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Gemeinde
Neuerburg will Luftkurort bleiben

Bleibt Neuerburg Luftkurort, könnte das demnächst auch auf den neuen Ortsschildern stehen.
Bleibt Neuerburg Luftkurort, könnte das demnächst auch auf den neuen Ortsschildern stehen. FOTO: Stefanie Glandien / TV
Neuerburg. Stadtrat stimmt für Überprüfung durch den Deutschen Wetterdienst. Von dem Prädikat erhofft man sich Aufwind für den Gesundheitstourismus. Weitere Chancen bietet das Städteförderprogramm des Landes.

Tief einatmen und „hach“, tief wieder ausatmen. Das sollte man in Neuerburg mal ganz bewusst machen. Denn die kleine Stadt im Enztal ist seit gut 50 Jahren Luftkurort. Und das möchte sie auch bleiben.

Deshalb hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung auch einstimmig beschlossen, sich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) nochmal überprüfen zu lassen. Um staatlich anerkannter Luftkurort zu bleiben, muss man die Eignung des Bodens und der klimatischen Verhältnisse periodisch überprüfen lassen – spätestens alle zehn Jahre. Die nächste Messung müsste 2019 sein. Der einjährige Test würde rund 7000 Euro kosten.

„Ich weiß nicht, ob sich das rentiert“, sagt Ingo Lenz (CDU). Er glaube nicht, dass die Leute da großes Interesse dran haben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das große Auswirkung hat“, sagt er.

Das sieht Siegfried Mathieu (CDU), Dritter Beigeordneter, ganz anders: „Das sollten wir ganz klar machen. Es gibt nur drei Orte in der Südeifel, die Luftkurort sind.“ Auch Günter Scheiding (SPD-Fraktionssprecher) spricht sich für die Überprüfung aus. „Wenn wir den brach daniederliegenden Tourismus nicht weiter schädigen wollen, sollten wir daran festhalten. Das ist einer von vielen Punkten und muss richtig vermarktet werden.“

„Der Gesundheitstourismus soll ausgeweitet werden und im Gesundheitszentrum gibt es hoffentlich bald eine Pflegeeinrichtung, da würde ich das Prädikat Luftkurort nicht gerne aufgeben“, sagt Lothar Fallis, Erster Beigeordneter.

„Das Prädikat besteht seit 50 Jahren und das bekommt nicht jeder so einfach. Wir sollten uns mit dieser Qualitätsaussage schmücken“, sagt Walter Simon (SPD).

Das sehen nach der Diskussion alle so. Einstimmig wird beschlossen, die Messungen in Auftrag zu geben.

Neue Impulse für die Stadt könnte auch das Städteförderbauprogramm „Ländliche Zentren - Kleinere Städte und Gemeinden“ bringen, in das Neuerburg, Irrel und Bollendorf 2014 aufgenommen wurden.

Das Planungsbüro ISU in Bitburg hatte städtebauliche Missstände untersucht und ein Konzept erarbeitet. Das Konzept sowie eine Kosten- und Finanzierungsübersicht wurden von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier geprüft und für gut befunden. Das Verfahren ist damit formell abgeschlossen.

Am Dienstag, 13. März, 19 Uhr, soll es in der Stadthalle in Neuerburg eine Einwohnerversammlung geben, bei der unter anderem die Ergebnisse der Voruntersuchung vorgestellt werden.

Erste städtische Maßnahme wird die Sanierung des Beilsturms sein.

Der 15 Meter hohe Turm in unmittelbarer Nähe des Neuerburger Marktplatzes wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Um den Turm und vor allem die Zuwegung zu sanieren, wurden bereits 100 000 Euro bewilligt.

Der Deutsche Wetterdienst wird die klimatischen Verhältnisse überprüfen. Passt alles, kann Neuerburg weiter mit dem Prädikat Luftkurort werben.
Der Deutsche Wetterdienst wird die klimatischen Verhältnisse überprüfen. Passt alles, kann Neuerburg weiter mit dem Prädikat Luftkurort werben. FOTO: Klaus Kimmling
(sn)