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"Ostalgie" in der Eifel

Der Osten lebt im Westen weiter: DDR-Fahnen und FDJ-Banner und eingefleischte Fans aus Ost und West begleiten die Puhdys bei ihrem Auftritt in Gillenfeld.Foto: Helmut Gassen
Der Osten lebt im Westen weiter: DDR-Fahnen und FDJ-Banner und eingefleischte Fans aus Ost und West begleiten die Puhdys bei ihrem Auftritt in Gillenfeld.Foto: Helmut Gassen
GILLENFELD. Zum Abschluss ihrer Wintertour 2002/2003 kam die legendäre Ostband Puhdys zu einem Konzert nach Gillenfeld und begeisterte mehr als 600 Zuhörer in der Mehrzweckhalle. Der Erlös des vom Musikverein Gillenfeld veranstalteten Konzertes kommt der Kinder-Krebsstation "Villa Kunterbunt" in Trier zugute. Von unserem Mitarbeiter <br>HELMUT GASSEN

Sie sindneben "Karat" die Kultband des Ostens und das seit über 30Jahren. 1969 gegründet waren die Puhdys für die Ostdeutschen "dieStones schlechthin". Angelehnt an Jagger und Co. präsentiertenauch sie provokante Titel und nahmen kein Blatt vor den Mund.Titel wie "Lebenszeit", "Alt wie ein Baum", "Rockerrente" und"Bis ans Ende der Welt" wurden Riesenhits, mit denen dieOstrocker auch im Westen ihre Fangemeinde eroberten. Mehr als 20 LPs und CDs haben sie bisher auf den Markt gebracht und damit in rund 20 Ländern über 18 Millionen Exemplare verkauft. Zwölf Mal wurden sie zur beliebtesten Rockband der DDR gewählt und hatten neben Auftritten in der Bundesrepublik auch Konzerte in vielen osteuropäischen Ländern.

Viele Puhdy-Fans auch in der Eifel

"Die Puhdys kommen", dieses Ereignis wollten sich auch in der Eifel zahlreiche Fans nicht entgehen lassen. Im Herbst vergangenen Jahres hatten sie schon einen erfolgreichen Auftritt in Bitburg bei ihrem Werbepartner, der Bitburger Brauerei. Am Ende ihrer Wintertour durch 26 Städte wie München, Frankfurt, Heilbronn, Dresden und Kiel war Gillenfeld zwar nicht das Highlight der Tour für die Kulttruppe, aber die Bestätigung, dass es auch hier massenhaft Fans von ihnen gibt. Die Eifeler blieben bei dem Konzert aber nicht unter sich. Aus ganz Deutschland und besonders aus dem Osten der Republik standen Autos vor der Mehrzweckhalle in Gillenfeld, die die Treue der Fans zu ihren Puhdys zeigte.

Was aber zeichnet die Truppe der fünf Rock-Opas aus? Ist es Nostalgie, musikalische Unkompliziertheit, die einfache Sprache der Musik mit lebensnahen Themen und Botschaften oder Glaubwürdigkeit? "Wir sind eine Rockband, die breiten und vielfältigen Rock bietet", beschreibt Peter Meyer, Keyboarder der Gruppe, das Profil der Puhdys. Viel verändert haben sich die Puhdys nach seiner Meinung seit der Wende nicht und haben mit ihrem markanten Charakter Erfolg im Osten wie im Westen. Populärer sind sie immer noch in ihrer östlichen Heimat, obwohl sie ja schon seit 1976 im Westen touren.

"Undercover" heißt ihre neue CD, und getreu diesem Titel zeigen sich die altgedienten Rocker nun auch öffentlich als Agenten mit schwarzer Sonnenbrille und Hut.

FDJ-Banner und DDR-Fahnen

Hey, es ist keine Ente, wir spielen bis zur Rockerrente", sangen sie und zeigten, dass es kein PR-Gag war, was sie schon vor Jahren prophezeiten. Sie sind, mit bewundernswerter Energie, auf dem besten Weg dazu. In Gillenfeld brachten sie ihre besten Hits auf die in grelles Licht getauchte Bühne und zeigten eine tolle Show.

FDJ-Banner und DDR-Fahnen im Publikum brachten die Verbundenheit der Fans mit der Vergangenheit und ein bisschen "Ostalgie" zum Ausdruck. Drei Zugaben musste die Altherrenband am Ende den begeisterten Fans geben, bevor sie hinter der Bühne weiter ihre Rockerrente vorbereiten durften.