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Im Foxtrott zum Christkind

Schon seit Monaten bereiten sich Mitglieder des Bitburger Gewerbevereins auf den Weihnachtsmarkt vor. Ein Großteil der Programmpunkte ist bereits eingetütet. TV-Foto: Uwe Hentschel
Schon seit Monaten bereiten sich Mitglieder des Bitburger Gewerbevereins auf den Weihnachtsmarkt vor. Ein Großteil der Programmpunkte ist bereits eingetütet. TV-Foto: Uwe Hentschel
Nach der grundlegenden Neuausrichtung der Weihnachtsmarkt-Strategie vor zwei Jahren will der Bitburger Gewerbeverein auch in diesem Jahr an dem bewährten Konzept festhalten. Das Programm steht, die Mitglieder sind motiviert, und das einzige, was noch fehlt, ist der Christbaum. Von unserem Mitarbeiter Uwe Hentschel

Bitburg. Der Blick, der sich durch die dicken, schwarzen Ränder der Brille in den vollen Raum bohrt, lässt am Bedeutungsgehalt der damit verbundenen Aussage keinen Zweifel. "Ich möchte nicht, dass wir nachher wieder ein gestörtes Verhältnis zur Uhr haben", sagt Edgar Bujara, Vorsitzender des Gewerbevereins Bitburg. Gestört war das Verhältnis im vergangenen Jahr insofern, dass nicht alle Einzelhändler in der Bitburger Fußgängerzone beim so genannten "Late night shopping", der langen Einkaufsnacht, beim Weihnachtsmarkt mit gemacht hatten.In diesem Jahr soll das anders sein - zumindest legt Bujara großen Wert darauf, und auch die 50 Mitglieder des Gewerbevereins, die sich zur Vorbereitung des diesjährigen Weihnachtsmarkts im "Café Gäßestrepper" versammelt haben, sind sich nach kurzer Aussprache einig, das gemeinsame Ende der langen Einkaufsnacht auf 22 Uhr festzulegen. Und zwar verbindlich für alle.

Veranstaltet werden soll dieser Einkaufsabend direkt zu Beginn des Weihnachtsmarkts am 30. November, an einem Freitag, an dem die Hauptattraktion vor allem ein Barfüßiger sein wird. Den hat der Gewerbeverein bereits unter Vertrag. Der schwedische Schlagersänger "Harpo" kommt nach Bitburg. Der Mann, der grundsätzlich ohne Strumpf- und Schuhwerk auftritt, mit seiner Single "Moviestar" Mitte der 70er Jahr fast ein dreiviertel Jahr in den Charts war und dessen Hit selbst den talentärmsten Alleinunterhaltern zu drei Minuten Ruhm verhilft. Und Harpo ist nicht der einzige, der während des Weihnachtsmarkts für Unterhaltung sorgen soll.

Rund 60 Prozent des Programms seien bereits gebucht, sagt Vorstandsmitglied Hans-Joachim Kurth, und dazu zählten neben Aprés-Ski- und After-School-Partys auch das Drehorgelorchester, die Kreismusikschule, die Grundschule Nord sowie das Christkind, welches zuvor aber noch gewählt werden müsse. Des Weiteren, erklärt Bujara, solle auch in diesem Jahr erneut das am schönsten dekorierte Schaufenster prämiert werden. Und damit die glückselige Stimmung nicht ins Schwanken gerät, sollen auch die Fenster der ungenutzten Geschäftsräume dekoriert werden. Dazu gehört nach Möglichkeit auch ein leeres Ladenlokal im oberen Bereich der Fußgängerzone, von dem keiner so recht weiß, wem es gehört, und in dessen Schaufenster unter anderem noch Plakate der vergangenen beiden Weihnachtsmärkte hängen. Das rote Poster von 2005 und das blaue von 2006.

In diesem Jahr wird das Plakat grün - so grün wie der Tannenbaum, der wieder vor der Post errichtet werden soll, und so grün wie die Hoffnung, jemanden zu finden, der ein entsprechendes Nadelgewächs entbehren kann. Denn hier ist der Gewerbeverein noch auf der Suche und gerne bereit, das Fällen und den Abtransport zu übernehmen. Was den Abbau der Verkaufshütten betrifft, so folgen die Mitglieder des Gewerbevereins einer Anregung von Rudolf Rinnen. Dieser schlägt vor, das Zerlegen der Holzhütten auf die Tage nach Weihnachten zu verlegen, um sich damit zusätzlichen und unnötigen Vorweihnachtsstress vom Hals zu halten.

Schließlich fällt Heiligabend in diesem Jahr auf einen Montag und damit der vierte Advent auf den Sonntag davor. Offiziell soll der Weihnachtsmarkt an diesem Adventssonntag enden. Doch durch den zeitlich nach hinten verlagerten Abbau könnten die Buden bei Bedarf auch am 24. geöffnet haben. Das ist aber nur eine Option - und nicht etwa ein gestörtes Verhältnis zum Kalender.