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Land und Deutsche Bahn sollen mit einsteigen

Der Kyllburger Bahnhof soll ein neues Gesicht bekommen: Damit die Züge der neuen Generation in Kyllburg Station machen können, muss bis Ende 2013 der Mittelbahnsteig (links im Bild) verschwinden. TV-Foto: Nina Ebner
Der Kyllburger Bahnhof soll ein neues Gesicht bekommen: Damit die Züge der neuen Generation in Kyllburg Station machen können, muss bis Ende 2013 der Mittelbahnsteig (links im Bild) verschwinden. TV-Foto: Nina Ebner
Die Bahn macht Dampf: Bis Ende 2013 muss der Kyllburger Bahnhof fit gemacht werden, damit die Züge der neuen Generation die Haltestelle überhaupt noch anfahren können. Das millionenschwere Projekt stand angesichts der Finanzschwäche der Stadt Kyllburg lange Zeit auf der Kippe - jetzt aber gibt es Anlass zur Hoffnung. Von unserer Redakteurin Nina Ebner

Kyllburg. "Achtung Gefahr!" verkündet das blaue Schild auf Gleis 2 am Kyllburger Bahnhof. Und ganz ungefährlich ist es in der Tat nicht: Gleis 2 ist nur zu erreichen, wenn die Bahnreisenden die Schienen zu Gleis 1 überqueren. Ein Zustand, der alles andere als optimal ist - genauso wenig wie die Tatsache, dass derzeit keine zwei Züge gleichzeitig in die Station ein- und ausfahren können. Doch all diese und noch viele weitere technische Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Kyllburger Bahnhof künftig nicht vom Schienennetz abgekoppelt wird. "Es ist sonst zu befürchten, dass die Züge hier nicht mehr halten", sagt Wolfgang Krämer, Stadtbürgermeister von Kyllburg.

Schuld daran ist der "Rheinland-Pfalz-Takt", den die Deutsche Bahn (DB) bis spätestens 2015 umsetzen will: Neue, moderne Züge sollen eingesetzt, Verbindungen verbessert und Bahnhöfe sicherer und barrierefrei ausgebaut werden.

Da die DB Rheinland ab Dezember 2013 die Verbindung zwischen Köln und Trier bedient und bereits zu diesem Zeitpunkt auf den Rheinland-Pfalz-Takt umstellen wird, wird in Kyllburg die Zeit knapp für den Bahnhofsumbau (siehe Extra). Zwar wird das Thema bereits seit langem diskutiert, und es wurde auch schon ein Planungsbüro hinzugezogen, das sich auch mit der Attraktivierung des Bahnhofsumfelds befassen soll. Doch das mit mehr als zwei Millionen Euro veranschlagte Projekt war für die Stadt zumindest bislang finanziell einfach nicht zu stemmen. Schon bei den im Haushalt 2010 vorgesehenen Planungskosten in Höhe von 136 000 Euro versagte die Kommunalaufsicht die Kreditgenehmigung, obwohl ein hoher Anteil durch Landesfördermittel gedeckt werden sollte (der TV berichtete).

Inzwischen allerdings gibt es Anlass zur Hoffnung: Aufgrund des Protests zahlreicher rheinland-pfälzischer Gemeinden wollen Bahn und Land offenbar die Kommunen bei der erforderlichen Modernisierung ihrer Bahnhöfe nicht alleine lassen: Für die Stadt Kyllburg bedeutet das, dass sie sich nicht an allen Maßnahmen, die zur Erfüllung der technischen Vorgaben erforderlich sind, beteiligen muss. Lediglich bei dem Ausbau und der Ausstattung des Bahnsteigs 1 auf der Seite des Bahnhofsgeländes sowie dem Rückbau des wegfallenden Mittelbahnsteiges wird sie finanziell miteinbezogen. Die sichere Fußgängerüberführung, der Bau eines neuen, zweiten Bahnsteigs auf der Kyllseite und die Erneuerung der Signalanlagen übernehmen vermutlich die DB beziehungsweise das Land. Auch werden diese wohl einen Anteil der Planungskosten übernehmen. Wie hoch der Kostenanteil ist, der letztlich bei der Stadt verbleibt, steht noch nicht fest - derzeit laufen noch Gespräche im Hintergrund. Stadt-Chef Krämer jedoch ist optimistisch: "Es könnte sein, dass es finanziell eine sehr, sehr günstige Sache für Kyllburg wird!"

EXTRA BAHNHOFSUMBAU



Der Bahnhof in Kyllburg soll zukunftsfähig gemacht werden. Zeitlich dringend sind die Umbaumaßnahmen innerhalb der Verkehrsstation: Die Bahnsteige müssen bis Ende 2013 erhöht werden, um einen barrierefreien Ein- und Ausstieg in die Züge zu ermöglichen. Die Bahnsteiglänge muss an die Länge der Züge angepasst werden. Zudem muss ein Begegnungsverkehr im Bahnhof möglich sein. Der Mittelbahnsteig entfällt, dafür wird auf der Kyllseite ein neuer Bahnsteig entstehen. Die Signalanlagen müssen zudem überarbeitet werden. In einem zweiten, zeitlich nicht ganz so drängenden Schritt soll das Bahnhofsumfeld an die neuen Gegebenheiten angepasst werden: Die Anbindung an die Station soll barrierefrei gestaltet, und es sollen zusätzliche Parkflächen geschaffen werden. Zukunftsmusik, aber eine Überlegung ist in einem dritten Schritt die Schaffung eines Bus-Wendeplatzes hinter dem Supermarkt neben den Gleisen auf der Kyllseite. neb