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Matzen will hoch hinaus

Bitburg-Matzen. Wie sieht die Zukunft der Bitburger Stadtteile aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich der TV in einer Serie. Auch Matzen hat viele Pläne - vom neuen Buswendeplatz bis zum barrierefreien Friedhof. Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs zeigt uns die künftigen Baustellen - und erzählt, was sonst noch so kommt. Eileen Blädel

Bitburg-Matzen. In Matzen tut sich was. Gerade in der Straße Auf der Held: Dort haben Arbeiter den Gehweg aufgerissen, um Elektrokabel zu verlegen. Bereits vier Haushalte sind an das Wärmenetz einer Biogasanlage im Ort angeschlossen, nach getaner Arbeit werden es sieben sein. Erneut zur Baustelle wird der "Bour" vermutlich im kommenden Jahr. Das erzählt uns der Mann, der sich dafür einsetzt, dass sich was tut in Matzen: Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs.
Der "Bour": einst Viehtränke, heute Buswendeplatz. Das Problem ist: Die Busse schaffen den Dreh nicht in einem Zug und müssen zurücksetzen. "Das dürfen sie aus Sicherheitsgründen nicht ohne Einweiser", sagt Fuchs. Und weil das Bushaltehäuschen sowieso ziemlich marode und der Platz an vielen Stellen durch Wurzeln geschädigt ist, soll dieser nun umgestaltet und dabei der Radius für die Busse vergrößert werden. Ein erster Entwurf sieht vor, dass in der Mitte des Platzes eine größere Aufenthaltsfläche geschaffen wird - "mit Sitzgruppe und, wenn möglich, einer Wasserstelle", sagt Fuchs. Den alten Brunnenschacht, der dem Platz seinen Namen gab, gibt's nämlich noch. Das neue Bushaltehäuschen soll zudem auf die andere Seite verlagert und alles barrierefrei werden.
35 000 Euro nimmt Matzen dafür aus seinem Budget. "Das reicht aber nicht", sagt der Ortsvorsteher. Er rechnet mit Kosten von knapp 100 000 Euro für das ganze Projekt. Der Stadtteil kämpft also noch mit der Finanzierung, aber Fuchs ist optimistisch: "Wir hoffen auf einen Zuschuss, die Gespräche laufen."Immer wieder diskutiert: das Wo


Etwas kleiner, aber nicht weniger wichtig ist das Projekt, das Matzen komplett aus seinem Budget stemmt - mit etwa 10 000 Euro: Der Friedhof - in Etagen angelegt und daher mit einigen Treppenstufen versehen - soll barrierefrei werden.
"Hier sind immer Leute", erzählt Ortsvorsteher Fuchs, "das ist einfach ein Kommunikationsort." Und künftig sollen die Matzener eben noch besser dorthin gelangen. Der Zugang zu Friedhof und auch zur Kirche soll für Rollstuhl- und Rollator-Benutzer behindertengerecht ausgebaut werden.
Dafür werden Anfang 2016 gleich zwei Stellen angepackt: Die maroden Ziegelsteine an der Einsegnungshalle kommen weg, dafür wird dort eine Treppe mit Blockstufen und eine flache Rampe gebaut. Außerdem wird der seitlich am Friedhof entlang führende Schotterweg asphaltiert, damit auch die weiter oben gelegenen Grabstätten besser zugänglich sind.
Dort könnte es künftig auch Rasenurnengräber geben. Der Ortsbeirat habe nun entschieden, die Bestattungsform auch in Matzen einzuführen, erzählt Fuchs. "Wir müssen noch festlegen, wo", sagt er. "Aber Platz haben wir genug."
Der hat woanders lange gefehlt: bei den Bauflächen. "Eine Baustelle gibt's in Matzen zu verkaufen", erzählt Ortsvorsteher Fuchs. "Alle wollen Bauflächen - aber wo?" Über diesen Punkt habe es unterschiedliche Meinungen gegeben.
"Jetzt hat sich der Ortsbeirat auf eine Fläche geeinigt", sagt Fuchs. "Ich hoffe, dass wir die entwickeln können."
Wo die sich befindet, will Fuchs aber noch nicht verraten: Grundstücksangelegenheiten sind ja auch ein heißes Eisen. "Aber allein mit dem Grundsatzbeschluss sind wir jetzt schon einmal weiter", sagt der Ortsvorsteher. "Das ist eine historische Chance für Matzen. Und die werden wir verfolgen."Extra

In Matzen leben 438 Menschen. Der Stadtteil hat in den vergangenen Jahren Einwohner verloren, zuletzt ging die Kurve aber wieder etwas nach oben. 16 Nationalitäten sind in dem Stadtteil vertreten. Größter Verein ist mit etwa 100 Mitgliedern der Karnevalsverein. Weitere Gruppen: DJK Matzen, einziger Sportverein im Ort mit 70 Mitgliedern, die Feuerwehr Matzen mit 25 Wehrleuten, der Spielmannszug mit 25 Aktiven und die Jugendgruppe mit etwa zehn Jugendlichen. Wie sehr sich die Matzener mit ihrem Ortsteil identifizieren, sagt Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs, sehe man auch bei der "Super-Beteiligung" beim Aktionstag oder bei der Dorffoto-Aktion (der TV berichtete). "Darauf bin ich stolz!" Bekannte Treffpunkte sind in Matzen das Dorfgemeinschaftshaus, das Feuerwehrgerätehaus, der Jugendraum (auch "Räumchen") und "der Sonnenhof - zum Frühschoppen", sagt Fuchs. Einen großen Spielplatz gibt es am Gemeindehaus. Der größte Arbeitgeber ist "Kylltaler Sandstein": Je nach Saison arbeiten in dem Unternehmen, das seit mehr als 30 Jahren seinen Sitz in Matzen hat, rund 25 Mitarbeiter. Zu den Besonderheiten des Stadtteils zählt die Landwirtschaft - zumindest war das früher so: "Jedes Haus hat einen Misthaufen gehabt", erzählt Ortsvorsteher Fuchs. Heute gebe es noch drei Bauern mit Vieh und damit "nicht mehr und nicht weniger als anderswo auch. Oder riechen Sie etwas?" eib Was zu lesen gibt es auch auf www.bitburg-matzen.de