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Kommunalpolitik
Gute Themen statt erhobene Zeigefinger

BIERSDORF. Mitgliederversammlung: Die Grünen im Eifelkreis Bitburg-Prüm bereiten sich so langsam auf die Kommunalwahlen 2019 vor. Bis dahin werden aber zunächst noch Mitglieder gesucht.

Die Erfolge der Grünen bei den beiden vergangenen Landtagswahlen in Bayern und Hessen machen auch in der Eifel Mut. Wolfgang Andre beschäftigt in diesem Zusammenhang allerdings die Frage, „wie man diesen bundesweiten Schwung für die kleinen Gemeinden nutzen kann“. Der Mann aus Lichtenborn vertritt die Grünen im Verbandsgemeinderat Arzfeld. Unterstützt wird er dabei von einer Mitstreiterin aus Lambertsberg. Ansonsten aber ist seine Partei in der VG Arzfeld recht schwach vertreten. „Wir haben ja kaum Leute bei uns“, stellt er fest. „Was können wir da tun?“

Antworten darauf suchen nicht nur er, sondern auch die anderen Grünen, die zur Sitzung des Kreisverbands in den Pavillon am Biersdorfer Stauseeufer gekommen sind. Aktuell zählt der Kreisverband 86 Mitglieder. Bei rund 100 000 Menschen, die sich im Eifelkreis auf 1626 Quadratkilometer verteilen, muss man unter Umständen also weit gehen und viele Menschen treffen, bis man auf einen Gleichgesinnten stößt.

Immerhin aber sind von diesen 86 Grünen gut zwei Dutzend, also mehr als ein Viertel, zum Treffen erschienen. Für eine Mitgliederversammlung einer Partei ist das ein durchaus beachtlicher Wert. Doch es nützt nichts: „Wir brauchen einfach mehr Mitglieder“, resümiert auch die Kreisvorsitzende Ulrike Höfken.

Benötigt werden diese nicht nur, um den Kreisverband in seiner Arbeit zu unterstützen, sondern auch mit Blick auf die kommenden Kommunalwahlen.

Schließlich gibt es zahlreiche Listen, die mit Kandidaten gefüllt werden müssen. Wenn die Kreisgrünen also von den bundesweiten Umfragewerten in irgendeiner Form profitieren wollen, brauchen sie nicht nur Wähler, sondern auch Menschen, die gewählt werden wollen. Und sie brauchen Themen, womit sie Wähler und potenzielle Mitglieder gleichermaßen begeistern können.

Dass Letzteres ein mühsames Geschäft sein kann, wissen einige Mitglieder aus Erfahrung. Berichtet wird von Stammtischen mit interessanten Themen, zu denen kaum jemand gekommen sei. Wobei es aber durchaus auch Veranstaltungen gebe, die erfolgreich seien, wie Höfken erklärt. Sie nennt als Beispiele die Diskussionsrunde über Klimaschutz und Energiewende vor zwei Wochen in Bitburg oder aber die Diskussionsveranstaltung zum Thema Glyphosat wenige Wochen zuvor in Bleialf. In beiden Fällen waren unter den Diskussionsteilnehmern auch Nicht-Grüne beziehungsweise Vertreter anderer Parteien oder Interessensverbände.

Die Veranstaltung in Bleialf wurde von Christine Kohl, ebenfalls Mitglied des Prümer VG-Rats, organisiert und geleitet. Problematisch sei die Größe des Kreises, weswegen es schwierig sei, Menschen aus dem Südkreis zu Veranstaltungen im Norden zu locken und umgekehrt, sagt Kohl.

Grundsätzlich aber seien solche Angebote der richtige Weg, meint auch sie. Es sei besser, mit guten Themen und Ideen auf die Leute zuzugehen als mit dem erhobenen grünen Zeigefinger.