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Mit Freude am mittelalterlichen Ambiente

Beim Stadtgardefest konnten die Besucher Kostüme und Kanonen bestaunen.TV-Foto: Elmar Kanz
Beim Stadtgardefest konnten die Besucher Kostüme und Kanonen bestaunen.TV-Foto: Elmar Kanz
Das erste internationale Neuerburger Stadtgardefest vor drei Jahren ist in bester Erinnerung. Nach dem Motto "was gut ist, soll Bestand haben" und anlässlich der 675. Wiederkehr der Stadtrechtsverleihung, starteten die Neuerburger am Wochenende ihr zweites internationales Stadtgardefest.

Neuerburg. (ka) Dass Veranstaltungen vom Kaliber des Neuerburger Stadtgardefestes mit einem musikalischen Paukenschlag beginnen, ist nicht nur schöner Brauch, sondern ein Muss. Beim Freiluft-Konzert am Freitagabend im Stadtpark sorgten die "Dompiraten" für einen gelungenen Festauftakt.Am nächsten Tag indes sah es wegen des Dauerregens zunächst finster aus, doch Petrus hatte ein Einsehen. Unverhoffter Sonnenschein ließ den festlich geschmückten Marktplatz in bunten Farben erstrahlen und erhellte die Gemüter. Die Festbesucher strömten herbei und die Stadtgarde mit Wappen (von Norbert Klinkhammer entworfen), Kanonen, Pistolen und anderem martialischen Gerät rückte an. Als Verein hat sich die Garde die Pflege und Förderung des Brauchtums sowie die Instandhaltung von Wahrzeichen der Stadt Neuerburg und Teilen der historischen Befestigungsanlage auf ihre Fahnen geschrieben. Höhepunkt des mittelalterlichen Spektakels auf dem Marktplatz war das annähernd originalgetreue Zeremoniell der Stadtrechtsverleihung vor 675 Jahren, das die Stadtgardisten inszenierten. "Seid willkommen, hochwohlgeborene Bürgerinnen und Bürger zu Neuerburg, ehrenreiche Ritter, Gaukler, Zunftmeister, Krämer und wackre Schützen", begrüßte Willi Hermes, fürstlich gewandeter Bürgermeister, die Gäste. Er hieß Spielleute und Minnesänger herzlich willkommen, "denn fad wär jedes Fest ohne eure Musici".Nachdem reichs- und kommunalpolitisch alles im Lot war und die Stadtgarde dies mit lauten Böllerschüssen bekundet hatte, ging es zum Festplatz im Stadtpark "auf dass das Volk sein Ergötzen habe". Zu dessen Belustigung trugen bei: der Fanfarenzug Kruchten, die Stadtgarde Hermeskeil, Schwertkämpfer aus Vianden und die Pestgruppe aus Burg Reuland. Für flotte Musik am Abend sorgte die "Rebels Kapelke" aus den Niederlanden.Für den Sonntag war eine Messe im Stadtpark mit dem Männergesangverein Neuerburg angesagt, mit anschließendem Frühschoppen und Mittagessen. Eine Vielzahl unterhaltsamer Höhepunkte sah das Nachmittagsprogramm vor, darunter die Aufführung der Sage "Die letzte Gunst", ein original Hexenprozess, Ritterspiele, Bogenschießen und ein historischer Markt.