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Stadtentwicklung
Eltern fordern Lösung des Toiletten-Problems an Speicherer Grundschule

Bei den Toiletten in der Speicherer Schule riecht es übel. Einen Austausch der Anlage lehnt der Rat jedoch mehrheitlich ab.
Bei den Toiletten in der Speicherer Schule riecht es übel. Einen Austausch der Anlage lehnt der Rat jedoch mehrheitlich ab. FOTO: TV / Christian Altmayer
Speicher. Die Toiletten in der Speicherer Grundschule müssten dringend saniert werden. Das findet jedenfalls der Elternbeirat. Beschlossen wurde jetzt aber nur eine Sparlösung. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Ein scharfer Geruch sticht in die Nase. Es riecht nach Chemie, nicht nach Urin. Starkes Reinigungsmittel soll wohl den Gestank überdecken, der von den Pissoirs kommt. Gelbe Rinnsale trocknen auf der Keramik. Der Boden sieht nicht besser aus. Er glänzt zwar wie eine Speckschwarte. Doch wer über die Fliesen geht, bleibt mit der Schuhsohle kleben. Am Spiegel hängt ein Kaugummi. Zerknülltes Papier: festgetreten neben dem Mülleimer.

Keine Frage: Die Jungen-Toilette der St.-Marien-Grundschule in Speicher hat bessere Zeiten gesehen. Und die liegen lange zurück. Der Elternbeirat der Schule hält den Zustand der Klos sogar für „unzumutbar“ und fordert von der Verwaltung, den Träger der Einrichtung, die sanitären Anlagen zu sanieren.

„Die Toiletten sind nicht sauber, sie stinken. Unsere Kinder halten ein, damit sie da nicht drauf müssen“, erzählt Schulelternsprecherin Alexandra Mancke im Verbandsgemeinderat Speicher: „Es muss dringend etwas getan werden.“

Auf eine Anfrage der SPD wurde ihr das Wort erteilt. Sie hat einige Eltern zur Unterstützung mitgebracht. Selten war der Zuschauerraum im Speicherer Rathaus so voll. Trotzdem scheinen die Worte der Elternsprecherin nicht die gewünschte Wirkung zu entfalten. Denn eine „Generalsanierung“ der Toiletten, wie die SPD-Fraktion sie vorschlägt, hält Bürgermeister Manfred Rodens (CDU) für übertrieben.

„Es gibt da Schmierereien und es riecht auch nicht angenehm“, gibt der VG-Chef zwar zu, der sich die Toiletten auch angesehen haben will. Aber diese Probleme ließen sich ohne Renovierung lösen. „Die Reinigungsfirma hat nicht ordentlich gearbeitet. Wir werden sie künftig besser kontrollieren“, verspricht Rodens.

Zudem wolle die Verwaltung „technische Lösungen“ für das Geruchsproblem finden, etwa eine neue Belüftungsanlage und eine häufigere Spülung der Toiletten. Bislang läuft durch die Pissoirs nur alle 15 Minuten Wasser. Vielleicht könne noch „die ein oder andere Toilette getauscht, die ein oder andere Wand gestrichen werden. „Es muss klar sein, dass es hier nicht um Luxus gehen darf“, sagt Rodens. Sanitäre Anlagen müssten nur funktionieren und sauber sein. Und die in der Speicherer Grundschule funktionierten ja.

Diese Meinung teilten die meisten Ratsmitglieder. Wohl auch, weil eine Generalsanierung der Klos „weit mehr als 50 000 Euro kosten würde“, wie Katrin Plein von der CDU anmerkt. Und die VG chronisch knapp bei Kasse ist. Also entscheidet sich der Rat gegen eine komplette Instandsetzung der Toiletten und für eine Sparlösung, mit der vor allem die Sozialdemokraten nicht zufrieden sind.

Sie hatten den Antrag zur Sanierung in den VG-Rat eingebracht. „Unsere Kinder sind unser höchstes Gut. Das wird immer wieder behauptet. Und jetzt soll es uns zu viel kosten, sie auf vernünftige Klos zu schicken?“, fragt SPD-Fraktionssprecher Oswald Krummeich. Die Eltern gehen nach der Abstimmung aus dem Saal. Mit dem Nicken haben sie aufgehört. Jetzt schütteln sie den Kopf.