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Forstwirtschaft
Ein Schild sagt mehr als 1000 Bäume

Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes ist im Sinne vieler. Dazu gehören auch (von links) Kurt Rings (Waldbauverein),  Lara Kuppel (PEFC),  Martin Lotze (Forstamt), Jörn Michael Volk (Eifel Wald und Holz Management GmbH), Hans-Josef Becker (Waldbauverein), Alfred Hauer (Waldbesitzer) und Günter Weber (Waldbesitzer).
Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes ist im Sinne vieler. Dazu gehören auch (von links) Kurt Rings (Waldbauverein), Lara Kuppel (PEFC), Martin Lotze (Forstamt), Jörn Michael Volk (Eifel Wald und Holz Management GmbH), Hans-Josef Becker (Waldbauverein), Alfred Hauer (Waldbesitzer) und Günter Weber (Waldbesitzer). FOTO: Uwe Hentschel
NIEDERWEILER. Lange galt die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den weltweit gültigen PEFC-Standards aufgrund der damit verbundenen Auflagen für Forstbesitzer eher als zusätzliche Belastung. Das jedoch hat sich inzwischen geändert. Von Uwe Hentschel

Angesichts der Tatsache, dass deutschlandweit bereits 7,3 Millionen Hektar und in Rheinland-Pfalz sogar mehr als 70 Prozent des Waldes als PEFC-zertifiziert gelten, ist die Veranstaltung in dem Waldstück bei Niederweiler eher als symbolischer Akt zu sehen. Und doch gibt es einen Grund, warum ausgerechnet dieser Wald ausgesucht wurde. Dort sind nämlich viele Menschen unterwegs. Und zwar nicht nur Spaziergänger, Wanderer und Mountainbiker, sondern auch Menschen, die andere auf ihrem Weg zu ihrer letzten Ruhe begleiten möchten.

Vor acht Jahren wurde in diesem Forstgebiet der kreisweit erste Begräbniswald eröffnet. Mittlerweile wurden zwischen den Wurzeln weit über 1000 Urnen beigesetzt. Wenn man also die Aufmerksamkeit auf etwas lenken möchte und dafür möglichst viele Bäume benötigt, dann ist der Wald westlich von Niederweiler mit Sicherheit nicht die schlechteste Wahl.

„Wir haben bewusst diese Stelle ausgesucht, weil wir denken, dass das mit dem Begräbniswald ganz gut kombiniert ist“, sagt Martin Lotze. Der Förster ist zuständig für die Betreuung der Privatwälder im Bereich Bitburg-West, zu dem auch die Waldgrundstücke der Gemarkung Niederweiler gehören. Und dort sollen an diesem Tag PEFC-Wald-Schilder an Waldbesitzer aus der Ortsgemeinde übereicht werden. „Dieser Wald ist anderes“, steht auf den Schildern, mit denen die Waldbesucher auf die naturnahe Bewirtschaftung der Bäume hingewiesen werden sollen.

Um sicherzugehen, dass das, worauf die Schilder hinweisen, auch tatsächlich eingehalten wird, sorgt der PEFC-Verband für Kontrollen „Pro Jahr werden rund 40 Prozent der Fläche stichprobenartig begutachtet“, erklärt Lara Ruppel, die als PEFC-Regionalassistentin für den Bereich Rheinland-Pfalz/Saarland zuständig ist. „Und wir beleuchten dabei nicht nur die Waldbewirtschaftung, sondern natürlich den gesamten Produktionsprozess“, fügt sie hinzu.

„Ohne Kontrolle wäre das Zertifikat auch nutzlos“, sagt Förster Lotze. Wenngleich viele Waldbesitzer in der Eifel den Kriterien auch ohne Zertifikat gerecht würden. „Sie sorgen im eigenen Interesse dafür, dass ihre Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden“, so Lotze.

„Bis vor wenigen Jahren wurde ein solches Zertifikat nach außen hin immer als eine Art Belastung gesehen“, meint dazu Kurt Rings, Vorsitzender des Waldbauvereins Bitburg. Schließlich seien mit dem Zertifikat auch hohe Standards und Auflagen verbunden (siehe Infobox). „Inzwischen ist es aber so, dass man für PEFC-zertifizierte Bäume auch mehr Geld von den Sägewerken erhält“, fügt Rings hinzu.

Auch der Waldbauverein ist PEFC-zertifiziert und wurde bereits vom Verband auf die Einhaltung der Kriterien hin überprüft. Wie der Vorsitzende einräumt, seien dabei ein paar Missstände erfasst worden, die man dann aber auch umgehend behoben habe. „Wir nehmen es mit der Zertifizierung sehr ernst“, betont Rings. So sei beispielsweise vor zwei Jahren ein Forstbesitzer aus dem Waldbauverein ausgeschlossen worden, weil er sich partout geweigert habe, die PEFC-Kriterien einzuhalten.