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Millionenprojekt in Bitburg
Maroder Annenhof verschwindet: Bitburg bekommt neues Parkhaus

Der Annenhof ist veraltet. Das Parkhaus wird immer maroder. Nun baut die Stadt eine neue Parkanlage an gleicher Stelle.
Der Annenhof ist veraltet. Das Parkhaus wird immer maroder. Nun baut die Stadt eine neue Parkanlage an gleicher Stelle. FOTO: e_bit <e_bit@volksfreund.de>
Bitburg. Das Anlage in der Nähe des Krankenhauses wird wohl 2021 abgerissen. An gleicher Stelle wird ein Neubau errichtet – dieser wird teuer. Von Christian Thome

Für viele Menschen beginnt das Leben erst mit 40 Jahren. Anders stellt sich das beim Parkhaus am Annenhof in Bitburg dar: Dieses rottet seit vielen Jahren vor sich hin und verursacht hohe Kosten um seine Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Nun wird dem ein Ende gesetzt, denn die 1981 eingeweihte Immobilie soll wohl 2021 abgerissen werden. Pünktlich zum 40. Geburtstag wird sie dann durch ein neues, an gleicher Stelle erbautes Parkhaus ersetzt.

Schon seit vielen Jahren ist der Annenhof ein Klotz am Stadtbein. Seit 2010 gab es Verhandlungen über den Verkauf an das Krankenhaus, das zwischenzeitlich selbst ein neues Parkhaus plante. Diese Verhandlungen zerschlugen sich jedoch 2013 – die Stadt blieb auf dem Gebäude sitzen. Der Stadtrat sagte damals: „Jetzt ist Schluss“, entschied sich für den Abriss des Parkhauses und gleichzeitig für einen Neubau. „Eine vollständige Sanierung des bestehenden Gebäudes wäre wirtschaftlich nicht mehr vertretbar gewesen“, sagt Werner Krämer, Pressesprecher der Stadt Bitburg. Lange stand in den Sternen, wo dieser Neubau entstehen soll. Nun, fünf Jahre später, steht auch der Ort für den Neubau fest: Er kommt an die gleiche Stelle. Das hat der Bitburger Stadtrat „nach eingehender Untersuchung verschiedener Standorte“ nun entschieden.

Warum auch nicht? Die Zahlen stimmen. Stimmen heißt in diesem Fall, dass sie nicht exorbitant schlecht sind. Wenngleich der Annenhof im Jahr 2017 etwa 70 000 Euro Verluste einbrachte, ist er damit gegenüber dem Parkhaus in der Neuerburger Straße und der Tiefgarage am ZOB (jeweils etwa 100 000 Euro Minus) das wirtschaftlichste. Auch die Nutzerzahlen stimmen. So waren von den 216 Stellplätzen im Jahr 2017 190 an Dauermieter vergeben. Das Parkhaus profitiert von seiner Lage in der Nähe des Krankenhauses. Das Problem des Annenhofs ist sein Zustand mit bröckelnden Fassaden und rostenden Stahlträgern.

Doch warum ist das Parkhaus marode? Vor 37 Jahren, als das Parkhaus eröffnet wurde, hat man mit großen Betonfertigelementen gearbeitet. An den Stellen, an denen diese aufeinandertreffen, gibt es undichte Stellen, durch die Wasser in die Fugen läuft. Besonders im Winter wird das zum Problem, denn die Autos bringen dieses Salzwasser in das Gebäude. Auch das Salz, das im Parkhaus gestreut wird, frisst sich förmlich bis an die Stahlträger – und macht den Beton instabil. Eine inzwischen veraltete Bauweise, die nun ihren Tribut zollt. „Das würde man heute so nicht mehr bauen“, erklärte der damalige Leiter der Stadtwerke, Rolf Heckemanns, dem TV schon im vergangenen Jahr.

Die Lösung eines Neubaus liegt dementsprechend auf der Hand. Dieser steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Im nächsten Jahr wird der Auftrag europaweit ausgeschrieben. Damit der Bau besonders qualitativ hochwertig wird denkt die Stadt laut Werner Krämer über die Auslobung eines Architektenwettbewerbs nach: „Das ist eine Option, die noch beraten wird.“

Klar ist jedoch bereits, dass sich die Anzahl der Stellplätze, der Flächenbedarf und die verkehrliche Erschließung ändern werden und was der Neubau kosten soll.

Die Stadt hat – vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien – im Investitionsprogramm für die Jahre 2019 und 2020 Planungskosten von 600 000 Euro veranschlagt. Im Geburtstags- und vermutlichen Abrissjahr 2021 sind Baukosten von 800 000 Euro kalkuliert, in ihnen sind die Abrisskosten von 320 000 Euro einberechnet. Das teuerste Jahr wird das Jahr 2022, dort kalkuliert die Stadt mit 2,4 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant, dort sind 800 000 Euro veranschlagt. Macht eine Gesamtsumme von 4,6 Millionen Euro.