| 20:40 Uhr

Schicksal von schwer krankem Eifeler bewegt die Menschen

Hofft auf einem Spender: Christopher Rufle. TV-Foto: Ulrike Löhnertz
Hofft auf einem Spender: Christopher Rufle. TV-Foto: Ulrike Löhnertz FOTO: (e_eifel )
Heilbach. Nach dem TV-Artikel über den schwer lungenkranken Eifeler Christopher Rufle wollen viele Menschen helfen. Doch persönliche Zuwendungen will er nicht annehmen. Ulrike Löhnertz

Einfach überwältigt. Das ist Christopher Rufle aus Heilbach von der Resonanz auf seine Geschichte, die er dem TV erzählt hat . Der 28-Jährige leidet an einer unheilbaren Lungenerkrankung und benötigt dringend psychologische Betreuung, die er jedoch aufgrund einer negativen Entscheidung des Versorgungsamtes nicht wahrnehmen kann. Denn um nach Trier zu fahren und dort praxisnah zu parken, fehlt dem Eifeler das Merkzeichen aG (außergewöhnlich gehbehindert) im Ausweis.

Daher kann der 28-Jährige sich derzeit nicht mit psychologischer Unterstützung auf eine mögliche Transplantation vorbereiten, die laut Expertenmeinung vor solch einer riskanten und einschneidenden Operation sehr wichtig ist. Dieses Schicksal hat viele Leser berührt. Viele wollten ihr Mitgefühl äußern, viele wollten helfen. So haben viele Menschen und sogar eine Stiftung angeboten, Geld zu spenden. Dafür ist Christopher Rufle "sehr dankbar". Allerdings, so Rufle, habe er dies gar nicht beabsichtigt, sondern er wolle doch nur sein Recht durchsetzen und das bekommen, was ihm zustehe. Daher wolle er, nach langer Überlegung, keine Geld-Spenden annehmen, "weil ich einfach kein gutes Gefühl dabei hätte".

Er möchte aber die Stiftung Universitätsmedizin Essen unterstützt wissen. Die Stiftung kümmert sich unter anderem um Projekte für schwerstkranke Kinder und um die Forschung im Bereich Transplantationsmedizin an der Uniklinik und deren Tochterunternehmen, der Ruhrlandklinik, die auch Rufle transplantationsmedizinisch betreut. "Wenn Spenden dahin gehen würden, würde ich mich freuen. Ich denke, da wäre das Geld am besten aufgehoben", sagt er.
Zudem unterstützt die Stiftung Mediziner der Ruhrlandklinik Essen als Tochterunternehmen bei der Entwicklung neuartiger Therapien und Operationsverfahren bei Lungenerkrankungen. Und: Die Stiftung betreibt einen Sozialfonds, der Patienten in finanziellen Notlagen unterstützt.

Wer also im Sinne von Christopher Rufle spenden will, sollte die Stiftung unterstützen. Das Geld wird dann für Projekte der Stiftung verwendet (trotz Angabe des Verwendungszwecks: Christopher Rufle), nicht für Rufle persönlich.
Und wie geht es bei Christopher Rufle weiter? "Ich werde erneut einen Antrag beim Versorgungsamt stellen", sagt er und ist zuversichtlich, dass er wegen der inzwischen eingetretenen Verschlimmerung seines Zustandes Erfolg haben wird. Hoffnung gibt ihm auch, dass sich auf den TV-Artikel hin eine Anwältin für Sozialrecht gemeldet hat, die ihn inzwischen kostenlos berät. In den kommenden Tagen wird er wieder zu Untersuchungen in der Ruhrlandklinik sein. In der Hoffnung, bald ein neues Organ zu bekommen.

Spendenkonto: Stiftung Universitätsmedizin Essen, Verwendungszweck Christopher Rufle, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE 0937 0205 0005 00050005, BIC: BFSWDE33; Info: www.universitaetsmedizin.deMeinung

Mitgefühl gibt Auftrieb

Die Menschen sind gut, bloß die Leute sind schlecht, schrieb einst Erich Kästner. Dass die Leute dann doch nicht ganz so schlecht sind, wie viele denken, zeigt der Fall von Christopher Rufle. Der TV-Artikel über seine missliche Situation löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, die für den jungen Mann überraschend kam.

Dennoch will er - aus verständlichen Gründen - kein Geld annehmen. Er will sein Recht, das, was ihm zusteht. Dass er die Spenden nicht für sich annehmen will, sondern auf eine Stiftung verweist, die anderen Menschen in ähnlichen Situationen hilft, beweist Mitgefühl und Weitblick, nicht, dass er undankbar ist. Im Gegenteil: Allein die überwältigende Hilfsbereitschaft gibt ihm Auftrieb für seinen Kampf mit den Behörden. u.loehnertz@volksfreund.de