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Kleine Modelle, großer Effekt

Vorn die beiden Modelle, dahinter das Bildergebnis und daneben der Mann, der es aufgenommen hat: Der Bitburger Spielzeugfotograf Stephan Garçon lässt mit seinen Miniaturmodellen nahezu realistische Szenen entstehen. TV-Foto: Bettina Barzen
Vorn die beiden Modelle, dahinter das Bildergebnis und daneben der Mann, der es aufgenommen hat: Der Bitburger Spielzeugfotograf Stephan Garçon lässt mit seinen Miniaturmodellen nahezu realistische Szenen entstehen. TV-Foto: Bettina Barzen
Bitburg. Stephan Garçon fotografiert Spielzeugmodelle und setzt sie gekonnt in eine stimmungsvolle Szene. Seine Sammlung besteht aus 2000 Fotos, ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Bitburg. Ein Polizist schaut nachdenklich in den Sonnenuntergang, im Vordergrund ein gelber Jeep, der schon einige Fahrten durch die Wüste hinter sich hat. Auf einem anderen Bild steht eine japanische Manga-Comicfigur auf regennasser Straße vor einem schwarzen Porsche Cayenne.
Die Fotos von Stephan Garçon sehen realistisch aus, aber der Betrachter wird unsicher, ob das alles so stimmen kann. Autos und Figuren scheinen aus einer anderen Welt zu kommen.
"Die Idee, Spielzeug zu fotografieren, kam durch ein Modellauto, das auf meinem Schreibtisch steht. Von Jugend an bis heute habe ich das Spielzeug nicht aus den Händen gelassen", erzählt der 50-Jährige mit einem Lachen.
Zu seiner Sammlung gehören Actionfiguren aus der Film- und Comicwelt. Mittlerweile recherchiert Garçon weltweit nach neuen Modellen. Die besten Figuren mit der größten Auswahl kommen aus Japan und den USA. Mit jeder neuen Figur sind die kleinen Drehbücher schon genau im Kopf.
Früher ist auch mal ein Panzer explodiert, jetzt sind es eher stimmungsvolle, ruhige Bilder, die mit natürlichem Licht und geringer Tiefenschärfe entstehen. Dafür ist er am liebsten auf dem Bitburger Flugplatz unterwegs. "Während ich meine Modelle fotografiere, verliere ich Zeit und Raum", sagt Garçon. Er kann sich gut vorstellen, dass die Bilder Käufer finden. Sein Traum wäre eine Ausstellung in einer Galerie.
Früher war die Fotografie für Garçon nur ein Hobby. Als er 2005 seine erste Ausstellung "Menschenbilder" im Haus Beda zeigte, kamen die ersten Anfragen für Portraits und Hochzeiten. Jetzt arbeitet er als freier Fotograf. Neben den Spielzeugfotos besitzt Garçon ein großes Archiv mit Schwarz-Weiß-Motiven. Denn er hält die Veränderungen der Stadt Bitburg seit seinem 16. Lebensjahr fotografisch fest.
"Wenn ein Haus abgerissen wurde, bin ich sofort hin und habe Fotos gemacht", erinnert sich Garçon, der auch als Kommunalpolitiker tätig ist. Im Jahr 2007 gründete er das Lichtbildner-Kombinat, ein Forum für Fotografen aus der Region: "Gemeinsame Projekte und der Austausch mit anderen Kollegen sind mir sehr wichtig." beba
Infos im Internet:
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