| 06:51 Uhr

Straßenbau
In Mötsch wird jetzt so richtig gebaggert

Ran an den Spaten: Vertreter von Kreis, Stadt, Land, Straßenbaubehörde sowie der Baufirma Wadle an der K 43.
Ran an den Spaten: Vertreter von Kreis, Stadt, Land, Straßenbaubehörde sowie der Baufirma Wadle an der K 43. FOTO: Dagmar Schommer / TV
Bitburg . Dieses Dorf wird schöner werden: Der 2,2 Millionen Euro schwere Ausbau der Ortsdurchfahrt beginnt. Von Dagmar Schommer
Dagmar Schommer

Endlich. Heiko Jakobs ist froh, dass es nun losgeht. „Wir planen ja schon fünf Jahre“, sagt der Orts-Chef. Aber Projekte in dieser Größenordnung brauchen eben Zeit. Und bis ins letzte Detail ist auch jetzt noch nicht alles klar. Aber: An der Ortsdurchfahrt, der K 43, rollen die Bagger.

Etwa eineinhalb Jahre wird der Ausbau des 570 Meter langen Stücks Straße brauchen. Die Stadtwerke verlegen in einem Zuge auch neue Leitungen und Kanäle. „Während wir Männer ja glauben, mit 50 Jahren im besten Alter zu sein, gilt das für Straßen und Kanäle auf jeden Fall nicht“, sagt Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein.

Dass die Straße so, wie sie ist, auf Dauer nicht bleiben kann, ist unstrittig. Langwierig war es, das Geld zu sichern – immerhin 2,2 Millionen Euro –, Bauabschnitte festzulegen und zu klären, wie Schulbusse und natürlich auch alle Anlieger während der Bauzeit dorthin kommen, wo sie hin wollen. Die K 43 ist schließlich die Hauptverkehrsader.

Doch es geht um mehr als die Sanierung einer Straße, die mit Buckeln, Dellen und Schlaglöchern eine richtige Rumpelpiste ist. „Wenn erst mal die Straße gemacht wird, ist das auch für viele Grundstückseigentümer der Moment, wo sie ihre Höfe und Grundstücke neu gestalten“, sagt Landrat Joachim Streit. Etwas, das sich mit Blick auf bereits sanierte Straßen in dem Stadtteil bestätigt findet.

Offen ist noch, nach welchem Beitragssystem die Anlieger beteiligt werden. Da stehen Entscheidungen von Ortsbeirat und Stadtrat noch aus. Anders als viele Mötscher könnte sich der Landrat sehr gut vorstellen, wiederkehrende Beiträge einzuführen: „Ich bin ein Fan dieses Modells. Das hat sich bereits in sehr vielen Gemeinden bewährt.“ Ob es in Mötsch kommt, muss sich zeigen.

Fest steht aber bereits was anderes: „Wir werden einen Radweg von Mötsch nach Bitburg entlang der K 43 anlegen“, sagt LBM-Chef Enders. Denn auch die Verlängerung der Mötscher Ortsdurchfahrt gen Bitburg soll saniert werden. Bürgermeister Joachim Kandels baut darauf, dass das Land im nächsten Haushalt auch Geld für das erste Stück der Nord-Ost-Tangente bereitstellt. Das Stück, das beim B 50-Kreisel beginnt – und damit Verkehr aus der Stadt raushalten würde, der dann nicht mehr über die K 43 stadteinwärts brettert.

Schließlich liegt dort auch die Housing, deren Konversion die Stadt in den kommenden Jahren stemmen muss. Dort soll unter anderem auch Platz für ein Neubaugebiet entstehen, das an Mötsch grenzen wird, und größere Mehrfamilienhäuser Richtung Stadt. Da macht sich ein Radweg sicher gut.

Für die Mötscher ist die Hous-ing im Moment vor allem aus einem Grund interessant: Sie wollen sichergehen, dass sie als Anliegergemeinschaft – sollte man sich zu wiederkehrenden Beiträgen entschließen – nicht für den Ausbau der Housing zahlen müssen. Erst wenn die Stadt das mit Brief und Siegel zusichern kann, wird in Mötsch wieder die Debatte über ein neues Beitragsmodell geführt.