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Infrastruktur
Mit der Leitung von Dorf zu Dorf

 In Schönecken sind die Tiefbauarbeiten weitgehend abgeschlossen. Ab Anfang Sommer soll dort schnelles Internet verfügbar sein.
In Schönecken sind die Tiefbauarbeiten weitgehend abgeschlossen. Ab Anfang Sommer soll dort schnelles Internet verfügbar sein. FOTO: Uwe Hentschel
BITBURG. Der Breitbandausbau im Eifelkreis schreitet voran. Bis März 2020 sollen alle Orte mit schnellem Internet versorgt sein. Von Uwe Hentschel

Hier und da hakt es mal ein wenig, insgesamt aber sind Günter Gansen und Helmut Berscheid sehr zufrieden. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Gansen. Probleme habe es bislang so gut wie keine gegeben, fügt der Mitarbeiter der Kreisverwaltung hinzu. Und wenn, dann seien diese relativ schnell behoben worden. „Das Ganze läuft geräuschlos“, fasst es sein Kollege Berscheid, Leiter der Abteilung Kreisentwicklung, zusammen. Von Ort zu Ort werden die Glasfaserstränge durch den Eifelkreis gezogen. Spätestens zum Ende des ersten Quartals 2020 sollen alle Kabel verlegt und die Haushalte aller Gemeinden versorgt sein.

Das Projekt, bei dem insgesamt rund 600 Kilometer Glasfaser im Erdreich verschwinden werden, ist im Grunde der dritte Schritt. Mehr als 14 Millionen Euro wurden bereits in den beiden ersten Stufen der Breitbandinitiative des Eifelkreises investiert. Finanziert wurde der Ausbau durch EU, Bund und Land und nicht zuletzt durch den Kreis, der rund ein Drittel der Kosten getragen hat.

Mit dieser Initiative wurde zunächst die Grundversorgung gesichert. Profitiert haben davon vor allem die Gemeinden, in denen der Zugang zum Internet richtig langsam war. In diesen Orten sind jetzt Übertragungsgeschwindigkeiten von 30 bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich.

Zukünftig aber sollen alle Haushalte des Kreisgebiets mit mindestens 50 Mbit/s ausgestattet werden. Um das zu gewährleisten, fließen derzeit weitere 26 Millionen Euro in den Breitbandausbau des Kreises.

Auftrag- und Zuschussgeber ist der Eifelkreis. Für den Ausbau zuständig ist die Telekom, die das gesamte Kreisgebiet in zwei sogenannte Cluster eingeteilt hat. Der Nordcluster umfasst die Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld und der Südcluster den Rest des Eifelkreises. Jedes dieser beiden Cluster besteht wiederum aus sechs Ausbaugebieten, deren Zusammensetzung sich nach den Ortsvorwahlen richtet und in denen zeitversetzt mit dem Ausbau begonnen wird.

Erstes Ausbaugebiet im Norden ist das Ortsnetz Schönecken (06553), wo der Tiefbau weitgehend abgeschlossen ist und jetzt mit der Technik begonnen wird. Im Südcluster sollen in den ersten Ortsnetzen Körperich (06566) und Rodershausen (06524) die Tiefbauarbeiten bis Ende Februar erledigt sein.

Laut Berscheid sollen die Gemeinden in diesen drei Ortsnetzen bis Anfang Sommer am Netz sein.

Zum Ausbaugebiet zwei gehören im Norden die Vorwahlbereiche Prüm (06551) und Büdesheim (06558) sowie im südlichen Eifelkreis Mettendorf (06522) und Oberweis (06527). „Die Planungen sind soweit abgeschlossen, der Tiefbau beginnt im Frühjahr“, erklärt Gansen. Voraussichtlich im Verlauf des Sommers wird dort schnelleres Internet zu Verfügung stehen.

Gleiches gilt auch für das Gebiet Neuerburg (06564), das zum dritten Ausbaugebiet des Südclusters gehört. Im Nordteil zählen zu dieser Ausbaustufe die Vorwahlbereiche Leidenborn (06559) und Pronsfeld (06556). Dort wurde bereits mit dem Tiefbau begonnen, sodass diese Gemeinden wahrscheinlich ebenfalls im Sommer und damit sogar etwas früher als geplant versorgt sein werden.

Als nächstes folgen dann die Orte des Ausbaugebiets vier (06555, 06563, 06567 und 06569), wo derzeit die Planungen laufen. Als Termin für die Vermarktung der Anschlüsse ist November 2019 angepeilt. Zwei Monate später sollen dann die Gemeinden des Ausbaugebiets fünf (06554, 06561, 06562 und 06565) folgen und bis März 2020 schließlich auch die Orte der Vorwahlbereiche 06523, 06525, 06526, 06550 und 06568 versorgt und angeschlossen sein.

Nicht in diesem Gesamtauftrag enthalten sind jedoch Teile von Burbach, die Gemeinden Biersdorf, Neidenbach, Neuheilenbach, Oberweiler und Wiersdorf sowie der Wißmannsdorfer Ortsteil Koosbüsch.

Nach Angaben eines dort aktiven Internetanbieters galten diese Ortschaften bislang als ausreichend versorgt, weshalb sie bei den bisherigen Ausschreibungen zum Breitbandausbau auch nicht berücksichtigt wurden. Inzwischen aber gehören diese Gemeinden zu den am schlechtesten versorgten Dörfern. Bereits 2016 hat der Kreis deshalb einen Förderantrag für diese sieben Gemeinden gestellt.

Nachdem dieser Antrag vorläufig bewilligt wurde und auch die Ausschreibung bereits abgeschlossen wurde, läuft jetzt das Vergabeverfahren. „Wir gehen davon aus, dass die Vergabe noch im ersten Quartal 2019 erfolgen wird“, sagt Berscheid. Verbunden damit sei dann auch der endgültige Förderbescheid.

Wenn nichts dazwischenkomme, so Helmut Berscheid abschließend, könne dann auch in diesen Gemeinden mit dem Ausbau begonnen werden.