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Lange auf drei Meter Zukunft gewartet

Die Länge ist nicht entscheidend, wohl aber die fachgerechte Umsetzung des Leidenborner Jahrhundert-Plans. Daran halten sich (von links): Beigeordneter Hermann Schwalen, Polier Erich Gödert, Ratsmitglied Ignaz Hontheim, Unternehmer Wolfgang Weiland, Ortsbürgermeister Werner Roderich, Straßenmeistereichef Herbert Klar, Verbandsgemeinde-Bürgermeister Patrick Schnieder, Werkleiter Rudi Schmitz, Dorferneuerungsexperte Michael Kockelmann und Planer Horst Lenz.Foto: Manfred Reuter
Die Länge ist nicht entscheidend, wohl aber die fachgerechte Umsetzung des Leidenborner Jahrhundert-Plans. Daran halten sich (von links): Beigeordneter Hermann Schwalen, Polier Erich Gödert, Ratsmitglied Ignaz Hontheim, Unternehmer Wolfgang Weiland, Ortsbürgermeister Werner Roderich, Straßenmeistereichef Herbert Klar, Verbandsgemeinde-Bürgermeister Patrick Schnieder, Werkleiter Rudi Schmitz, Dorferneuerungsexperte Michael Kockelmann und Planer Horst Lenz.Foto: Manfred Reuter
LEIDENBORN. Nach jahrelanger Planung sind die Tage nun gezählt, im Herbst hat das Leiden ein Ende: Zur Zeit wird die kaputt gefahrene L 15 in Leidenborn gründlich ausgebaut, zudem gibt es unter anderem neue Versorgungsleitungen, einen Buswendekreis und eine Verkehrsberuhigung. ARRAY(0x23758e8d0)

Ortsbürgermeister Werner Roderich ist guten Mutes. Auf der Baustelle mitten im 200-Einwohner-Dorf rollt der Leidenborner Gemeindechef den Plan, der alle Einzelheiten zur Sanierung des Ortes detailgenau festschreibt, auf. Rund drei Meter misst das Papier, das damit in der Vertikalen sogar noch deutlich länger ausfällt als Verbandsgemeinde-Bürgermeister Patrick Schnieder (2,02 Meter). Allein das will schon was heißen. Immerhin: Seit 1991 beschäftigen sich die Leidenborner Gemeindeväter mit dem Thema Straßenerneuerung und Verkehrsberuhigung. Dass aus den anfänglichen Plänen eine riesige Gemeinschaftsmaßnahme geworden ist, hatten sie damals wahrscheinlich noch nicht geahnt. Kein Wunder, dass Wolfgang Weiland von der ausführenden Firma von einem "Jahrhundert-Projekt" spricht und Verwaltungschef Schnieder schon jetzt feststellt: "Das wird ein schmuckes Dorf." Insgesamt 926 100 Euro werden zur Zeit ins Dorf gesteckt. Dort geht es nämlich nicht nur um den Ausbau der Landesstraße, der mit 294 100 Euro zu Buche schlägt. Auch in die Kreisstraße 153 Richtung Herzfeld wird investiert (150 000 Euro), in den Bau von Gehwegen mit Buswendekreis (55 000 Euro), in das Kanalsystem (354 000 Euro) und ins Wasserversorgungsnetz (73 000 Euro). Zudem werden die Telekom-Leitungen erneuert. Erste Fortschritte sind schon zu erkennen. Am Ortsausgang Richtung Lautzerath sind bereits 300 der insgesamt knapp 1000 Meter langen Strecke fertiggestellt. Auch die Arbeiten an der Fahrbahnverschwenkung, die den Rasern endlich Einhalt gebieten soll, sind fast abgeschlossen. Rund 500 Autos fahen am Tag durch Leidenborn, und nicht alle Fahrer hielten sich bisher an die Vorschriften. "Manche sind mit 95 Stundenkilometern ins Dorf hineingefahren", erinnert sich Bürgermeister Werner Roderich, der seit sechs Jahren die Geschicke der Gemeinde leitet. Er ergänzt: "Da haben wir im Gemeinderat Handlungsbedarf gesehen." Stolz ist Werner Roderich auch auf die Eigenleistungen der Bürger. Zum Beispiel übernehmen die direkten Anwohner die Pflasterarbeiten an den Gehwegen. Ansonsten wird das Bürgersteig-Projekt über wiederkehrende Beiträge finanziert; also so wie beispielsweise in Prüm, wo die Kosten auf alle Einwohner umgelegt werden. Die Leidenborner Pflasterarbeiten hätten normalerweise 13 000 Euro gekostet. So muss die Gemeinde dafür nur noch rund 60 000 Euro berappen. "So ausgiebig diskutiert wie noch nie"

"Es hat noch nie ein Thema im Rat gegeben, das so ausgiebig diskutiert worden ist", betonen Werner Roderich und sein Beigeordneter Hermann Schwalen. Deshalb nehmen beide mit Genugtuung zur Kenntnis, dass es keine Proteste gab. Mit Blick auf das Pflastermaterial stellt Roderich schmunzelnd fest: "Zumindest ist bis jetzt noch niemand gesteinigt worden." Die nächsten Wochen würden endgültig zeigen, wie die Bürger das Projekt annähmen. Verbandsgemeindechef Patrick Schnieder betont gleichzeitig, dass es gut gewesen sei, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, und alles in einer Maßnahme zu sanieren. Schnieder: "Unter dem Strich spart das Geld."