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Im Namen des Römers

Das St.-Willibrord-Gymnasium vergibt einen neuen Preis: Bürgermeister Joachim Streit überreicht ihn, Florian Willmanns stiftet ihn, Schulleiter Kurt Metrich und der Geschichtslehrer Frank Steins (von links) freuen sich über die Förderung. TV-Foto: Katharina Hammermann
Das St.-Willibrord-Gymnasium vergibt einen neuen Preis: Bürgermeister Joachim Streit überreicht ihn, Florian Willmanns stiftet ihn, Schulleiter Kurt Metrich und der Geschichtslehrer Frank Steins (von links) freuen sich über die Förderung. TV-Foto: Katharina Hammermann
Lucius Ammiatius Gamburio - an diesen berühmten "Bitburger" werden künftig wieder mehr Menschen denken: Denn ein neuer Preis für Abiturienten des St.-Willibrord-Gymnasiums trägt künftig seinen Namen. Der Preis geht an Schüler mit besonderen Verdiensten im Fach Geschichte.

Bitburg. (kah) Vicus Beda anno 198. Die Bewohner des römischen Reiches erfreuen sich eines ungewöhnlichen Wohlstandes und politischer Sicherheit. Auch in dem heute als Eifel bezeichneten Gebiet blühen Kultur und Wissenschaft. Diese glücklichen Umstände manifestieren sich unter anderem darin, dass ein einzelner "Bitburger", Lucius Ammiatius Gamburio, in der Lage ist, 50 000 Denare für Theaterspiele zu stiften. In die Fußstapfen dieses Römers tritt nun Florian Willmanns, Geschäftsführer des Bitburger McDonald's. Er stiftet für einen neuen Geschichts-Preis, der demnächst erstmals am St.-Willibrord-Gymnasium vergeben wird und den Namen des spendablen Römers trägt. Der "Lucius Ammiatius Gamburio-Preis" geht an Abiturienten, die sich im Fach Geschichte ganz besonders hervorgetan haben. Und zwar nicht nur durch ihre große Lernbereitschaft, sondern auch dadurch, dass sie ihren Mitschülern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Erstmals verliehen wird der mit 100 Euro dotierte Preis am 8. März, wenn 144 Abiturienten offiziell ihren Schulabschluss feiern. Die Idee dazu wurde in einem Schulprojekt geboren und von Geschichtslehrer Frank Steins ausgearbeitet. Überreicht werden Urkunde und Geschenke von Bürgermeister Joachim Streit."Wenn Schüler sich für andere engagieren, dann hat das auch etwas mit Mut zu tun. So etwas sollte gefördert werden", sagt der neue Stifter. Er wird dafür sorgen, dass die Finanzierung der neuen Auszeichnung langfristig gesichert ist. Dabei dürfte er deutlich "günstiger wegkommen" als sein römisches Vorbild. Denn 50 000 Denare waren viel Geld. Die Stiftung des Lucius Ammatius Gamburio ist eine der größten für Gallien bekannten. Zeugnis davon legt die Inschrift auf einer Steintafel ab, die heute auf der Bitburger Römermauer zu sehen ist (siehe Foto). Der Zinserlös floss damals in die jährlich am 30. April stattfindenden Theaterspiele und den Unterhalt des Theatergebäudes. Genaues zu dem großzügigen römischen Stifter ist nicht bekannt. Die Vermutung liegt nahe, dass er ein Händler war, womit eine Parallelle zu Willmanns besteht - Hamburger hin, Hamburger her.