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Mit viel Wind zum Bundeswettbewerb

Winfried Karpen freut sich über den ersten Preis beim Landeswettbewerb Jugend forscht. TV-Foto: Bettina Bartzen
Winfried Karpen freut sich über den ersten Preis beim Landeswettbewerb Jugend forscht. TV-Foto: Bettina Bartzen FOTO: Bettina Bartzen
Oberweis. Winfried Karpen fährt im Mai nach Ludwigshafen. Der Landessieger beim Wettbewerb "Jugend forscht" stellt dort seine Messungen in einem selbstgebauten Windkanal erneut vor.

Oberweis. Die Anspannung ist verflogen. Jetzt muss sich Winfried Karpen erst noch an seinen Erfolg gewöhnen. Der Schüler des Eifel-Gymnasiums in Neuerburg erhielt in der Kategorie Physik den ersten Preis beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" in Bitburg. Nun fährt er im Mai zum Bundeswettbewerb nach Ludwigshafen - als einer von 16 Teilnehmern. Sein Projekt, das aus einer Facharbeit zum Abitur entstand, könnte viele Firmen interessieren. Mit einem selbstgebauten Windkanal hat er die Auftriebs- und Widerstandskraft an einem genormten Flügelprofil untersucht. "Ich möchte gerne die Aerodynamik von Windkraftanlagen untersuchen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit leisten", sagt der 18-Jährige. Erste Kontakte zu Windkraftfirmen sind gemacht, um das Projekt weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse könnten Anlagen effizienter und leiser machen.
Aber zunächst wird Winfried Karpen die Langfassung der Projektbeschreibung für den Bundeswettbewerb noch verfeinern. "Die Konkurrenz ist sehr groß. Da muss man erst mal wieder tiefstapeln", sagt Karpen. Bescheiden sein muss er nicht. Denn in Bitburg hat er für seine Arbeit zusätzlich zwei Sonderpreise bekommen.
Nachdem die Anspannung verflogen war, habe er ein Foto mit Moderator Günther Jauch gemacht. "Ich bin überwältigt von den vielen Menschen, die Interesse an meinem Projekt zeigen", sagt Karpen. Nach dem Bundeswettbewerb geht es gleich weiter mit einem Praktikum in Solingen. Im Herbst möchte er ein Maschinenbau-Studium beginnen. Aber erst einmal genießt er seinen Erfolg. bebaExtra

Bau eines Windkanals und experimentelle Untersuchungen: Winfried Karpen hat einen Windkanal gebaut, der professionellen Anforderungen möglichst nahekommt. Die Luft wird mit einem Propeller, der von einem kraftvollen Elektromotor angetrieben wird, durch mehr als tausend Strohhalme angesaugt. Zur simultanen Messung von Auftriebs- und Widerstandskraft zerlegte er zwei digitale Küchenwaagen. Zur Visualisierung des Strömungsbildes benutzt Winfried Karpen eine Nebelmaschine aus der Disco. Die Messungen an Normprofilen zeigen, dass seine Messwerte sich von den professionellen Anlagen kaum unterscheiden. beba