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Stroh erschwert Löscharbeiten

Sellerich-Hontheim. Ein Stall im Sellericher Ortsteil Hontheim ist am frühen Mittwochabend in Brand geraten. Als die Feuerwehren eintrafen, stand das Gebäude bereits voll in Flammen. Die Brandursache ist derzeit noch unklar - die Kripo Wittlich ermittelt. Der Schaden wird auf 200 000 bis 300 000 Euro geschätzt. Eileen Blädel

Sellerich-Hontheim. Ein Feuer bricht am frühen Mittwochabend in einem Stall in Sellerich-Hontheim aus: Als die Wehrleute eintreffen, haben die Flammen bereits das ganze Gebäude ergriffen. Sie schlagen durch das Dach - und setzen bald auch Heu und Stroh auf dem Heuboden lichterloh in Brand.
Der Landwirt bemerkte das Feuer, als er in seinen Stallungen nach dem Rechten sehen wollte - eine automatische Melkanlage hatte einen Fehler gemeldet. Der Mann setzte einen Notruf ab - und holte dann seine Kühe gerade noch rechtzeitig aus dem Gebäude. Damit rettete er die etwa 15 Tiere vor dem Tod in den Flammen.
"Verletzt wurde niemand - weder Mensch noch Tier", sagt Alexander Thiel, Wehrleiter der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. Die Feuerwehr wurde um 17.23 Uhr alarmiert - aber weil bei ihrem Eintreffen das ganze Gebäude bereits in Vollbrand gestanden habe, "war es uns nicht mehr möglich zu definieren, an welcher Stelle genau das Feuer eigentlich ausgebrochen war".
Aus diesem Grund können zunächst weder Thiel noch Manfred Schuler, der für die Feuerwehr Prüm ebenfalls am Einsatzort war, etwas über die Brandursache sagen. Ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Gebäude, die teilweise bewohnt sind, konnte die Feuerwehr aber verhindern.
Mit den Löscharbeiten, erzählt Thiel, seien die Einsatzkräfte dann noch bis in die frühen Morgenstunden beschäftigt gewesen. Das größte Problem dabei: "Der Heuboden war voll mit Heu und Stroh." Wie viel das tatsächlich war, ist für die Einsatzkräfte aber schwierig einzuschätzen: Feuerwehrmann Schuler spricht von einem einzigen großen "Gluthaufen". Es habe sich jedenfalls um jede Menge Rundballen gehandelt, und der Boden sei "fast voll" damit gewesen.
Hälfte des Dachs abgerissen


Es blieb ein kräftezehrender Einsatz - auch, nachdem die Wehrleute das Feuer im Griff hatten: Denn dann musste das schwelende und feuchte Material aus dem Gebäude raus. Und um an das Stroh zu gelangen, "musste ein Teil des Daches abgerissen werden", sagt Thiel. Weil man für den Abriss des Daches und für die Entfernung von Heu und Stroh einen Bagger und einen Lkw benötigte, forderte man ein Bauunternehmen an. Es ließ sich nur eine Hälfte des Daches abreißen - an die andere konnte man nicht ran, denn das wäre für die Einsatzkräfte zu einem lebensgefährlichen Unterfangen geworden: "Da bestand Einsturzgefahr", sagt Thiel.
Am nächsten Tag "liefen weitere Abbruch- und Restlöscharbeiten", berichtet Thiel. "Außerdem war zu kontrollieren, ob noch Glutnester vorhanden waren."
Auch die Beamten der Kripo Wittlich verschafften sich vor Ort einen Überblick: Sie ermitteln jetzt wegen der Brandursache. Laut Kripo sei die im oberen Bereich des Gebäudes zu vermuten. Eine Brandstiftung schließen die Beamten nach dem bisherigen Ermittlungsstand aus.
Nach ersten Schätzungen der Kripo beläuft sich der Schaden auf 200 000 bis 300 000 Euro. Auch eine Photovoltaikanlage, die auf dem Dach des Stalls angebracht war, ist in Mitleidenschaft gezogen worden.
Im Einsatz waren laut Wehrleiter Thiel etwa 90 Kräfte - von den Feuerwehren Sellerich, Prüm, Niederprüm, Bleialf, Bitburg, Weinsheim und Habscheid. Zudem waren das THW Prüm, das DRK Prüm und die Prümer Polizei vor Ort.