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Millionen für die Innenstadt

Von wegen Parkverbot: Vielleicht gibt es an dieser Stelle in der Poststraße schon bald einige kostenlose Parkplätze. Das jedenfalls ist der Wunsch von Apothekerin Ilse Neumann. TV-Foto: Marek Fritzen
Von wegen Parkverbot: Vielleicht gibt es an dieser Stelle in der Poststraße schon bald einige kostenlose Parkplätze. Das jedenfalls ist der Wunsch von Apothekerin Ilse Neumann. TV-Foto: Marek Fritzen
Bitburg. Mehr Grün in der City, eine Tiefgarage unter dem Bedaplatz oder kostenlose Parkplätze in der Poststraße: Das sind nur drei Vorschläge, die sich Bitburger Bürger für ihre Stadt wünschen. Alles war Thema am Mittwoch bei einem Informationsabend zum Förderprogramm "Aktive Innenstadt Bitburg". Marek Fritzen

Bitburg. Da gibt es etwas, findet Ilse Neumann, das Bitburg großen Städten wie Köln oder Trier voraushat. Sie nennt es "Bitburgs Alleinstellungsmerkmal". Was sie damit meint, erklärt sie so: "Bitburg ist eine Stadt, in der die Leute gerne auf dem kurzen Weg direkt in die Innenstadt kommen - am besten mit dem Auto." In Trier beispielsweise sei das nicht möglich. Daher müsse es in Bitburg umso mehr gefördert werden. Denn, so sagt Ilse Neumann, "die kurzen Wege sind das Alleinstellungsmerkmal einer kleinen Stadt wie Bitburg".
Daher hat Neumann einen Wunsch. Die Einführung der Brötchenparktaste (30 Minuten kostenlos parken) in der Poststraße. "So kämen die Kunden schnell in die Innenstadt zum Bäcker oder in die Apotheke, aber auch das Schuhhaus Braun und das Modehaus Messerich würden sicher von diesen Kurzzeitparkplätzen profitieren." Neumann ist selbst Anliegerin der Hauptstraße. Sie ist Inhaberin der Flora Apotheke.
Um zu erfahren, ob ihr Vorschlag eine Chance auf Umsetzung hat, ist die Apothekerin genau wie 40 andere Bitburger am Mittwochabend im Haus Beda zu Gast. Der Grund: die Informationsveranstaltung zum Projekt "Aktive Stadtzentren - Aktive Innenstadt Bitburg". Mitte 2012 wurde die Stadt Bitburg mit dem Innenstadtgebiet in das Bund-Länder-Programm "Aktive Stadtzentren" aufgenommen. Fördervoraussetzung ist ein städtebauliches Entwicklungskonzept, an dem sich auch die Bürger beteiligen. Teil davon ist eine Befragung der Eigentümer, Bewohner und Gewerbetreibenden. Dafür teilte die Stadt zwischen August und September 2014 knapp 1400 Fragebögen an die Anlieger der Innenstadt aus. 204 davon kamen zurück und konnten ausgewertet werden. Die Ergebnisse wurden nun von Vertretern des zuständigen Planungsbüros ISU im Haus Beda vorgestellt.
Das Thema Parken nimmt dabei einen großen Teil ein: So wünschen sich zahlreiche Bitburger, dass sich auf dem Beda-Platz etwas tut. Als Vorschläge werden unter anderem eine Begrünung des Platzes mit darunter liegender Tiefgarage genannt. Zudem wünschen sich viele Bürger eine Aufwertung der Fußgängerzone - oder eben wie Ilse Neumann, die Einführung des Kurzzeitparkens in der Poststraße. "Alle Vorschläge werden erfasst und auf die Möglichkeit ihrer Umsetzung hin untersucht", erklärt Jörg Meier-Prümm, zuständig für die Stadtkernsanierung in Bitburg. "Wenn wir sehen, dass da eine gute Anregung dabei ist, fließt diese mit in die Untersuchung ein und wird gegebenenfalls berücksichtigt".
Die Stadt selbst hat in den vergangenen Wochen eine Bestandserhebung der Innenstadt in Auftrag gegeben. Diese ist ebenfalls Voraussetzung der Förderung. Bei allen Gebäuden im 18,5 Hektar großen Innenstadtgebiet wurde das äußere Erscheinungsbild betrachtet.
2,1 Millionen schon geflossen


Das Ergebnis: Bei rund 25 Prozent der Gebäude besteht "mittlerer oder hoher baulicher Sanierungsbedarf" an der Bausubstanz. "Die Eigentümer können sich direkt an die Stadtverwaltung wenden, wenn sie ihr Haus sanieren möchten", erklärt Meier-Prümm.
Bei einem Ortstermin mit den Betroffenen wird dann untersucht, was konkret am Gebäude gemacht wird und wie die Förderung genau aussehen kann (siehe Extra Private Förderung).
Seit 2012 liegen Bewilligungsbescheide in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro an Fördergeld für die "Aktive Innenstadt Bitburg" vor. "Erste Maßnahmen in der Realisierung waren der Abbruch des ehemaligen Postgebäudes oder der Ausbau des neuen Spittels", sagt Meier-Prümm.
Die Förderung läuft voraussichtlich noch bis ins Jahr 2024. Bis dahin, so hofft Ilse Neumann, gibt es in der Poststraße auch genügend kostenlose Kurzzeitparkplätze.
Extra

Im Sommer 2012 hat das rheinland-pfälzische Innenministerium die Stadt Bitburg mit dem Gebiet "Innenstadt" (18,5 Hektar groß) in das Programm "Aktive Stadtzentren - Aktive Innenstadt Bitburg" aufgenommen. Fördervoraussetzung ist ein unter Beteiligung der Bürger erstelltes integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, in dem Ziele und Maßnahmen im Fördergebiet dargestellt werden. Bisher sind rund zwei Millionen Euro Fördergelder geflossen. Sie sind unter anderem in den Ausbau des Spittels investiert worden. mfrExtra

Eigentümer im Gebiet, die eine Modernisierung an ihrem Gebäude beabsichtigen, können sich bei Jörg Meier-Prümm (Stadtkernsanierung) melden, Telefon 06561/6001331. Berücksichtigungsfähige Kosten bis 125 000 Euro können zu 20 Prozent gefördert werden. Wird die Sanierung teurer als 125 000 Euro, werden darüber hinaus fünf Prozent gefördert. Der Bericht, in dem auch zu sehen ist, welche Häuser als sanierungsbedürftig eingeschätzt worden sind, liegt ab Mitte Februar für vier Wochen im Rathaus zur Einsicht bereit. mfr