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Ladenöffnungszeiten
Langer Samstag – nicht in Bitburg

Die Geschäfte der Bitburger Innenstadt ziehen viele Einkaufslustige an. Doch an Samstagen schließen viele Läden bereits um die Mittagszeit.
Die Geschäfte der Bitburger Innenstadt ziehen viele Einkaufslustige an. Doch an Samstagen schließen viele Läden bereits um die Mittagszeit. FOTO: Nathalie Hartl / TV
Bitburg. Am Wochenende schließen viele Geschäfte in der Bitburger Fußgängerzone schon um die Mittagszeit. Doch was ist die Ursache dafür? Von Eva Herrig
Eva Herrig

Chefreporter des Trierischen Volksfreunds

Ein sonniger Samstagnachmittag in Bitburg: In der Fußgängerzone sind viele Menschen unterwegs, die einkaufen gehen oder einfach nur durch die Läden bummeln wollen. Bunte Einkaufstüten werden durch die Innenstadt getragen und füllen sich in zahlreichen Geschäften. Dabei gibt es nur ein Problem: Einige der Läden schließen bereits mittags. Manch einer, der an einem Samstag lieber ausschlafen oder in Ruhe frühstücken möchte, ist da zu spät dran. Das schreckt manche Kunden ab: Viele fahren dann lieber direkt nach Trier, wo die Kunden länger willkommen sind und auch noch abends die Taschen füllen können.
In Bitburg gibt es keine einheitliche Regelung der Ladenöffnungszeiten. Einige Geschäfte schließen bereits um 13 Uhr, andere um 16 Uhr. Danach haben nur noch eine Handvoll Läden geöffnet. Am längsten begrüßt ein Lebensmittelmarkt in der Fußgängerzone seine Kunden: Einkaufen ist hier von Montag bis Samstag immer bis 19 Uhr möglich. Die Infografik zeigt, wie viele Geschäfte im Verlauf des Samstags in der Fußgängerzone geöffnet sind: Man kann erkennen, dass ab der Mittagszeit immer mehr Läden schließen.
Doch was ist die Ursache dafür? Martina Kellerbach, Inhaberin des Kleidungsgeschäftes Kakadoo Island erzählt: „Im Sommer haben wir bis 18 Uhr geöffnet, aber in den schwachen Wintermonaten schließen wir schon um 17 Uhr.“ Denn wenn es in der kalten Jahreszeit bereits früh dunkel wird, bleibt die Kundschaft am Abend aus. Treffen einige Kunden erst kurz vor Ladenschluss ein, blieben sie und ihre Kollegin allerdings auch gerne länger im Laden. Auch Margarite Huber, Mitarbeiterin im Modeladen Ragazzi, berichtet: „Unsere Stammkunden wissen, dass wir lange geöffnet haben, und kommen auch noch nach 17 Uhr.“

Eine einheitliche Regelung wünschen sich viele, wie zum Beispiel der Inhaber von Marbach Orthopädie und Schuhtechnik. Sein eigenes Geschäft liegt außerhalb des Kernbereiches der Innenstadt, und für ihn lohnt es sich daher nicht, länger als bis zur Mittagszeit geöffnet zu haben. „Wir schließen am Wochenende schon früh, da die Hauptzeit, in der unsere Kunden zu uns kommen, vormittags ist“, erklärt Jürgen Marbach.

Auch der Gewerbeverein Bitburg hat sich vor einigen Jahren für deckungsgleiche Öffnungszeiten bis 18 Uhr eingesetzt. Die Aktion kam zwar gut an, jedoch hielt das Vorhaben nur ein halbes Jahr. „Besonders für die Einkaufskunden sind verlässliche und gleiche Öffnungszeiten wichtig“, meint das Mitglied Stefan Bohl. Die Meinungen sind geteilt. Bei vielen würden deckungsgleiche Ladenöffnungszeiten bis 18 Uhr an einem Samstag Begeisterung hervorrufen. Jedoch denken einige auch an die Menschen, die hinter der Ladentheke stehen. „Die sollen doch auch ihren verdienten Feierabend bekommen, vor allem wenn sie ehrenamtlich aushelfen“, so eine Passantin in der Bitburger Fußgängerzone. Auch Peter Hein, Mitglied des Gewerbevereins Bitburg, wünscht sich eine einheitliche Kern­öffnungszeit. „Ich habe aber auch Verständnis, dass es bei der Vielfalt an Branchen, die in unserem schönen Bitburg ansässig sind, unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche gibt“, sagt der Inhaber der Kunstecke.

Lohnt es sich wirklich, an einem Samstag in Bitburg bis abends hinter der Ladentheke zu stehen und auf die Kundschaft zu warten? Ein Mitarbeiter eines Modegeschäfts, der nicht namentlich genannt werden möchte, verrät uns: „Eigentlich könnten wir schon um die Mittagszeit schließen, es sind einfach zu wenige potentielle Käufer in der Fußgängerzone unterwegs.“

Das Problem liegt auf der Hand: Zu viele Geschäfte haben bereits geschlossen, die große Kundschaft bleibt deshalb aus und die Läden mit längeren Öffnungszeiten haben wenige Besucher. Ein Teufelskreis.

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