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Junge Flüchtlinge ziehen ins Wohnheim

Neuerburg. Sieben Jugendliche, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, haben nun vorübergehend in Neuerburg ein neues Zuhause gefunden. Der Caritasverband Westeifel betreut die Minderjährigen im ehemaligen Schwesternwohnheim neben dem Gesundheitszentrum. Christian Moeris

Neuerburg. Unter den Flüchtlingen, die Deutschland täglich erreichen, sind viele elternlose Kinder und Jugendliche. Auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm muss UMAS (Unbegleitete jugendliche Ausländer) , so heißen die Kinder und Jugendlichen im Verwaltungsjargon, unterbringen und betreuen.
Sieben Jungen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, die aus Afghanistan, Syrien, Pakistan und Irak nach Deutschland gekommen sind, hat der Caritasverband Westeifel am Freitag in Neuerburg untergebracht.
Im ehemaligen Schwesternwohnheim neben dem Gesundheitszentrum kümmern sich fortan fünf Erzieher und Pädagogen im Schichtdienst rund um die Uhr um die Jugendlichen. "Wir sorgen nicht nur dafür, dass sie satt und sauber sind", erklärte Andrea Ennen, Stellvertretene Caritasdirektorin. "Sondern wir erstellen für die Einrichtung ein Konzept wie für jede andere Jugendeinrichtung auch."
Zum Programm, das die Jugendlichen in Neuerburg erwartet, gehören neben Sprachkurse auch Freizeitveranstaltungen. "Wir suchen dafür Kontakt mit einheimischen Vereinen und Gruppen. Das soll hier keine Insellösung werden", sagte Ennen.
"Neuerburg ist klein, aber schön", sagte der 17-jährige Syrer Abdullah nach seinem ersten Stadtrundgang am Freitagnachmittag. Dem 17-jährigen Pakistaner Ali gefällt insbesondere, dass er im Schwesternwohnheim sein eigenes Zimmer hat. Denn das sei er von zu Hause nicht gewohnt, sagte er. Zur Begrüßung kamen auch 15 Neuerburger auf eine Tasse Kaffee vorbei.
Die sieben Jungen, sagte Ennen, seien bereits ein paar Monate in Deutschland und von verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen nun nach Neuerburg gebracht worden. Ennen: "Die können nun hier mal zur Ruhe kommen und dürfen hier das Gefühl entwickeln, dass sie angekommen sind." Einige, die wie Abdullah schon ein paar Sätze Deutsch sprechen , sollen eventuell in den nächsten Wochen auch schon die Schule besuchen. Doch Deutschunterricht steht für alle Heimbewohner jetzt jeden Tag von 9 bis 12 Uhr im Programm.
Zur Mittagszeit solle gemeinsam gekocht werden. "Wir möchten sie möglichst schnell zur Selbständigkeit erziehen.", sagte Ennen. Es sei nicht vorgesehen, für die Jugendlichen, die kurz vor der Volljährigkeit stehen, noch Pflegefamilien zu suchen. Neuerburg bleibt also vorerst ihre neue Heimat.