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Barrierefreiheit
Naturpark in der Südeifel wird für alle erlebbar

 Ein Schwerpunkt der Arbeit des Naturparks Südeifel wird die Erweiterung barrierefreier Angebote sein.
Ein Schwerpunkt der Arbeit des Naturparks Südeifel wird die Erweiterung barrierefreier Angebote sein. FOTO: Rheinland Pfalz Tourismus GmbH / Dominik Ketz
Bitburg-Prüm. Der Naturpark Südeifel setzt in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf Barrierefreiheit. Außerdem geplant: eine Erlebniskarte mit regionalen Besonderheiten und Bildungsangebote für Kinder. Von Stefanie Glandien
Stefanie Glandien

Der Naturpark Südeifel erfreut sich großer Bekanntheit und Beliebtheit. Das hat jedenfalls eine Erhebung  der Werbeagentur „markenmut“ ergeben, die 105 Menschen in der Eifel gefragt hat, ob sie den Naturpark Südeifel kennen. 96 sagten „Ja“. Und nicht nur das: „Die Bedeutung des Naturparks Südeifel ist für die Menschen in der Eifel sehr wichtig und wird sehr positiv bewertet“, sagt Bernd Neisen, Vorstand von markenmut. Er präsentierte bei der Sitzung des Zweckverbands Naturpark Südeifel in der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm unter anderem ein Kommunikationskonzept für den Naturpark für die kommenden Jahre.

Das Handlungsprogramm, das sich die Verantwortlichen des Zweckverbands für 2019 vorgenommen haben, ist jedenfalls beachtlich. Schon im vergangenen Jahr wurde jede Menge umgesetzt und angestoßen, wie etwa 76 lokale Rundwanderwege mit insgesamt 778 Kilometern Länge.

Die gilt es nun über die Jahre in Schuss zu halten. Die Qualitätssicherung sei sehr wichtig, sagt Daniela Torgau, Geschäftsführerin  des Zweckverbands Naturpark Südeifel. „Alle drei Jahre soll jede Route kontrolliert werden. Denn das Schlechte bleibt eher im Gedächtnis als das Gute.“

Aber auch Schadensbewältigung war nach den Unwettern im Juni des vergangenen Jahres ein großes Thema. So wurden allein in der Verbandsgemeinde Arzfeld zehn Wanderbrücken beschädigt oder zum Teil auch weggerissen – ein Schaden von insgesamt 157 000 Euro. Auch der Wandertag am Stausee Bitburg fiel im Juni 2018 im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Doch neues Jahr, neues Glück. Am Sonntag, 2. Juni, wird es wieder einen großen Wandertag mit Rahmenprogramm in Bettingen geben. Ein großes Thema wird die Barrierefreiheit sein. In Irrhausen und am Stausee Bitburg wurden bereits zwei Projekte umgesetzt. Weitere sollen dazukommen, wie zum Beispiel:  Komfortwanderwege in Waxeiler (mit Mehrgenerationenplatz), Ammeldingen/Neuerburg und Wolsfeld. Dort sogar mit dem Schwerpunkt Baukultur.

Die  Liboriuskapelle bei Ernzen soll einen rollstuhlgerechten Aussichtspunkt bekommen und ein Tastmodell. Barrierefrei erlebbar werden sollen außerdem die Irreler Wasserfälle und die Römische Villa Holsthum.

Zurzeit getestet wird ein Konzept für Behinderte, die für das Fortbewegen auf Wanderwegen Hilfsgeräte einsetzen, wie zum Beispiel ein Zuggerät für den Rollstuhl. „Damit können diese Menschen ganz andere Wanderwege erleben als nur die befestigten. Mit dieser Unterstützung könnten sie auch an unseren Wanderangeboten teilnehmen“, sagt Daniela Torgau.

Doch nicht nur die Erholung und der nachhaltige Tourismus stehen auf der Agenda des Zweckverbands. Weitere Ziele sind die Umweltbildung, die nachhaltige Regionalentwicklung und der Naturschutz. So kümmert sich der Verband unter anderem auch um Streuobstwiesen und hat eigens dafür ein Streuobstbüro eingerichtet. Und zum Schlagwort Umweltbildung: Eine Naturpark-Schule und eine Naturpark-Kita sind schon auf den Weg gebracht.

Auch den Tourismus will man weiter ankurbeln. „Wir wollen Naturschauplätze inszenieren“, sagt Daniela Torgau. Regionalität soll erlebbar gemacht werden, wie zum Beispiel der Hopfen in Holsthum oder die Eifeler Baukultur. Deswegen haben die Mitarbeiter vom Naturpark damit begonnen, eine Erlebniskarte zu erstellen. „Wir sind die Botschafter für diese schöne Landschaft“, sagt die Geschäftsführerin.

Für das Handlungsprogramm 2019 sind insgesamt 150 000 Euro veranschlagt. Davon werden 121 000 Euro bezuschusst, sodass nur noch ein Eigenanteil von 29 000 Euro verbleibt. Dass der Förderanteil so hoch ist, liegt daran, dass der Zweckverband verschiedene Fördertöpfe von Land und EU anzapft. „Mir macht es Spaß, die verschiedenen Fördermittel zu generieren“, sagt Daniela Torgau.

Am besten gefalle ihr aber, dass viele Projekte von den Ortsgemeinden selbst angestoßen werden. Vieles entwickele sich aus der Initiative „Zukunftscheck Dorf“. „Der Naturpark Südeifel ist dann Partner der Ortsgemeinden. Das ist eine tolle Sache“, sagt sie.

Doch nicht nur die Projekte für 2019 stehen. Der Zweckverband Naturpark Südeifel hat schon ein Handlungsprogramm für die nächsten zehn Jahre aufgestellt.

Die Naturpark-Konferenz ist am Montag, 18. März, um 16.30 Uhr in der Gemeindehalle „Neue Mitte“ in Irrel. Dort wird mit  Umweltministerin Ulrike Höfken und  Landrat Joachim Streit der Naturparkplan 2030 vorgestellt.

 Ist bereits umgesetzt: der barrierefreie Wanderweg in Irrhausen.
Ist bereits umgesetzt: der barrierefreie Wanderweg in Irrhausen. FOTO: Zweckverband Naturpark Südeifel