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Schloss Niederweis: Partner statt Käufer gesucht

Niederweis. Anfang des Jahres war Schloss Niederweis noch für knapp vier Millionen Euro zu haben. Nun hat es sich sein Besitzer anders überlegt. Er will das Gebäude halten und die Gastronomie dort ausbauen. Sybille Schönhofen

Niederweis. Schloss Niederweis fühlt sich für seine Besitzer zuweilen an wie ein extravaganter Schuh, der die Blicke bewundernd auf sich zieht, aber doch schwer zu tragen ist. Zuweilen erscheint er sogar eine Nummer zu groß. Daher haben Eigentümer Matthias Schneider und seine Frau Petra Anfang des Jahres mit dem Gedanken gespielt, sich von ihrer kosten- und zeitintensiven Immobilie zu trennen. Ein Immobilienmakler bot das barocke Landschloss aus dem 18. Jahrhundert drei Monate lang im Internet für 3,95 Millionen Euro zum Kauf an. Dann kam alles anders.
Matthias Schneider erhielt im Mai den Landesverdienstorden für sein Bemühen, Schloss Niederweis zu sanieren und zu erhalten. "Es gab so viel Lob. Das hat mir zu denken gegeben. Da konnte ich nicht mehr verkaufen", sagt Matthias Schneider.
Was noch hinzu kam: Angebote hatte es gegeben, aber keine wirklich ernstzunehmenden. "Ich habe meine Meinung auch geändert, weil man ja nicht weiß, in welche Hände es kommt", begründet Schneider seinen Sinneswandel. Es wäre ihm auch einfach zu peinlich gewesen nach den Dankesreden einzugestehen, dass er verkaufen wolle, gibt er zu.
Schneider hatte das Schloss 2005 gekauft, um es geschäftlich zu nutzen. Fünf Jahre lang dauerte die Sanierung. Die Vermarktung gestaltet sich seitdem nicht leicht. Schneider würde gerne vermieten. In den angrenzenden Wirtschaftsgebäuden setzt er auf Gastronomie.
Der letzte Interessent hatte den Vertrag zwar unterschrieben, aber den Restaurantbetrieb nie aufgenommen.
"Das Eventgeschäft läuft gut", zieht Schneider eine vorsichtig positive Bilanz. 30 bis 40 Familien- und Betriebsfeste gehen dort im Jahr über die Bühne. Dazu gibt es Veranstaltungen vom Konzert über die Hochzeitsmesse bis zum mittelalterlichen Marktspektakel. Ein Profit springe dabei allerdings bislang nicht heraus.
Aber Schneider ist zuversichtlich, dass sich das ändern wird. Ein Partner in der Gastronomie könnte dabei hilfreich sein. Daher sucht er einen Kompagnon. Ein alter Hase im Gastronomiegeschäft soll es sein, der "eine Herausforderung sucht".