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"Seine Gradlinigkeit hat ihn ausgezeichnet"

Hans Heinen in Aktion: So kennen die Neuerburger ihr langjähriges Stadtoberhaupt. Foto: TV-Archiv/Waltraud Ewerhardt
Hans Heinen in Aktion: So kennen die Neuerburger ihr langjähriges Stadtoberhaupt. Foto: TV-Archiv/Waltraud Ewerhardt
NEUERBURG. (cus) Einen Tag nach seinem 71. Geburtstag ist der langjährige Neuerburger Stadtbürgermeister Hans Heinen am Mittwochabend nach schwerer Krankheit gestorben.

Hans Heinen prägte jahrzehntelang die Entwicklung der Stadt Neuerburg. Von 1974 bis 1979 war er Erster Beigeordneter. Fünf Legislaturperioden lang wirkte er als ehrenamtlicher Stadtbürgermeister. Im Juni 2004 bestätigten die Wähler Heinen erneut im Amt, der dies jedoch zum Jahresende 2004 aus gesundheitlichen Gründen niederlegte. In Neuerburg herrscht tiefe Betroffenheit über den Todesfall. "Hans Heinen hat als Stadtbürgermeister sehr ausgleichend gewirkt. Er hat die Dinge so gut vorbereitet, dass am Ende meist alle Fraktionen zustimmten", berichtet Siegfried Mathieu, Stadtratsmitglied und stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. Seit 1991 leitete Heinen auch den Stadtverband der Partei.Lange Liste seiner Bauprojekte

"Hans Heinen hatte viele schwere Entscheidungen zu treffen und auch Ärger einstecken müssen. Sein Stehvermögen und seine Gradlinigkeit haben ihn ausgezeichnet", sagt Willi Hermes (CDU), Erster Beigeordneter der Stadt. "Er hat immer mit Weitsicht gearbeitet." "Ich bin kein Zylinder-Bürgermeister", charakterisierte sich Heinen im Januar in einem Gespräch mit dem TV. "Ich wollte immer gestalten und bauen." Und das tat er auch: In seine Zeit als Stadtbürgermeister fielen unter anderem der Bau der neuen Ortsdurchfahrt, die Stadtsanierung (Burganlage, historische Stadtmauern, Marktplatz, Quintinuskapelle) sowie die Umnutzung des ehemaligen Bahngeländes durch ein Gewerbegebiet. Heinen stellte die Weichen für die Neubaugebiete "In der Enz" und "Plascheider Berg". Stadthalle, Kindergarten, Busbahnhof, Johannisplatz, Stadtpark, Euvea-Hotel: Die Liste der Projekte ließe sich beliebig fortführen. Beruflich absolvierte der gebürtige Prümer eine Ausbildung beim Straßenbauamt in Gerolstein. Sein Hochschulstudium schloss er als Diplom-Ingenieur ab. Von 1961 an leitete er die Straßenmeisterei Neuerburg bis zur Auflösung 1997. Die anschließenden Jahre bis zu seiner Pensionierung leitete er ein technisches Büro des Straßenverkehrsamts. Sein Fachwissen kam ihm in seinem Ehrenamt als Stadtbürgermeister zugute, denn er zeichnete viele Pläne für städtische Bauprojekte selbst. Neben der Kommunalpolitik engagierte sich Heinen als Vorsitzender des Fördervereins der Burg Neuerburg. 1979 war er Hauptinitiator bei der Gründung des Tennisclubs Rot-Weiß Neuerburg und seitdem Vorsitzender. In seine Zeit als Vorsitzender fiel der Bau dreier Tennisplätze sowie des Clubhauses mit Zuwegung. Heinen spielte in der Ersten Herrenmannschaft und später in der jeweiligen Altersklasse. Bis zu seiner Erkrankung war er im Team "Ü 60" des TC Rot-Weiß aktiv. 2004 verlieh ihm der Tennisverband Rheinland die Goldene Ehrennadel. Der TC Neuerburg zeichnete ihn für 25-jährige Mitgliedschaft aus. "Hans Heinen war eine Integrationsfigur für jüngere und ältere Mitglieder", beschreibt Gerd Zimmer seinen langjährigen Vorstandskollegen. "Er hat in Höhen und Tiefen dafür gesorgt, dass es weiter ging. Ein kameradschaftlicher Mensch, der sich immer für den Verein und seine Mitglieder eingesetzt hat."Ehrenplaketten von Stadt und Land

Die geplante Feier zu seinem 70. Geburtstag hatte Heinen wegen des Todes von Helmut Klinkhammer verschoben. Die damals geplanten Ehrungen sollten bei seiner Verabschiedung am 20. Februar nachgeholt werden, die krankheitsbedingt jedoch ebenfalls abgesagt wurde. Das Land Rheinland-Pfalz hatte Heinen mit der Freiherr-vom-Stein-Plakette ausgezeichnet. Die Stadt Neuerburg wird ihm posthum die Ehrenplakette verleihen. Heinen hinterlässt eine Ehefrau und zwei Töchter. Die Trauerfeier für Hans Heinen beginnt voraussichtlich am Donnerstag, 17. März, um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche Neuerburg.