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Marco Weber ist FDP-Bundestagskandidat

Daumen hoch für die FDP: Edmund Geisen, Marco Weber (Vulkaneifel), Günther Eichertz (Bitburg-Prüm) und Dirk Richter (Bernkastel-Wittlich) ziehen optimistisch in die Bundestagswahl. TV-Foto: Dagmar Schommer
Daumen hoch für die FDP: Edmund Geisen, Marco Weber (Vulkaneifel), Günther Eichertz (Bitburg-Prüm) und Dirk Richter (Bernkastel-Wittlich) ziehen optimistisch in die Bundestagswahl. TV-Foto: Dagmar Schommer
Bitburg/Bernkastel-Wittlich. Mit 31 Ja- bei drei Nein-Stimmen hat die Eifeler Parteibasis der FDP bei ihrer Versammlung in Bitburg den 37-jährigen Landwirt Marco Weber aus Lissendorf (Vulkaneifelkreis) zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl gekürt.

Bitburg/Bernkastel-Wittlich. Kleine Runde, großes Thema: Nur knapp 40 Liberale sind zur Mitgliederversammlung der FDP nach Bitburg gekommen. Dabei zählt die Partei im Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem Vulkaneifelkreis zusammen rund 150 Mitglieder. Hinzu kommen noch jene aus dem Altkreis Wittlich, der neben den beiden Eifelkommunen ebenfalls zum Wahlkreis 203 gehört, für den der Direktkandidat für die Bundestagswahl 2013 gekürt werden sollte.
Erste Überraschung: Edmund Geisen aus Daun, der seit 2005 Mitglied des Bundestags ist, tritt nicht mehr an. "Mir macht die Aufgabe in Berlin viel Freude und ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, den Weg zum richtigen Zeitpunkt für Jüngere freizumachen", sagte der 63-Jährige, der im Februar bereits das Amt des FDP-Kreisvorsitzes im Vulkaneifelkreis abgegeben hat. Sein Nachfolger in diesem Amt ist Marco Weber, der 2011 für die Liberalen auch in die Landtagswahl zog und bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung als Direktkandidat für die Bundestagswahl im Gespräch war - wie auch Günther Eichertz, dem Kreisvorsitzenden Bitburg-Prüm.
Zweite Überraschung: In einer Pressemitteilung der Partei stand, dass "voraussichtlich" sowohl Eichertz wie auch Weber kandidieren werden (der TV berichtete). Doch dazu kam es nicht.Landwirte halten zusammen


"Ich stelle mich nicht zur Wahl. Es ist zwar richtig, dass ich von mehreren Mitgliedern darauf angesprochen worden bin, weil sie mich gerne als Direktkandidaten gesehen hätten. So ist mein Name wohl auch auf der Pressemitteilung gelandet. Aber ich bin der Ansicht, dass wir unsere Kräfte bündeln müssen und es heute Abend zu keiner Kampfabstimmung kommen lassen sollten", sagte Eichertz und bat seine Parteifreunde darum, Marco Weber (siehe Extra) zu unterstützen: "Wir sollten uns mit voller Kraft hinter einen Kandidaten stellen, anstatt uns in Personaldiskussionen zu verzetteln."
Damit, dass Eichertz, Landwirt aus Uppershausen, das Feld seinem Berufskollegen aus Lissendorf überlässt, hatte in Bitburg niemand gerechnet. "Ich habe dich als fairen Kollegen kennen- und schätzen gelernt. Dass du auf eine Kandidatur verzichtest, passt zu dir. Ich danke dir für dein Vertrauen", sagte Weber, den die Versammlung mit 31 Ja- bei drei Nein-Stimmen wählte.
Dritte Überraschung: Während beim Bezirksparteitag der FDP im März noch die Wunden nach dem verpassten Einzug in den Landtag geleckt wurden, waren die Liberalen in Bitburg frohen Muts. "Bei der FDP weiß man nie, zu welchen Höhen sie sich aufschwingt, wenn sie am Boden zu liegen scheint. Wir werden auch bei der Bundestagswahl wieder wie Phönix aus der Asche steigen", sagte Dirk Richter, Kreisvorsitzender Bernkastel-Wittlich. So sieht es auch Mitglied Paul Winter aus Malbergweich, der auf sieben bis neun Prozent für die FDP tippt - auch wenn die Partei in Umfragen derzeit bei vier bis fünf Prozent rangiert. schoExtra

Marco Weber ist verheiratet, 37 Jahre alt, Vater zweier Kinder und bewirtschaftet zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder einen landwirtschaftlichen Betrieb in Lissendorf (Verbandsgemeinde Obere Kyll). Der Landwirtschaftsmeister engagiert sich seit fünf Jahren im Bezirksvorstand der FDP und ist seit 2009 Mitglied im Kreistag Vulkaneifel. Er hat im Februar 2012 den Posten des Kreisvorsitzenden von Edmund Geisen übernommen.