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Mehr Einsätze bei immer weniger verfügbaren Kräften

Zwölf Mal rückt die Feuerwehr vergeblich zum Flugplatz aus. TV-Foto: Uwe Hentschel
Zwölf Mal rückt die Feuerwehr vergeblich zum Flugplatz aus. TV-Foto: Uwe Hentschel FOTO: Uwe Hentschel (uhe) ("TV-Upload Hentschel"
Bitburg. Mit 265 Einsätzen (Stand 28. Dezember) hatte die Freiwillige Feuerwehr Bitburg 2015 deutlich mehr Einsätze als in den Vorjahren. Schwere Verkehrsunfälle hat es erfreulicherweise deutlich weniger gegeben. Dafür aber musste die Feuerwehr oft wegen Fehlalarmen ausrücken.

Bitburg. "Wenn wir früher 20 Mann gebraucht haben, mussten wir 50 Leute alarmieren", sagt Manfred Burbach, heute sind wir schon bei 80 Leuten." Die Verfügbarkeit von freiwilligen Helfern habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert, erklärt der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bitburg. "Personal ist unser größtes Problem." Und das nicht nur, weil viele der derzeit rund 185 Feuerwehrmänner und -frauen aufgrund von Ausbildung, Beruf, Familie und Freizeit immer weniger Zeit hätten, sondern auch, weil die Anforderungen immer höher würden.
Bevor beispielsweise bei einem Verkehrsunfall das Fahrzeug mit Spezialwerkzeug geöffnet werde, müsse erst am PC geschaut werden, wo an dem betreffenden Fahrzeug die Leitungen verlaufen, um nicht bei der Rettung im falschen Moment einen Airbag auszulösen.
Schwere Unfälle gab es in diesem Jahr bislang aber vergleichsweise wenig. "Wir hatten nur drei oder vier mit eingeklemmten Personen", sagt Burbach. "Das ist erfreulich." Weniger erfreulich sei allerdings die Zahl der Einsätze, die durch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden. In der Statistik der Feuerwehr tauchen diese so genannten BMA-Einsätze jedes Jahr auf. Oft sind es große Einrichtungen wie das Krankenhaus oder aber die Brauerei, deren Brandmelder irrtümlich einen Einsatz auslösen. In diesem Jahr jedoch ist noch eine Einrichtung hinzugekommen: die Afa-Einrichtung für Flüchtlinge auf dem Bitburger Flugplatz. Allein dort seien zwölf Fehleinsätze ausgelöst worden, sagt der Wehrleiter. Davon mindestens zehn mit Vorsatz. "Für die Motivation der freiwilligen Helfer, die dafür jedes Mal zur Feuerwache rennen und dann zum Einsatz fahren, ist das alles andere als förderlich", so Burbach.
Auch Türöffnen gehört dazu


Doch es gab auch viele Einsätze, bei denen die Feuerwehr dringend benötigt wurde. Und zu den größten zählten in diesem Jahr der Brand im ehemaligen Silo der Brauerei im Februar oder im Januar der schwere Unfall mit einem Gefahrstofftransporter auf der B 51. Besonders häufig, nämlich mehr als 30 Mal, ist die Freiwillige Feuerwehr Bitburg auch zum Türöffnen ausgerückt. Wie Burbach erklärt, handelte es sich dabei oft um Wohnungen von älteren Menschen, die entweder längere Zeit nicht gesehen worden seien oder aber auf Anrufe nicht reagiert hätten. Doch es waren nicht nur Menschen, die die Feuerwehr in diesem Jahr auf Trab gehalten haben, sondern auch Tiere: So gab es allein in den Monaten Juni bis August rund 40 Einsätze, bei denen Wespennester entfernt wurden. uhe