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Bauarbeiten in der Fußgängerzone
Morgens auf, abends zu: Das Rätsel um die Gräben in der Bitburger Fußgängerzone

Da sind sie gerade offen: Warum werden auf der Baustelle in der Bitburger Fußgängerzone immer wieder Löcher gegraben, die abends wieder zugeschüttet werden?
Da sind sie gerade offen: Warum werden auf der Baustelle in der Bitburger Fußgängerzone immer wieder Löcher gegraben, die abends wieder zugeschüttet werden? FOTO: TV / Christian Thome
Bitburg. Die Bauweise in der Bitburger Hauptstraße sorgt für Verwunderung. Ein Teil der Arbeiten wird bald fertig, ein anderer im Frühjahr. Gute Neuigkeiten gibt es bei den Kosten. Von Christian Thome

Der Arbeitstag der Bauarbeiter, die sich momentan mit der Bitburger Fußgängerzone befassen, beginnt oft gleich. Zuerst wird ein Loch gebuddelt. Und der Tag endet auch oft identisch: mit dem Zuschütten jener Öffnung. Für Laien scheint diese Art der Arbeit sehr umständlich, denn wieso sollten Bauarbeiter einen Graben ausheben, den sie wenige Stunden später wieder schließen? Ist diese Arbeitsweise Zufall oder Konzept?

Das Graben und Schließen der Löcher sei „gängige Praxis im Straßenbau“, erklärt der Pressesprecher der Stadt Bitburg, Werner Krämer. Außerdem sei diese Bauweise die mit den wenigsten Einschränkungen für Fußgänger und Gewerbetreibende. Das bedeutet im Klartext: Wenn es abends keine Gruben gibt, kann auch keiner hineinfallen. Das ist wichtig, denn die temporären Gräben befinden sich vor den Schaufenstern einiger Geschäfte. Und: Durch das Ausgraben und Zuschütten entstünden keine Mehrkosten, wie Werner Krämer deutlich macht. Warum die Gräben immer wieder geschlossen werden ist damit geklärt. Doch wieso werden sie benötigt? Woran wird momentan in der Fußgängerzone gearbeitet? „Es müssen viele Versorgungsleitungen neu verlegt werden, die nicht alle in einen Graben passen oder auch entsprechenden Abstand zueinander brauchen“, sagt Werner Krämer dazu.

Die Stadt schlägt in der Fußgängerzone mehrere Fliegen mit einer Klappe und verlegt neben der Hauptwasserleitung auch die Leitungen für die Wasser-Hausanschlüsse, Glasfaser für schnelles Internet, Stromanschlüsse für Lampen, Beschallung und Effektbeleuchtung und Leitungen für Versorgungsträger wie Kabel Deutschland. In den Löchern geschieht also einiges, das bei Anbruch der Nacht wieder unter der Erde versinkt.

Die Bauarbeiten gehen insgesamt gut voran. Die Hauptstraße soll laut Werner Krämer noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Auch die Archäologen des Landesmuseums Trier (der TV berichtete) suchen weiter vor dem Bereich Casa L nach Relikten aus vergangener Zeit.

Diese Nachforschungen sollen ebenfalls bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. Besonders ins Auge der Passanten fällt die Baustelle am Petersplatz. Diese Arbeiten hatten im September begonnen. Dort wird momentan an den Ausstattungen wie zum Beispiel dem Gäßestrepper-Brunnen, der Sitzbank und der Lesevilla gearbeitet.

Der Ort für die Bitburger Bücherwürmer wird modernisiert. Die bisher genutzte lila Telefonzelle wurde für die Bauarbeiten vom Platz entfernt und steht momentan übergangsweise beim Rathaus. Auf dem Petersplatz soll ein moderner Bücherschrank entstehen. Voraussichtlich im April 2019 werden diese Arbeiten abgeschlossen und der neue Platz nutzbar sein. Den gleichen Zeitraum nennt Werner Krämer auch für die gegenüberliegende Schakengasse.

Manchmal – besonders bei den Kosten für öffentliche Baustellen – sind keine Neuigkeiten gute Neuigkeiten. Wenn Werner Krämer sagt, dass sich daran „bis jetzt nichts geändert“ habe, dann heißt das schlichtweg, dass die Stadt bei den Kosten im Plan liegt. Die Kalkulation ging für den Bauabschnitt IV von 1 351 976, 16 Euro aus. 285 838,08 Euro der Kosten enstpringen aus Förderungen durch Bundes- und Landesmittel, 525 067,45 Euro stemmen die Anlieger. Die Stadt ist mit 541 070,63 Euro mit im Boot.

Da bei den Kosten für diesen Bauabschnitt auch die oben beschriebene Ausstattung des Petersplatzes mit inbegriffen ist, liegt der Schluss nahe, dass diese auf den Bürger umgelegt wird. Das ist jedoch nicht der Fall, wie Werner Krämer klarstellt: „Es muss erwähnt werden, dass die Ausstattung des Petersplatzes nicht in Form von Beiträgen auf die Anlieger umgelegt wird.“

Diese Kosten werden lediglich aus den anderen Quellen geschöpft. Bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Bitburger ihre neue Fußgängerzone und den neu gestalteten Petersplatz nutzen können, werden die Löcher jedoch wohl noch das eine oder andere Mal gegraben und zugeschüttet werden.