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Wirtschaft
Kleine Bank, solide Basis

Irrel. Die Raiffeisenbank Irrel hat in ihrer Generalversammlung vor 76 Stimmberechtigten die Bilanz 2017 präsentiert. Filialschließungen stehen nicht an. Und Fusion ist für die kleine Bank auch kein Thema.

Während zwei Frankfurter Großbanken, beide einst Aushängeschilder der deutschen Wirtschaft, von heftigen Turbulenzen geschüttelt werden, blicken die Genossenschaftler der kleinen Raiffeisenbank (Raiba) Irrel mit gelassener Zuversicht nach vorne. Dies zeigt sich bei der Generalversammlung im Gemeindehaus Irrel.

Dort standen Lagebericht, Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung aus 2017 auf der Tagesordnung. Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Wilmsen begrüßt neben den stimmberechtigten Mitgliedern auch einige Vertreter der Kommunalpolitik und benachbarter Genossenschaftsbanken. Sein besonderer Dank gilt den 61 Mitarbeitern der Raiba Irrel, die „ihrer Arbeit mit Einsatz, Freundlichkeit und Kompetenz nachgehen“.

Vorstandsmitglied Werner Kemmer erläutert anhand einiger Eckdaten die aktuelle Entwicklung: Steigerung des Eigenkapitals um 36 Prozent, der Mitgliederzuwachs beträgt 24 Prozent. 52 Prozent aller Kunden der Bank sind nunmehr Mitglieder.

Vorstandsmitglied Weiland legt im Anschluss die Vergleichszahlen der Jahre 2014 bis 2017 vor, in denen man sich trotz anhaltender Niedrigzinsphase gut habe behaupten können. Die Kundeneinlagen stiegen in dieser Zeit von 79,6 auf 86,8 Millionen Euro. Die Höhe der vergebenen Darlehen kletterte von 87,3 auf über 100,5 Millionen Euro. Allerdings ist das Kreditgeschäft durch sinkenden Ertrag gekennzeichnet – eine Folge der Zinspolitik.

Negativ ist seit 2014 die Entwicklung beim Warenumsatz, der von 26 auf 19,4 Millionen Euro sank. Zurückgeführt wird das auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft mit sinkendem Anteil von Kleinbetrieben und immer stärkerer Konzentration auf wenige Großbetriebe. Hinzu kommt ein harter Preiswettbewerb im Baustoffhandel.

Das Eigenkapital stieg im Zeitraum seit 2014 von 6,9 auf über 8,4 Millionen Euro. Weiland „Dies ist eine grundlegende Voraussetzung zur Sicherung der Genossenschaft.“

Insgesamt waren die letzten zwei Jahre durch sinkende Erträge gekennzeichnet. Dennoch, so Weiland, bewege sich das bei einem Bruttojahresüberschuss 2017 aus normaler Geschäftstätigkeit von rund 929 000 Euro in einem soliden Rahmen. Der reine Bilanzgewinn beträgt nach Steuern und Rück­lagen rund 197 000 Euro.

Über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung mit einem umfassend positiven Ergebnis berichtet Aufsichtsratsvorsitzender Wilmsen. Den bisherigen Verlauf des Jahres 2018 bezeichnet er als sehr gut. Gegenüber 2017 sei mit einer Steigerung des Jahresergebnisses zu rechnen.

Sein Dank gilt dem Vorstand und allen Mitarbeitern sowie den Aufsichtsratsmitgliedern für ihr ehrenamtliches Engagement. Wilmsen: „Als regionale Bank gilt unser Augenmerk dem persönlichen Kontakt und einem guten Vertrauensverhältnis zum Kunden. Und mit Fleiß und Eifer setzt ihr euch für deren Zufriedenheit ein.“

Bei den turnusmäßigen Neuwahlen werden Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Wilmsen und Aufsichtsratsmitglied Tobias Hankes einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.