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"Nur der Müll bleibt"

Bürger-Protest am Weltfrauentag in Roth (von links): Wilhelm Last, Rosina Last, Irmgard Last, Hedwig Last und Hilarius Henkes.Foto: Manfred Reuter
Bürger-Protest am Weltfrauentag in Roth (von links): Wilhelm Last, Rosina Last, Irmgard Last, Hedwig Last und Hilarius Henkes.Foto: Manfred Reuter
ROTH BEI PRÜM. (mr) Die Bürger von Roth sind auf die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm und auf den Entsorgungsbetrieb Awu in Oberweiler zur Zeit nicht besonders gut zu sprechen. Ihnen stinkt es, dass ihre Mülltonnen wegen des Schneefalls seit etlichen Wochen nicht mehr geleert wurden.

Irmgard Last ist verärgert. Am 10. Februar seien in den Seitenstraßen von Roth zuletzt die Mülltonnen geleert worden, obwohl die Strecke gut geräumt und problemlos zu befahren sei. "Inzwischen stapeln sich die Säcke, an denen Marder und andere Tiere knabbern können." Deshalb sind Irmgard Last und ihre Nachbarn besonders auf die Müllwagenfahrer aus Oberweiler sauer: "Wenn die drei Flocken Schnee sehen, dann kommen die nicht", schimpfen sie. Ansonsten gehe in Roth - wie immer im Winter - alles seines gewohnten Gang. Last: "Alles läuft, nur der Müll bleibt stehen." Verärgert sind die Anwohner der Seitenstraßen auch über die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. Dort seien sie mit dem Argument abgespeist worden, dass die Entsorgung bei Schneefall im Ermessen des Fahrers liege. Irmgard Last: "Komisch, die Tankwagen der Muh und der Heizöllaster befahren die Straße ohne Probleme." Auch ihre Schwägerin Hedwig Last hat kein Verständnis für den "Müll-Streik". Mit Hinweis auf die Fahrkünste der Muh-Fahrer spricht sie in Sachen Müllabfuhr von "lapidaren Ausreden". Bei der Vorgänger-Firma sei das alles kein Problem gewesen. Die Wette, die Irmgard Last am Montag darauf abschließen wollte, dass die Müllmänner auch am Dienstag einen Bogen um die Rother Seitenstraßen machen würden, hätte sie übrigens gewonnen. Auch gestern blieben viele Tonnen stehen. "Die Verwaltung ist grundsätzlich bemüht, in jedem Fall eine ordnungsgemäße Abfuhr zu gewährleisten", teilte Kreis-Pressesprecher Rudolf Müller mit. Für die Durchführung trage aber zunächst einmal das beauftragte private Unternehmen die Verantwortung. Gleichzeitig gab Müller bekannt, dass sich eine Mitarbeiterin des Regiebetriebs Abfallwirtschaft der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm vor Ort in Roth und Umgebung "die tatsächlichen Gegebenheiten" ansehe, "um festzustellen, ob die in den letzten Tagen eingegangenen Bürgerbeschwerden berechtigt sind oder nicht". Die Entsorger in Oberweiler weisen die Vorwürfe unterdessen energisch zurück. "Diese Straßen sind unmöglich anfahrbar", teilte Irene Weis vom Entsorger Awu am Dienstag mit. "Das ist eine Zumutung, nirgendwo ist etwas abgestreut." Auch Müllwagenfahrer Rainer Hawranke kann die Aufregung nicht verstehen. "Die tun rein gar nichts", schimpfte er hinsichtlich nicht geräumter Gemeindestraßen. "Ich kann nicht Kopf und Kragen riskieren", sagte Hawranke, der beteuerte, sich allein gestern in Roth drei Mal festgefahren zu haben.