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Picasso bleibt länger

Das Haus Beda zeigt die Ausstellung „Klassische Moderne“ mit Werken von Picasso, Nolde, Dix und allem, was sonst noch Rang und Namen in der Kunstgeschichte hat. TV-Foto: Dagmar Schommer
Das Haus Beda zeigt die Ausstellung „Klassische Moderne“ mit Werken von Picasso, Nolde, Dix und allem, was sonst noch Rang und Namen in der Kunstgeschichte hat. TV-Foto: Dagmar Schommer
Damit hat keiner gerechnet: Der Ansturm auf die aktuelle Ausstellung "Klassische Moderne" im Haus Beda in Bitburg war so groß, dass die Schau mit Werken von Künstlern wie Picasso, Matisse, Nolde, Dix, Kirchner, Chagall und Braque bis einschließlich Sonntag, 7. Dezember, verlängert wird. Von unserer Redakteurin Dagmar Schommer

Bitburg. Das hat selbst die Ausstellungs-Macher überrascht: "Mit diesem Ansturm haben wir nicht gerechnet", sagt Manfred Kottmann, Museumsleiter Haus Beda. Rund 1500 Menschen haben sich die Gemälde und Zeichnungen von Picasso und seinen Weggefährten bislang angesehen. Hinzu kommen noch etliche Schulklassen, die von ihren Lehrern durch die "Klassische Moderne" geführt wurden. So haben bislang drei Oberstufenkurse des Bitburger St.-Willibrord-Gymnasiums, eine Klasse aus Hermeskeil sowie zwei Grundschulklassen aus Bitburg die Chance genutzt, Originale von Malern zu sehen, die mit ihren Werken Kunstgeschichte geschrieben haben. Was Kottmann wirklich gerührt hat, war die Begeisterung, vor allem der ganz jungen Besucher.

Die Düsseldorfer Galerie Schwarzer hat die Gemälde dem Fritz-von-Wille-Museum im Haus Beda zur Verfügung gestellt. Galerist Karl Schwarzer habe zwar mit einem guten Zuspruch gerechnet, "aber die Vielzahl der Besucher auch nach vier Wochen hat ihn doch stark überrascht", sagt Kottmann. Deshalb habe die Galerie auch gleich einer Verlängerung zugestimmt.

Die Gunst der Stunde nutzt natürlich auch Kottmann selbst: "Ich versusche, die Bilder mir jeden Tag aufs Neue anzusehen. Mein Lieblingsbild ist die ‚Berliner Seelandschaft' von Lesser Ury wegen der Stimmung, die es ausstrahlt", sagt der Museumsleiter und rät Besuchern: "Es ist sehr reizvoll, sich als Kontrast zur ‚Klassischen Moderne' auch die Fritz-von-Wille-Sammlung anzusehen. Der war ja Zeitgenosse der modernen Künstler und hat doch ganz anders gemalt."

Die Maler, die heute zur "Klassischen Moderne" zählen und in der gleichnamigen Ausstellung zu sehen sind (siehe Extra), wollten aufrütteln, gewohnte Sichtweisen sprengen und den Blick für Neues öffnen. Unter dem Nazi-Regime galt ihre Kunst, anders als die von von Wille, als "entartet".

Vor dem Hintergrund des großen Erfolgs will das Haus Beda auch in Zukunft versuchen, einmal im Jahr eine große Ausstellung mit moderner Kunst auf die Beine zu stellen. Kottmann: "Aber wir wollen und dürfen auch die regionalen Künstler nicht vergessen, auch wenn ihre Namen nicht so berühmt sind." Solche Bilder zeigt derzeit die Jahresausstellung des Kunstkreises Haus Beda, die gestern eröffnet wurde.

Die Ausstellung "Klassische Modere" ist bis einschließlich Sonntag, 7. Dezemer, im Haus Beda in Bitburg zu sehen (Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 15 bis 18 Uhr; Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr). EXTRA Alles in Bitburg: Gezeigt werden in der Ausstellung "Klassische Moderne" im Haus Beda unter anderem Werke von Willi Baumeister, Max Beckmann, Georges Braque, Marc Chagall, Le Corbusier, Otto Dix, Hermann Hesse, Carl Hofer, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Max Liebermann, Henri Matisse, Ernst Mollenhauer, Gabriele Münter, Otto Müller, Ernst Wilhelm Nay, Emil Nolde, Max Pechstein, Pablo Picasso, Hans Purrmann, Max Slevogt, Karl Schmidt-Rottluff, Kurt Schwitters, Lesser Ury und Heinrich Zille. (scho)