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Nach Protesten: Vierte B51-Spur bei Bitburg soll bleiben

FOTO: Uwe Hentschel
Bitburg. Der vom Landesbetrieb Mobilität angekündigte Rückbau des vierspurigen B51-Abschnitts in Höhe der Stedemer Senke ist in der Bevölkerung auf heftigen Widerstand gestoßen (der TV berichtete). Seitens der Behörde gibt es nun Pläne, den Abschnitt auch weiterhin vierspurig zu lassen. Dafür müsste die Straße jedoch verbreitert werden. Uwe Hentschel

Dass die Fahrbahn Spurrillen und Wellen hat, das ist bekannt. Dass die Beseitigung dieser Mängel aber derart hohe Wellen schlägt, damit hatte Helmut Bell vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein nicht gerechnet. "Die Reaktionen waren schon heftig", sagt er und bezieht sich damit auf den B51-Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Flugplatz Bitburg und Esslingen (Stedemer Senke).

36 Zentimeter Abstand

Auf diesem rund einen Kilometer langen Teilstück ist die Bundesstraße vierspurig. Und eigentlich war der Plan des LBM, im Zuge der ohnehin vorgesehenen Sanierung diesen Abschnitt auf drei Spuren zurückzubauen. Laut Straßenbauverwaltung sollte damit eine einheitliche Streckencharakteristik erreicht werden. Denn die Stedemer Senke ist zwischen Trier und Bitburg das einzige Teilstück dieser Art. Zwar ist auch der Abschnitt zwischen dem Flugplatz und dem Anschluss Bitburg-Süd/Masholder vierspurig.

Doch ist dort die zusätzliche Spur in Richtung Trier, eine so genannte Verflechtungsspur, zwischen der Auffahrt Masholder und der Abfahrt Flugplatz. Zudem trennt dort eine Mittelleitplanke die beiden Fahrtrichtungen.
Und weil eine solche bauliche Abgrenzung in der Stedemer Senke fehlt und die Gegenspuren dort nur durch einen 36 Zentimeter breiten Doppelstrich getrennt werden, sollte eine der beiden Spuren in Richtung Bitburg wieder verschwinden, um so den Abstand auf einen Meter zu verbreitern. Wodurch auch die Verkehrssicherheit erhöht worden wäre. Das war der Plan - der aber bei den Fahrern auf der Bundesstraße so gar nicht gut ankam. Denn auf die vier Spuren wollen viele Autofahrer nur ungern verzichten, weshalb der LBM inzwischen an Plan B arbeitet. "Das wird zwar noch geprüft", sagt Bell, "aber es kann gut sein, dass der Abschnitt nun doch vierspurig bleibt."

Dafür müsste die Straße allerdings verbreitert werden, fügt er hinzu. Denn an einem größeren Abstand zwischen den Gegenspuren führe kein Weg dran vorbei. Ursprünglich waren für die Sanierung des Teilstücks zwischen Meilbrück und Flugplatz inklusive Rückbau der vierten Spur sowie einer Änderung an der Anschlussstelle Esslingen eine Million Euro veranschlagt. Doch wie Bell erklärt, würde es beim Erhalt der vierten Spur und der dafür notwendigen Verbreiterung der Straße nun deutlich teurer. Um wie viel, das könne man derzeit noch nicht abschätzen, so der LBM-Mitarbeiter.

Gleiches gelte auch für den Zeitplan des zunächst für 2016 geplanten Vorhabens. "Das dauert Jahre, bis wir soweit sind", sagt Bell. Denn die Straßenverbreiterung sei nun mal ein Eingriff in die Natur, weshalb auch Aspekte wie Artenschutz berücksichtigt werden müssten. Um aber auch bis dahin die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, würden die schadhaften Stellen der Fahrbahn vorher noch einmal ausgebessert.

Extra Pläne
Im aktuellen Haushalt des LBM sind 8,5 Millionen Euro für Baumaßnahmen an der B51 eingeplant. Das größte Projekt ist aber nicht der nun verschobene Abschnitt zwischen Bitburg und Meilbrück, sondern der sieben Millionen Euro teure zweite Bauabschnitt des B51-Ausbaus zwischen Olzheim und Brühlborn. Weitere geplante Bundesstraßenprojekte sind der B50-Kreisverkehr bei Bitburg-Stahl (650 000 Euro), der B410-Abschnitt am Prümer Hahnplatz (600 000 Euro) und die B410-Ortsdurchfahrt Irrhausen (650 000 Euro). uhe