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Parken in der Region
Parkplätze: Standortfaktor und Goldesel

FOTO: TV / Heintz, Laura
Bitburg/WittlicH/Daun. Die Parkgebühren sind in der Region unterschiedlich. Mancherorts bringen Autofahrer richtig Geld in die Kasse. Von Julia Nemesheimer

Kommunalpolitisch ist das Thema Parken ein heißes Eisen. Nicht nur an der Mosel  und in der Eifel sind viele Wähler auch Autofahrer, die sich für die Anzahl der Parkplätze und die Kosten fürs Parken in den Kleinstädten stark interessieren. Wir geben einen Überblick:

Daun Das Mittelzentrum mit 7991 Einwohnern* hat insgesamt 826 Parkplätze. Davon kosten 478 mit 50 Cent pro Stunde. Eine Ausnahme bildet der Parkplatz am Kino/Rathaus mit 25 Cent die Stunde. Die maximale Parkdauer beträgt drei bis fünf Stunden. 148 Parkplätze können für zwei Stunden mit Parkscheibe kostenlos genutzt werden. Am Krankenhaus in der Bahnhofstraße stehen 200 Parkplätze unbegrenzt ohne Gebühren zur Verfügung. Auf vier Parkplätzen findet sich in Daun eine Brötchentaste: Am Wirich- und Markt- sowie Michel-Reineke-Platz darf man eine halbe Stunde kostenlos halten, auf dem Parkdeck sind 60 Minuten frei. Laut der VG-Verwaltung Daun belaufen sich die Einnahmen durch Parkgebühren 2018 bis Mitte Oktober auf 39 630 Euro.

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Gerolstein In der zweitgrößten Stadt des Landkreises Vulkaneifel mit 7616 Einwohnern* gibt es 546 bewirtschaftete Parkplätze. 245 davon sind kostenpflichtig, wobei E-Autos überall bis zur Höchstparkdauer kostenlos parken. Diese variiert zwischen zwei und drei Stunden, nach den kostenfreien ersten 30 bis 60 Minuten zahlt man einen Euro pro Stunde. Auf dem sogenannten P1 vom Kirmesplatz bis Bahnhofsbrücke zahlen Kurzzeitparker 20 Cent für 15 Minuten, Dauerparker können ihr Auto für einen Euro abstellen. Auf insgesamt 81 Parkplätzen darf man mit Parkscheibe für eine oder zwei Stunden kostenlos parken. 220 Stellplätze sind kostenfrei und unbegrenzt nutzbar. Die jährlichen Einnahmen aus Parkgebühren betragen rund 55 000 Euro.

Prüm Die Stadt mit ihren 5412 Einwohnern* befindet sich aktuell im Umbau, auch was Parkplätze betrifft. Aus diesem Grund konnte die Stadt keine aktuellen Zahlen nennen. Laut einer Stellplatzanalyse von 2012 befanden sich in einem Bereich von fünf Minuten Gehzeit zum Stadtzentrum insgesamt 968 Parkplätze. Derzeit seien es rund 400 weniger. Die Höchstparkdauer beträgt zwei Stunden, wobei grundsätzlich die erste Stunde gebührenfrei ist. Für die zweite Stunde muss man, abgesehen vom Prümer Sommerplatz, auf dem für 50 Parkplätze kein Parkscheinautomat aufgestellt ist, 50 Cent bezahlen. Entlang der Straßen der Innenstadt kann man für zwei Stunden mit Parkscheiben kostenlos parken. Nach Angaben der Stadt liegen die Einnahmen aus den Parkgebühren einschließlich der Dauerstellplatzvermietung zwischen 45 000 und 50 000 Euro pro Jahr.

Bitburg Hier gibt es für die 14 802 Einwohner* und Besucher der Stadt insgesamt 2086 Parkplätze, von denen sich 386 in Parkhäusern oder Tiefgaragen befinden. So kosten die Parkhäuser Annenhof, Neuerburger Straße und am ZOB werktags von 7 bis 21 Uhr 1,50 Euro je angefangene Stunde. Am ZOB ist die erste Stunde kostenlos. Die Stadt Bitburg stellt 534 gebührenpflichtige Außenparkplätze zur Verfügung, die pro Stunde 1,20 Euro kosten. Diese haben eine Höchstparkdauer von zwei Stunden. Eine Ausnahme bildet der Parkplatz am Krankenhaus mit drei Stunden und der Festplatz Altes Gymnasium. Hier kann man ein Tagesticket für 2,50 Euro erwerben. Auf 452 Stellplätzen kann man kostenlos mit einer Parkscheibe für eine bis drei Stunden halten. Außerdem stellt Bitburg 714 kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Mit Ausnahme der Denkmalstraße, in der man 15 Minuten umsonst kleinere Besorgungen machen kann, gibt es keine Brötchentaste. Die Einnahmen aus Parkgebühren liegen bei rund 550 000 Euro jährlich.

Wittlich Die Stadt mit 18 906 Einwohnern* verfügt im innenstadtnahen Bereich über 1865 Parkplätze. Die meisten davon (940) sind kostenpflichtig, allerdings gibt es eine Brötchentaste für die ersten 30 Minuten, danach kostet es 50 Cent pro Stunde für eine Höchstparkdauer von zwei Stunden. Auf 150 Parkplätzen kann man für drei Stunden mit Parkscheibe kostenlos stehen. Für die Bewohner und Gäste der Stadt stehen außerdem 775 kostenlose Parkplätze zur Verfügung, die sich, wie etwa der große Rommelsbachparkplatz, der teilweise eine begrenzte Parkdauer hat, nahe an der Innenstadt befinden. Auf den mit Parkschein bewirtschafteten Parkplätzen Kurfürstenplatz, Viehmarktplatz und Eventum werden  30 Minuten kostenloses Parken geboten. Außerdem gibt es hier Tagestickets für zwei Euro, im Monat zahlt man 20 Euro. Laut Stadt liegen die Einnahmen bei rund 360 000 Euro im Jahr.

Bernkastel-Kues Auch Bernkastel-Kues, wo 7065 Menschen* leben, ist ein Touristenmagnet, man merkt dies bei den Parkgebühren. Im Moselgästezentrum kann man Drei-Tages-Parktickets lösen, die fünf Euro kosten. Parken kann man im Stadtgebiet auf rund 1700 Stellplätzen. Diese liegen zu etwa zwei Dritteln (1100) in Kues. Davon sind 250 Parkplätze kostenpflichtig. In Bernkastel-Kues finden sich 600 offizielle Abstellmöglichkeiten, von denen 550 gebührenpflichtig sind. Täglich von 8 bis 19 Uhr ist die erste Stunde kostenfrei, jede weitere schlägt mit 1,20 Euro zu Buche. Dabei ist eine Höchstparkdauer von neun Stunden einzuhalten. Laut Günter Wagner, dem Kämmerer der Stadt, nimmt Bernkastel-Kues durch Parkgebühren pro Jahr über 500 000 Euro ein.

Traben-Trarbach Das bei Touristen beliebte Städtchen mit 5610 Einwohnern* bietet 492 Stellplätze, von denen 170 gebührenpflichtig sind. Auf diesen ist die erste halbe Stunde kostenlos, danach bezahlt man einen Euro für jede weitere Stunde. Der Tageshöchstsatz liegt bei fünf Euro, wobei man lediglich von 8 bis 18 Uhr zahlen muss. 322 Parkplätze sind nach Angaben der Verbandsgemeinde „uneingeschränkt nutzbar“. Die Einnahmen aus den Parkgebühren lagen in den vergangenen beiden Jahren jeweils zwischen 52 000 und 56 000 Euro.

Fazit: Die Einnahmen-Spitzenreiter bei Parken sind Bernkastel-Kues und Bitburg. Auch Wittlich ist – allein aufgrund seiner Größe zwingend – vorne mit dabei. Das Positive für die Städte ist, dass sie das Gebühren-Geld nutzen können – ohne Abgaben und Umlagen davon an Verbandsgemeinde oder Kreis abzugeben. Die Preise sind insgesamt eher moderat und in jeder Stadt stehen viele kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

*laut Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz mit Stand vom 31. Dezember 2017