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Medizin
Die ersten Mitarbeiter wurden bereits eingestellt

Das neue Betreuungszentrum in Bitburg wird das bislang erste dieser Art in der Region.
Das neue Betreuungszentrum in Bitburg wird das bislang erste dieser Art in der Region. FOTO: Uwe Hentschel
BITBURG. Anfang 2019 soll das neue Regionale Betreuungszentrum in Bitburg eröffnen. In der Einrichtung der Barmherzigen Brüder Schönfelderhof sollen bis zu 16 psychisch erkrankte Menschen therapiert werden. Von Uwe Hentschel

Ein Bauzaun sorgt dafür, dass niemand unbefugt das Grundstück betritt. Ist das Haus hinter diesem Zaun erst einmal fertig, so wird dieses wiederum so konzipiert sein, dass keiner unbefugt das Grundstück verlässt. Seit vergangenem Jahr nämlich wird auf diesem Gelände in der Erdorfer Straße, auf dem früher die Diskothek Castel stand, im Auftrag der Barmherzigen Brüder Schönfelderhof das Regionale Betreuungszentrum (RBZ) errichtet.

Ab Anfang 2019 sollen dort bis zu 16 Menschen mit starken psychischen Erkrankungen betreut und therapeutisch behandelt werden. Und einige davon auch gegen ihren Willen. „Es handelt sich hierbei aber nicht etwa um psychisch kranke Gewalttäter, sondern um Personen, die man vor allem vor sich selbst schützen muss“, erklärt Albert Mandler, Leiter des Fachbereichs Psychiatrische Dienste. Dazu zählten beispielsweise Menschen, die unter Persönlichkeitsstörungen wie dem dem Borderline-Syndrom litten.

Im April 2017 hat Mandler das geplante Projekt im Bitburger Stadtrat erstmals vorgestellt. Gut 15 Monate später wirkt der Bau von außen bereits so gut wie fertig. Rund fünf Millionen Euro investiert das Unternehmen Eifel-Haus in das 1350 Quadratmeter große Gebäude, das die Barmherzigen Brüder voraussichtlich im kommenden Januar als Mieter beziehen werden. Wenn alles läuft wie geplant, werden dann einen Monat später die ersten Klienten dort einziehen.

Voraussetzung dafür ist allerdings zunächst das erforderliche Personal, nach dem bereits Ausschau gehalten wird. „Wir haben bereits zirka 25 Bewerbungsgespräche geführt“, erklärt Mandler und verweist auf das breite Spektrum an Fachkräften, die benötigt würden. Dazu gehörten unter anderem Sozialarbeiter, Psychiatrie- und Heilerziehungspfleger und Ergotherapeuten. 17,6 Stellen würden insgesamt besetzt, so Mandler. Die ersten Mitarbeiter seien auch bereits eingestellt, um beim Aufbau des Regionalen Betreuungszentrums zu helfen.Wie der Leiter der psychiatrischen Dienste erklärt, ist eine Einrichtung wie diese in der Region Trier bislang einmalig. Weshalb es sowohl mit dem Eifelkreis, als auch mit den Nachbarkreisen Vulkaneifel und Trier-Saarburg sowie der Stadt Trier Kooperationen gebe.

Einzig der Landkreis Bernkastel-Wittlich habe den Barmherzigen Brüdern Schönfelderhof bislang noch keinen Versorgungsauftrag erteilt. Es gebe aber ein informelles Einvernehmen, bei Bedarf auch Menschen, die im Kreis Bernkastel-Wittlich leben, in der Einrichtung aufzunehmen.

Durchaus zwei bis drei Jahre, gegebenenfalls sogar bis zu fünf Jahre sollen die Menschen, von denen viele unter Psychosen und Suchtproblemen leiden, in Bitburg therapiert werden.  Bislang konnten Betroffene mit einem sogenannten „erhöhten Betreuungs- und Teilhabebedarf“ laut Mandler nur außerhalb des Landes betreut werden. „Es gibt zwar durchaus Einrichtungen für solche Menschen, aber wir verfolgen hier einen ganz anderen, einen therapeutischen Ansatz“, sagt er. „Wir wollen, dass diese Leute die Einrichtung auch irgendwann wieder verlassen und ein möglichst selbstständiges Leben in der Gesellschaft führen können.“