zu erfahren, dass es für den Hochwasserschutz in Bollendorf schon sehr konkrete Pläne gibt", fügte der Ortsbürgermeister hinzu und verwies auf eine Auswertung dieser Pläne, die - nachdem, was er auf der anderen Sauerseite erfahren habe - bereits seit April vorläge.

Weder seien die Planungen abgeschlossen, noch gebe es einen neuen Sachstand, teilt hingegen Sandra Hansen-Spurzem von der SGD Nord in Koblenz mit und verweist auf eine mehr als zehn Jahre alte Machbarkeitsstudie, die in Bollendorf bereits vorgestellt worden sei. Diese diene als Grundlage für die derzeit laufende Erstellung einer Projektunterlage, "die einen Hochwasserschutz für Bollendorf genauer untersucht und auch Grundlage für die endgültige Aufnahme in das Hochwasserschutzprogramm des Landes ist", fügt sie hinzu. Ob und wann die Sauer bei Bollendorf in dieses Programm aufgenommen werde, sei demnach noch völlig offen.