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Nach 16 Jahren was Neues in Trier

Stephan Schmitz-Wenzel. TV-Foto: Katharina Hammermann
Stephan Schmitz-Wenzel. TV-Foto: Katharina Hammermann
Bitburg. Sein Name ist vielen aus der Zeitung bekannt. Denn jahrelang war Stephan Schmitz-Wenzel ein wichtiger Ansprechpartner der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. Heute verlässt der Geschäftsbereichsleiter den Kreis, um in Trier einen ähnlichen Posten anzunehmen.

Bitburg. In seinem nüchtern eingerichteten Büro fällt die goldverzierte Porzellankatze auf wie ein bunter Hund. Das japanische Glückstier scheint zum Abschied zu winken, und auch sein Besitzer dürfte heute viele vertraute Hände ein vorerst letztes Mal schütteln. Stephan Schmitz-Wenzel verlässt die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm.
Statt auf die Trierer Straße wird er künftig auf den Trierer Palastgarten schauen, denn er wechselt zur (kur)fürstlich residierenden Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Als Grund gibt der Trierer an, dass er dann zum einen nicht mehr so weit fahren muss und zum anderen mal etwas Neues machen kann.
16 Jahre lang war der Jurist in Bitburg als Geschäftsbereichsleiter tätig. Zuletzt für die Themenbereiche Jugend und Soziales, Finanzen und Gesundheit. 16 Jahre, in denen viel passiert ist. Und immer dann, wenn die Ereignisse dramatisch waren, tauchte Schmitz-Wenzel als Überbringer schlechter Botschaften in den Medien auf.
Dabei arbeitet der 46-Jährige normalerweise eher im Hintergrund. Er hat geplant, zum Beispiel wie es mit den Kitaplätzen und der Schulsozialarbeit weitergehen soll, an Konzepten zur Integration Behinderter mitgearbeitet oder untersucht, wie viele Heimplätze für Senioren im Kreis benötigt werden. Mit Einzelfällen hatte er dann zu tun, wenn es Probleme gab.
So wie damals, als ein mit Pflanzenschutzmittel beladener Laster bei Olzheim verunglückte - die für Schmitz-Wenzel schwierigste Situation seiner Amtszeit. Denn er war als Chef der Unteren Wasserbehörde dafür verantwortlich, dass möglichst wenig der "bestialisch stinkenden" Flüssigkeit in Bäche und Flüsse gelangt. Die Menschen der umliegenden Orte sorgten sich um ihre Gesundheit. "Da herrschte Katastrophenstimmung", sagt er.
Sehr belastend waren für ihn auch die schweren Kindesmisshandlungen, über die er die Öffentlichkeit als zuständiger Geschäftsbereichsleiter in den vergangenen Jahren immer wieder informieren musste. "Wenn man die Kinder sieht und genau weiß, was passiert ist, fragt man sich immer wieder: Wie kann das sein?"
Doch wird er auch schöne Erinnerungen mit nach Trier nehmen, wo er sich schon bald um die Themenbereiche Bauen, Umwelt, Verkehr und Veterinärwesen kümmert. Als besonderen Erfolg wertet er, dass der Eifelkreis und Trier sich 2009 darauf geeinigt haben, bei der Trinkwasserversorgung zusammenzuarbeiten. Eine Kooperation, die Schmitz-Wenzel mit vorbereitet hat. Auch Erinnerungen an seine schöne Zeit mit den Kollegen wird er mitnehmen. Ebenso wie die winkende Katze. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch offen. kah