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Feuerwehr-Streit
Jetzt soll es ein Feuerwehrdezernent in Bitburg richten

 Damit nicht so viele Jacken ungenutzt im Schrank bleiben: Die Feuerwehr macht Vorschläge, wie sich Wehrleute zurückgewinnen ließen.
Damit nicht so viele Jacken ungenutzt im Schrank bleiben: Die Feuerwehr macht Vorschläge, wie sich Wehrleute zurückgewinnen ließen. FOTO: Uwe Hentschel
Bitburg. Die Wehrführung hat konkrete Ideen, wie sich der Feuerwehr-Streit beilegen lassen könnte. Das Schreiben liegt den Stadtratsfraktionen vor. Von Uwe Hentschel

Wenn der Stadtrat am Donnerstag zur seiner Haushaltssitzung zusammenkommt, wird es unter anderem auch um das Thema Feuerwehr gehen. Der Verwaltung liegt dazu ein Antrag der CDU-Fraktion vor. Darin wird angesichts der seit Monaten angespannten Lage zwischen Feuerwehr und Verwaltung beziehungsweise Verwaltungschef Joachim Kandels vorgeschlagen, den derzeit ehrenamtlichen Posten des Bitburger Wehrleiters durch eine hauptamtliche Stelle zu ersetzen (der TV berichtete). Durch die neue Stelle wolle man versuchen, das Vertrauen wiederherzustellen, begründet die CDU ihren Antrag. Ob dieser Vorschlag eine Mehrheit findet, wird sich heute zeigen. Der Feuerwehr selbst jedenfalls schwebt eine andere Lösung vor, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen.

So hat die Wehrführung vor wenigen Tagen in einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden mitgeteilt, wie aus ihrer Sicht die Einsatzfähigkeit der Wehr wiederhergestellt werden könne. Vorgeschlagen wird die Übertragung des Geschäftsbereichs Feuerwehr vom Bürgermeister auf einen der Beigeordneten.  Dieser solle dann erster Ansprechpartner der Feuerwehr und zudem Vorsitzender des Feuerwehrbeirats sein und als Bindeglied zwischen Feuerwehr, Bürgermeister und Verwaltung dienen. „Dieser Beigeordnete mit eigenem Geschäftsbereich kann und muss im Bereich des Feuerwehrwesens unabhängig und vollverantwortlich agieren“, heißt es dazu seitens der Wehrführung.

Darüber hinaus sieht das Maßnahmenpaket der Feuerwehr auch das „Festlegen von Zielvereinbarungen vor“, um so einen Fahrplan für die Zukunft, die Verteilung der Aufgaben und Kompetenzen sowie die Kommunikationswege klar zu definieren. „Ein funktionierendes Feuerwehrwesen hängt maßgeblich mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Verwaltung zusammen“, so die Wehrführung.  „Wir erwarten, dass hier, angeführt durch den Bürgermeister, eine Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wehr angestrebt werden muss. Dies sollte der Bürgermeister in einer Vollversammlung der Feuerwehr, der Mannschaft glaubhaft vermitteln“, heißt es weiter.

Es gibt aber noch einen weiteren Vorschlag. Und dass gerade dieser äußerst umstritten ist, dessen ist sich auch die Wehrführung bewusst. Um dem „demokratischen Willen der Mannschaft zu folgen“ solle Manfred Burbach erneut als Wehrleiter ernannt werden – das allerdings zunächst auf Basis eines Probejahrs, um „einem gegenseitigen Neuaufbau des Vertrauens eine Chance zu geben“. Unter Burbach, dessen von Bürgermeister Kandels verweigerte Wiederernennung den Konflikt entflammt hat, habe sich die Bitburger Wehr in den vergangenen zehn Jahren maßgeblich erneuert und zu „einer schlagkräftigen Einheit“ entwickelt. Niemand außer Burbach sei in der Lage, den in den vergangenen Wochen durch zahlreiche Entpflichtungsgesuche geschwächten Personalstand auch nur annähernd auf das alte Niveau zurückzuführen, meint die Wehrführung.

„Auch für die Feuerwehr ist dieser Konflikt unerträglich und kräfteraubend“, heißt es abschließend in dem Schreiben an die Fraktionen. Und weiter: „Wir wollen mit Ihnen gemeinsam die Einsatzfähigkeit der Wehr mit den oben beschriebenen Maßnahmen schnellstmöglich wiederherstellen und es nie wieder zu solch einer Situation kommen lassen.“