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Gesellschaft
Mehr Geld zum Wohl der Kinder

Kinder und Jugendliche, die Hilfe brauchen, können sich an den Kinderschutzdienst des Caritasverbands Westeifel wenden.
Kinder und Jugendliche, die Hilfe brauchen, können sich an den Kinderschutzdienst des Caritasverbands Westeifel wenden. FOTO: Patrick Pleul
Bitburg. Der Jugendhilfeausschuss erhöht den Etat für den Kinderschutzdienst um 40 000 Euro pro Jahr. Grund sind der erhöhte Bedarf und die Dauer der Beratungen. Von Stefanie Glandien
Stefanie Glandien

Da hoben alle die Hand: Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses des Eifelkreises Bitburg-Prüm haben den Etat für den Kinderschutzdienst um 40 000 Euro pro Jahr erhöht. „Ich glaube, dass das Geld gut angelegt ist“, sagte Michael Billen, der dem Ausschuss vorsitzt.

Vorausgegangen war ein Bericht der beiden Beraterinnen, Heide Schmidtmann und Karin Knötgen. Der Kinderschutzdienst ist eine Anlauf- und Beratungsstelle bei körperlicher und seelischer Misshandlung, sexuellem Missbrauch, Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen. Die Beratungsstelle ist in Trägerschaft des Caritasverbands Westeifel und ist zuständig für den Eifelkreis Bitburg-Prüm und den Vulkaneifelkreis.

In ihrem Bericht machte Heide Schmidtmann deutlich, dass die Zahl und die Dauer der Beratungen gestiegen seien und sich auch der gesetzlich verankerte Anspruch auf eine fachliche  Beratung mit der bisherigen Stellenzahl von 1,5 nicht mehr leisten lasse. Um den Bedarf an Beratungen decken zu können, wurde um die Aufstockung um eine 0,75 Stelle gebeten. Dadurch wäre es möglich, eine dritte Person einzustellen. Die Erhöhung sei nötig, weil der Gesetzgeber mit der Einführung des Bundeskinderschutzgesetzes den Rechtsanspruch für eine fachliche Beratung erweitert habe. Nun können sich auch Personen, die beruflich in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, beraten lassen sagt Heide Schmidtmann.

„Im Landesvergleich haben wir anhaltend hohe Fallzahlen“, sagte sie. Dass die Zahlen in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben seien, spiegele nicht den Bedarf wieder, sondern ihre Kapazitätsgrenzen. Noch mehr Beratungen können sie unter den bisherigen Umständen nicht leisten. So haben die beiden Fachkräfte 2017 in beiden Landkreisen insgesamt 64 kurze Gespräche geführt, 65 Fach- und 65 Langzeitberatungen durchgeführt.

Im April diesen Jahres hatte sich der Kinderschutzverein Eifelkreis aufgelöst (der TV berichtete). Grund für die Auflösung war Personalmangel. Es sei zunehmend schwieriger geworden, Projekte, wie Theaterstücke zur Prävention von Kindesmissbrauch, zu organisieren.

Der Jugendhilfeaussschuss stimmte der Aufstockung auf insgesamt 2,25 Stellen für den Kinderschutzdienst zum 1. Juli 2019 zu. 2018 betrug der Zuschuss rund 85 000 Euro.

Kinderschutzdienst Kontakt: H. Schmidtmann, Eifelkreis Bitburg-Prüm und die VG Obere Kyll, Telefon 06561 9671-0 oder K. Knötgen, Landkreis Vulkaneifel Daun, Telefon 06592 9573-0.