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Mit 30 Stundenkilometern zum Mittelmeer: Eifeler Rentner-Trio tuckert mit einem Traktor nach Mallorca

Zwölf Tage bis Barcelona, von dort geht es weiter mit der Fähre: Mit Traktoren und Wohnwagen machen sich (von links) Peter Hoor, Winfried Schmitz und Wolfgang Schnarrbach auf den Weg nach Mallorca. TV-Foto: Uwe Hentschel
Zwölf Tage bis Barcelona, von dort geht es weiter mit der Fähre: Mit Traktoren und Wohnwagen machen sich (von links) Peter Hoor, Winfried Schmitz und Wolfgang Schnarrbach auf den Weg nach Mallorca. TV-Foto: Uwe Hentschel
Bettingen. Am Montag machen sich drei Männer aus der Eifel auf den Weg. Sie wollen nach Mallorca. Das an sich wäre nichts Ungewöhnliches, würden die drei Rentner die rund 1400 Kilometer bis dorthin nicht auf dem Traktor zurücklegen. Uwe Hentschel

Der alte Deutz hat schon so einige Betriebsstunden auf dem Buckel. Und in den kommenden Wochen werden noch ein paar hundert hinzukommen. Denn der Besitzer des grünen D25 S hat Großes vor. Er will mit seinem mehr als 50 Jahre alten Trecker in den Urlaub fahren.Kein Zweifel, keine Hast


Es ist nicht die erste Reise, die Winfried Schmitz aus Olsdorf mit dem 25-PS-Aggregat vor seinen Beinen antritt. Doch so weit wie diesmal ist er bisher noch nicht unterwegs gewesen. Zumindest nicht mit dem Traktor. Gemeinsam mit den beiden Bettingern Wolfgang Schnarrbach und Peter Hoor plant Schmitz, am kommenden Montag ans Mittelmeer aufzubrechen. 1346 Kilometer sind es von Bettingen bis Barcelona, von wo aus es dann mit der Fähre nach Mallorca geht. Das zumindest ist der Plan.

Und die drei Männer zweifeln nicht mal ansatzweise am Gelingen dieses Plans.
"Wir wollen jeden Tag 200 Kilometer schaffen", sagt Wolfgang Schnarrbach. Auf seinem roten T-Shirt prangt in gelben Buchstaben: "Das R-Team". R steht für Rentner. Und Rentner sollte man schon sein, wenn man mit dem Trecker Richtung Mallorca zieht. Denn sonst geht der gesamte Jahresurlaub allein für die Fahrt drauf. "Am 12. Juni müssen wir in Barcelona sein", sagt Schnarrbach. Dann setzt die gebuchte Fähre rüber. Bei 200 Kilometern pro Tag blieben bis dahin also auch noch ein paar Tage Puffer. Zum Beispiel für den Fall, dass das Wetter mal extrem schlecht sein sollte. "Dann bleiben wir einfach irgendwo stehen", sagt Peter Hoor.

Der 67-Jährige ist der Älteste, fährt den zweiten Trecker und war derjenige, der die Idee zu dieser ganzen Reise hatte. "Ich habe schon vor zehn Jahren gesagt, dass ich irgendwann mal mit dem Traktor nach Mallorca fahren werde", sagt er. "Und das machen wir jetzt."Und dann eine Inselrundfahrt


Am Montagmorgen, um neun Uhr ist Abfahrt. Dann macht sich das Rentner-Trio auf den Weg. Mit zwei Traktoren, die jeweils einen alten Wohnwagen hinter sich herziehen. Schnarrbach sitzt auf dem Rücksitz des alten Deutz. Normerweise haben Trecker ja keinen Rücksitz, aber der von Winfried Schmitz hat nun einen. Eine luftgefederte Eigenkonstruktion.

Wenn die drei in Mallorca sind, will noch ein vierter Kollege hinzustoßen. Und dann machen die vier eine Rundfahrt auf der Insel. Am 1. Juli geht es zurück auf die Fähre nach Barcelona und am 13. Juli will das Rentner-Gespann schließlich wieder in Bettingen ankommen. Mehr als 3000 Kilometer werden die Camper aus der Eifel dann hinter sich haben - bei einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde kommt da einiges an Stunden zusammen.
Für Schmitz ist das kein Problem. "Ich habe früher schon öfter zehn bis 15 Stunden auf dem Traktor gesessen", sagt der ehemalige Landwirt. Die paar Stunden Fahrzeit würden ihm deshalb gar nichts ausmachen.